Archiv für den Monat Juni 2006

»Und, wo guckst du dir heute das Spiel an?«

Die Frage stellt mein Kollege jeden Tag seit die WM läuft kategorisch. Zweimal hat er mich schon animieren wollen, mich mit ihm und einigen Freunden in die Massen zu stürzen. Ich hab abgelehnt, wurde dann aber doch neidisch, als ich anschließend die Fotos zu Gesicht bekam. Party überall. Mein Kollege auf Hochglanzbildern mit Leuten aus Trinidad & Tobago, mit Schweden, Holländern und Japanern.

Von einem der Fotos haben wir jetzt sogar ein Poster anfertigen lassen. Es wird wohl demnächst das Importbüro gerahmt zieren und an schöne Erlebnisse aus 2006 erinnern.

Heute stellte er wieder die Frage »Und, Herr Kay, wo guckst du dir heute Abend das Spiel an?«

»Gar nicht«, sagte ich. »Ich fahre gleich zum Einkauf und anschließend hab ich Urlaub. Urlaub!«

Ich schaute mir das Spiel dennoch in groben Zügen an und war dann doch stellenweise gebannt bei dem Krimi. Starkes Spiel. Große Leistung von beiden Mannschaften und dann der Sieg über Argentinien.

Irgendwo läuft bereits die verunstaltete Version des Klassikers »Don’t cry for me Argentina« als »Hör auf zu heulen Argentinien«.

Nach dem Spiel, rief ich meinen Kollegen an.

»Tooooooor!«, brüllte er mir aus dem Hörer entgegen. Im Hintergrund Geräusche einer Party. Ausgelassene Stimmung.

»Soll ich schöne Grüße an den Marketing-Lehrstuhl bestellen?«, fragte er.

»Ja, auf jeden Fall!«

»Schöne Grüße vom Schriftsteller«, rief er in die Menge und alles grölte Grüße zurück.

Ich glaube beim Halbfinale muss ich einfach dabei sein. Also dann.

Tooooooor!

Flieger, grüß mir die Sonne

Der Dortmund Airport 21 hat auf seiner Website jetzt eine eindrucksvolle Gallerie der Flugzeuge, die zur Zeit der Fußballweltmeisterschaft 2006 hier gelandet sind, veröffentlicht.
 
Für einen Regionalflughafen sind dort schon einige chice Flieger dabei.
 
Wer schauen möchte, hier gehts zu den Fotos.

Blaustrahl und hohe Auflösung

Es ist wie damals. Erinnern Sie sich noch? Betamax gegen Video-2000 gegen VHS. Getreu dem Highlander-Motto »Es kann nur einen geben« setzte sich damals das VHS-System durch.

Von weiteren größeren Systemkämpfen blieben wir gnädigerweise verschont. Die Compact Disc setzte langsam aber sicher die Vinyl-Schallplatte ab, ohne dass es ein Konkurrenzprodukt zum Medium CD gab. Zwar versuchten DAT (Digital Audio Tape) und MD (Mini-Disc) in die Bresche zu springen, aber das hat nicht mal ansatzweise funktioniert.

Auch bei der DVD, die heute mittlerweile fast komplett die VHS-Kassette abgelöst hat (zumindest im Verkauf und im Verleih) gab es keine Wahl zwischen verschiedenen Medien. Der Konsument war nicht gezwungen, sich zwischen einem Beta-DVD oder einem VHS-DVD Player zu entscheiden. Player war zunächst Player und spielte das ab, was im Verkauf angeboten wurde.

Jetzt aber steht wieder ein Durchsetzungskampf ins Haus, der bereits so sehr durch die Medien geistert, dass ich bald nichts mehr davon lesen kann.

BluRay oder HD-DVD (HD = High Definition) lautet die Frage, die sich momentan jeder stellt, der in das Medium der Zukunft investieren will. Ungeachtet der Tatsache, wer aus welchem Antrieb, Vermarktungsmöglichkeiten, Entwicklungskosten auf das bessere System setzt, scheint dabei jedoch die Möglichkeiten der Medien aus den Augen zu verlieren. Großspurig werben die Vertreter von BluRay mit den enormen Speichermöglichkeiten. Wozu das Ganze? Weil Spielfilme in High Definition wesentlich mehr Speicherplatz beanspruchen als bisherige Filme in gängiger TV-Norm (wie PAL, NTSC etc.)

Meiner Meinung nach sollte man jedoch nicht in Entwicklungen investieren, die nur für eine kurze Weile Bestand haben. Ein Nonplusultra wird es niemals geben, aber dennoch sollte man dem Verbraucher zumindest etwas möglich langlebiges präsentieren, das nicht nach 10 Jahren wieder abgelöst wird.

Die Generation vor meiner hatte es gut, die hatten am längsten was von ihrer Schalltplatte. Die CD ist noch lange nicht so alt und schon beginnen Plattenfirmen Alben auf SD-Cards zu verkaufen. Wie lange dreht sich die Scheibe noch im Player?

Wer hätte beim Kauf eines VHS-Recorders gedacht, dass er 10 Jahre später Kaufvideos von CD-ähnlichen Scheiben abspielen wird und weitere fünf bis sechs Jahre darauf seine geliebte VHS-Leerkassette in den Müll werfen kann, da heute auf Festplatte oder DVD aufnehmen hip ist?

Wie lange wird das neue Medium (ganz gleich ob BluRay oder HD-DVD) Bestand haben, wo jetzt bereits das Medium der langfristigen Zukunft feststeht: Schon vor 20 Jahren war den Forschern klar, dass die gewaltigen Speichermöglichkeiten in Hologrammform auf lange Sicht entwickelt würden. Mit der Entdeckung der TESA-Rolle als Speichermedium für Hologramme schien ein größerer Schritt in diese Richtung getan worden zu sein, doch das sogenannte TESA-Laufwerk ist m. E. nicht bis zu einem Prototyp entwickelt worden, weil die Forschung in eine andere Richtung ging.

Mittlerweile ist die HVD am Start. Die Holographic Versatile Disc, die in ihrer voraussichtlich marktreifen Form die Kapazitäten von 200 (sic!) Single-Layer DVDs aufweist – und damit wesentlich mehr Speicherpower hat als eine BluRay-Disc.

Kaufen Sie sich zu Weihnachten ruhig einen BluRay-Player und die Playstation III – aber weinen Sie dann nicht um das viele Geld, das sie heute ausgegeben haben, wenn in drei bis fünf Jahren die HVD in Serienreife an den Start kommt und alle bisherigen Medien ablöst.

Roman Abramovich zur WM in Dortmund

Eigentlich sollte er heute mit einer Privatmaschine in Dortmund landen. Roman Abramovich steht mit nur 39 Jahren in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 18,2 Milliarden Dollar auf Platz 11.

Doch irgendwie kam er nicht, der Multimilliardär. Der Internetflugbahn verriet heute Morgen: Keine weiteren Starts für heute vorgesehen. Zeigte aber das gestrige Datum. Und irgendwie war heute sowieso recht wenig los.

Dabei hat der Flughafen Dortmund bei der WM deutlich an Starts und Landungen zugelegt. Vor allen Dingen Privatjets landen zu Hauf auf der Startbahn Ruhrgebiet und werden von Follow Me-Fahrzeugen zu den eigens für sie geschaffenen neuen Parkplätze gelotst – die sich, nebenbei bemerkt, direkt neben meinem Büro befinden, wie die aus dem Fenster geschossenen Fotos zeigen.

Immer Ärger mit den Studios

Eine echte Unverschämtheit ist es, was Sony Studios sich momentan bei der Produktion der Stargate-SG1 DVDs leistet. Da ich die Serie von Anfang an als Einzel-DVDs gesammelt habe, lange bevor man sich dazu entschloss komplette Boxen herauszubringen, fahre ich das Sammeln auch in der Form fort.

Ärgerlich dabei war schon von jeher folgendes: Die Serie hat 22 Folgen. Auf eine DVD packt man vier Folgen. Es würden natürlich auch 5 Episoden samt verschiedener Sprachen auf eine Double-Layer DVD passen, doch man will ja mehr verkaufen. Die Rechnung geht natürlich nicht auf. 5 DVDs à 4 Folgen lassen eine Scheibe mit mickrigen 2 Folgen übrig bleiben.

Die Käufer haben es so hingenommen, dass man sie auf diese Art und Weise veräppelt und das Bonusmaterial mit ca. 60 Minuten Laufzeit auf der jeweils letzten Staffel-DVD als Entschädigung angenommen.

Wie die 8. Staffel hat jedoch auch die 9. Staffel lediglich 20 Folgen. Würde für eine DVD-Veröffentlichung mit 5 Discs wunderbar passen, richtig? Bei der Schwesterserie Stargate Atlantis verfährt man auch so. Da gibt es für die erste und zweite Staffel mit jeweils 20 Episoden 5 DVDs. Stargate-SG1 kommt jedoch wie zuvor mit sechs DVDs auf den Markt. Zwei mit 4 Folgen, der Rest mit jeweils nur 3.

Frechheit

Jack is back

Gleich eines vorweg: Ich bin Jack Bauer Fan und liebe die Serie »24« genauso wie »Alias«. Es gibt viele böse Stimmen, die sagen, »24« hätte sein Serienkonzept bereits bei Staffel 2 in den Wind geschossen und würde so nicht mehr funktionieren. Aber ehrlich gesagt, das erwarte ich auch schon seit Staffel 2 gar nicht mehr von der Serie.

Die Sogwirkung ist für mich bei der 4. Staffel noch genauso vorhanden, wie bei der 1. Staffel. Ich muss um jeden Preis wissen, wie es weiter geht. Daher wäre es für mich undenkbar, die Serie im TV zu sehen und eine ganze Woche bis zur nächsten Folge zu warten. Ich muss es hier selbst in der Hand haben, wann ich mir die Episoden anschaue, wie viele hintereinander und ob ich entscheide, die Nacht zum Tag zu machen.

Zugegeben gibt es auch bei »24« einige Dinge, die nerven. In der zweiten Staffel war es noch der Storyteil um Jack Bauers Tochter, der irgendwie gar nicht in die Handlung passen wollte. Das Problem hat man in der dritten Staffel gut gelöst, als Kim Bauer Mitarbeiterin der CTU wurde und in Staffel 4 überhaupt nicht mehr mitspielt. Seit Staffel 3 nervt Chloe O’Brien ungemeint. Ihr Charakter hat sich auch in Staffel 4 nicht geändert: Sie ist patzig, arrogant, schnell beleidigt und hat eine Art an sich, bei der man ihr am liebsten nur ständig in Gesicht schlagen möchte. Auch das ständige Misstrauen, das bei der CTU unter den Mitarbeitern herrscht, wird beibehalten. Auf die Dauer wird das langweilig. Die gleichen Kameraeinstellungen, die gleichen Blicke und letztendlich doch der Maulwurf in den eigenen Reihen.

Was bleibt ist die rasante Mischung, in der die Serie 24 Stunden auf das Ziel hinschießt. Ständige Wendungen, massive Action und das Bangen um jeden Einzelnen (man kann wirklich nie sicher sein, wer von den Hauptdarstellern ausscheidet, wie die vorherigen Folgen bereits gezeigt haben) halten den Zuschauer bei der Stange.

Dabei spielt es auch keine Rolle, dass man bei den ersten drei Staffeln bereits das Pulver für hochexplosiven Stoff verschossen hatte, denn nach dem Attentat auf einen farbigen Senator mit Aussicht auf das Präsidentenamt, der Bedrohung durch eine Kernwaffe und einer biogenetischen Seuche bleibt nicht mehr viel übrig, um das zu toppen. Daher setzt die vierte Staffel auf kleinere Anschläge, die alle zusammen einer größeren Sache dienen: Die Entführung des Verteidigungsministers, der Anschlag auf das Leben des US-Präsidenten, bis hin zum Angriff auf eine amerikanische Großstadt durch einen nuklearen Marschflugkörper.

Da frage ich mich: Was kann jetzt noch in Staffel fünf und vor allen Dingen Staffel sechs (die bereits genehmigt ist) kommen?

Trotz der oben erwähnten Defizite, bleibt »24« auch in seinem vierten Jahr (oder besser »Tag 4«) das, was sie bisher ausgemacht hat: Ein Spielfilm über knapp 1008 Minuten, der auf eine Art und Weise zu unterhalten weiß, bei der der Zuschauer kaum Luft holen kann.

I swear, I did not request those script changes

Die Worte Howling Mad Murdocks vom A-Team klingen in mir nach, jedes Mal, wenn etwas schief geht.

Jetzt ist etwas schief gegangen. Eine fehlende Satzdatei verhindert den Druck von »Das Blutreich«. Statt Juni, wird der Roman wohl jetzt erst im Juli erscheinen.

Den Schuldigen, der das verbaselt hat, finde ich schon noch und dann gnade ihm und jedem seiner Knochen Gott.

Tintenhain

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