Archiv für den Monat November 2009

Der neue Dan Brown


Ich habe im Freundeskreis schon mal die Frage gestellt: 768 Seiten in fünf Jahren. Was hat der Mann in der Zwischenzeit gemacht?

Die Antwort war einhellig: Geld ausgeben.

Sicher, Dan Brown hat es nicht eilig. Nach Illuminati und Sakrileg, die beides Weltbestseller sind und den Tantiemen aus den Verfilmungsrechten, wird schon ein hübsches Sümmchen zusammengekommen sein, das zweifellos mit dem Wort "aussorgt" betitelt werden kann. Und das, obwohl der Gute bisher nur vier Bücher geschrieben und veröffentlich hatte (Digital Fortress (Diabolus), Deception Point (Meteor), Angels & Demons (Illuminati) und The DaVinci Code (Sakrileg)).

Eines vorab: das fünfte Buch aus der Feder Dan Browns, diesmal in wortlicher Übersetzung des Titels (Das verlorene Symbol – The lost symbol (Arbeitstitel The Solomon Key)) ist wieder ein echter Dan Brown und auch ein echter Robert Langdon Roman.

Einmal mehr gerät der Symbolologe Langdon in eine Kette von Ereignissen, die er weder bestellt hat noch aufhalten kann. Diesmal wird er unter falschem Vorwand seines alten Freundes und Mentors Peter Solomon von Boston nach Washington zu einem Vortrag im Kapitol gelockt. Kaum dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse, als sich der Anruf als falsch erweist und Solomons abgetrennte Hand in der Rotunde des Kapitols gefunden wird. Ein geheimnisvoller Mann namens Ma’lakh hat Solomon entführt und verlang von Langdon die Geheimnisse der Freimaurerpyramdie zu enträtseln, um die Alten Mysterien zu offenbaren.

Ab da geht die Hetzjagd quer durch Washington los. Wie einst Rom und Paris bietet Washington historisch mit seinen Bauwerken genügend Stoff für eine spektakuläre Reise der Mythen und Legenden, gerade mit dem Orden der Freimaurer im Hintergrund, denn auch die Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika gehörten dem Orden an.

Bei der Suche nach den Alten Mysterien, die die letzte Wahrheit offenbaren sollen und unermessliche Macht versprechen, für die die Menschheit noch nicht reif sein soll, muss Langdon diesmal sogar an seine Grenzen gehen und letzten Endes sterben.

Das verlorene Symbol ist wieder ein rasanter Pageturner, den Dan Brown aber durch die lange Bearbeitungszeit selbst ausgebremst hat. Die Rückblicke der Charaktere wie Langdon, Solomon, dessen Schwester Katherine oder dem Bösewicht Ma’lakh unterbrechen die Achterbahnfahrt immer an den unpassendsten Stellen. Flashbacks hat Brown bisher immer in die Romane eingebaut, doch dieses Mal stieg die Masse eher unangenehm auf.

Davon abgesehen ist der Roman nach knapp 700 Seiten eigentlich zu Ende. Der Höhepunkt ist da, alle Spannungsmomente lösen sich auf. Dennoch geht das Werk noch 70 Seiten weiter, auf denen Brown den Leser davon zu überzeugen versucht, dass die letzte Wahrheit … nun, das sollten Sie selbsts herausfinden, dennoch stößt auch dieser Anticlimax nach 700 Seiten sehr sauer auf. Man fragt sich, was jetzt noch spannendes geschehen kann, hofft auf eine Wende im allerletzten Moment oder einen unerwarteten Mitspieler. Nichts dergleichen.

Die Fakten werden aber wieder für sich sprechen: Browns Roman wird die Bestsellerlisten monatelang anführen. Eine Verfilmung wird unumgänglich sein.
Doch eine Bitte, lieber Dan Brown: Dies sollte der letzte Robert Langdon Roman gewesen sein. Bitte das nächste Buch etwas bodenständiger wie Diabolus oder Meteor und ruhig zweihundert Seiten weniger.

In der deutschen Fassung hat sich der Verlag Lübbe mächtig ins Zeug gelegt, um eine Übersetzung schnellstens zu realisieren. Statt einem Übersetzer wurde der Roman von einem ganzen Team übersetzt. Dank des doch zügigen Tempos ist kaum ein Stilbruch in den Übersetzungen zu sehen, wenn auch hin und wieder mal sich die Übersetzer nicht einig waren, ob es "das Blackberry" oder "der Blackberry" heißen sollte.

Diesen Übersetzungsgewaltakt lässt sich der Verlag auch großzügig entlohnen und bietet das Hardcover mit 768 Seiten für sage und schreibe 26 Euro an.
50 Mark für einen Roman dieses Umfangs sind schon ein Hammerpreis. Der Wettbewerb Kiepenheuer & Witsch legt bei gleichem Preis für den neuen Schätzing 1.200 Seiten gedrucktes Werk hin. Ja, natürlich ist Schätzing günstiger, da keine Lizenzen zu erwerben und keine Übersetzer zu bezahlen waren.

1.200 Seiten Schätzing in die S-Bahn mitzuschleppen ist mir allerdings zu schwer. Ich hoffe auf eine baldige E-Book Version von Limit.

 


Lahmer gehts nicht


Zum Weglegen war mir das ausgegebene Geld zu schade, aber die letzten dreihundert Seiten des Romans Jägerin der Dunkelheit ("Shadowgame") habe ich nur noch quer gelesen.
Christine Feehans Serie über die Schattengänger spricht Spannung, Wenden und Erotik.

Es geht um ein schief gelaufenes militärisches Experiment. Eine Gruppe Soldaten soll paranormale Kräfte entwickeln, das gelingt allerdings so gut, dass die Verantwortlichen aus Angst vor den Übermenschen das Projekt einstellen wollen. Die junge Wissenschaftlerin Dr. Lily Whitney findet heraus, dass ihr Vater bereits früher schon im Geheimen an der Leistungssteigerung des menschlichen Gehirns gearbeitet hat und dazu eine Gruppe kleiner Mädchen untersuchte – unter anderem Lily selbst. Mit ihrer Gabe kann sie den Soldaten als Anker und Ruhepol dienen.

Die Lage ändert sich rapide, als Lilys Vater umgebracht wird und erste Attentate auf die Soldaten verübt werden. Höchste Zeit auszubrechen.

Was sich im Klappentext spannend und interessant anhört ist in der Umsetzung ein endloses, langweiliges Geschwafel geworden. Immer wieder geht es um Lily und ihre Gedanken, Sorgen und Zweifel, die die Handlung kaum vorwärts bringen. Die Sexszenen in dem Roman sind inflationär und laufen immer wieder auf das Gleiche hinaus. Das kann J. R. Ward wesentlich besser.

Selbst die wenigen Actionsequenzen im Roman werden ständig durch Überlegungen der Protagonisten unterbrochen, sodass sie lahm und ohne Fahrt wirken. Im Reich der Dark Romance Novels ist Feehans Serie die schwächste, die ich bisher gelesen habe. Wiederholungsgefahr nicht gegeben.


Zum Nachdenken


Ich bin sehr pingelig, was den Ablauf des sogenannten Mindesthaltbarkeitsdatums anbelangt und werfe Lebensmittel, die dieses Datum überschritten haben, in der Regel weg. Sehr zum Entsetzen und Leidweisen meiner Freunde und Bekannte.

Ständig wäre ich auf den Passus mindest im Wort Mindesthaltbarkeitsdatum hingewiesen und dass die Lebensmitte mindestens bis zu diesem Zeitpunkt haltbar sind. Da helfen auch meine Gegenargumente nichts, dass ich des öfteren Brot hatte, das bereits drei Tage vor Ablauf des Datums und noch nicht mal geöffnet war, Schimmel angesetzt hatte. Ebenso abgepackter Käse oder noch geschlossene Joghurts.

Etwas klarer wird der Fall vielleicht, wenn Sie sich den Begriff des Mindesthaltbarkeitsdatum in anderen Ländern einmal anschauen. Egal ob Sie nach England, Frankreich oder die Vereinigten Staaten schauen, der Begriff ist dort ganz anders zu interpretieren:

Best before … gut bis
Expiring at … verfällt am
Consommer à … verbrauchen bis

Na?

Von gähnender Langeweile und atemloser Hatz


Es gibt zwei Lieblings-Science-Fiction-Serien, die für mich mehr Kultstatus genießen als beispielsweise Star Trek.

Die eine ist Stargate SG-1 mit ihrem Spin-off Stargate Atlantis. Die andere ist V.

Als die Stimmen über ein zweites Spin-off der Stargate-Serie laut wurden, war ich voller Hoffnung. Stargate Atlantis ging nach fünf Staffeln in Rente (TV Film ist im Dreh) und nun sollte eine neue Crew auf dem Bildschirm zu sehen sein.

Das Projekt heißt Stargate Universe, und wenn sich nicht bald und schleunigst die Marschrichtung ändert, wird es keine zweite Staffel geben. Ich kenne zwar die Einschaltquoten nicht, aber mir stellt sich allen ernstes die Frage: Wer will das sehen?

Die neue Storyline ist schnell erzählt. Auf einem fernen Außenposten enträtseln Wissenschaftler das Geheimnis des 10. Chevrons auf dem Stargate. Während sie von Goa’ould-Renegaten angegriffen werden können sie eine Verbindung herstellen und wagen den Sprung ins Ungewisse. Ein Wissenschaftlerteam, ein Senator mit seiner Tochter und einige SG-Marines unter dem Kommando von Col. Young entkommen zu einem unbekannten Ort. Sie entdecken, dass sie sich an Bord eines Raumschiffs der Antiker befinden – und damit beginnen ihre Probleme erst. Sie haben weder Energie, um von hier aus die Erde anzuwählen, stellen fest, dass sie in einer ganz anderen Galaxis herumkreisen und es ihnen an Luft, Wasser, Nahrung und Energie mangelt. Dazu kommt, dass das Schiff völlig autark arbeitet und sich nicht steuern lässt, sondern seinem vorprogrammierten Kurs folgt. Hin und wieder fällt es aus dem Hyperraum und gelangt in die Nähe eines mit einem Stargate ausgestatteten Planeten. Ein Countdown zeigt an, wie viel Zeit der Mannschaft zum Erkunden des Planeten bleibt, ehe das Schiff wieder in den Hyperraum springt.

Eine Mischung aus Star Trek Voyager und LOST. Aus dem Stoff, gepaart mit  den Ideen des Stargate Universums, hätte man jede Menge machen können. Was dabei nach 9 Folgen herausgekommen ist, ist bisher schlicht enttäuschend. In den bisherigen Folgen kümmern sich die Gestrandeten um jeweils ein neues Problem. Ist es zuerst die Luftversorgung geht es in der nächsten Folge mit dem Wasser weiter. Zwischendurch kann man Kontakt nach Hause aufnehmen über vier Alientelepathiesteine, die es einem ermöglichen, sein Bewusstsein mit einem Empfänger auf der Gegenseite auszutauschen, unabhängig von der Distanz.

Im Vordergrund der Handlung stehen bisher die Probleme der Menschen, die Streitigkeiten untereinander, der Wunsch, nach Hause zu kommen, die Verzweiflung, kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. So plätschert eine Folge nach der nächsten einfach dahin, ohne überhaupt nur ein Anzeichen von Spannung aufkommen zu lassen. Lediglich die 8. Folge ließ etwas Abwechslung aufkommen, als das Team auf einem Planeten niedergemetzelt wurde und dies aus den Aufzeichnungen eines Kina (fliegende Kameras und Aufzeichnungseräte der Antiker) erfährt und somit resümiert, dass dies in der Vergangenheit stattgefunden haben muss und doch gleichzeitig eine Zukunft ist, die noch nicht eintrat.

Wenn nicht bald was passiert, wird sich die Serie m.E. selbst begraben. Da muss eine 180 Grad-Wende mit Spannungselementen rein. Das Deprigeschwafel der Protagonisten zieht die Zuschauer eher herunter und versuracht nichts als Langeweile und … Langeweile.

Ganz anders der Neuaufguss von V. Wie bei der Battlestar Galactica Serie gibt es hier in erster Linie keine Fortsetzung, sondern einen sogenannten Reboot der Serie. Die Grundidee ist dabei gleich: Eines Tages erscheinen über 29 der größten Städte der Erde riesige elipsoide Raumschiffe die über eine holografische Botschaft verkünden: We are at peace. Always.

Das, was in der ursprünglichen Serie der 80er langsam aufgebaut wurde, wird hier gleich in der 40-Minuten-Pilot-Folge abgefackelt. Am Ende der Episode weiß der Zuschauer, dass die Aliens Reptilien in Menschengestalt sind, dass sie seit Jahrzehnten bereits unerkannt unter den Menschen leben, um diese auszuspionieren und dass die Besucher aus dem All alles andere als "peaceful" sind, sondern einen Plan verfolgen.

Der Widerstand besteht zunächst aus der FBI-Agentin Erica Evans (Elizabeth Mitchell), dem Priester Jack Lowery (Joel Gretsch) und dem getarnten Besucher Ryan (Morris Chestnut). Was in der Pilotfolge vollgestopft wirkte, entspannte sich in der zweiten Episode sehr stark, dennoch ging auch dort die Story weiter und der Widerstand formiert sich. Bereits in der dritten Episode spielt die 5. Kolonne der Besucher eine Rolle und in der vierten Episode enthüllt Anna am Ende, dass dies erst der Anfang ist, während die Kamera auf eine gigantische Raumschiffflotte umschwenkt, die im Anflug auf die Erde ist.

Was bei Stargate Atlantis an Spannung fehlt, ist bei V fast schon im Übermaß vorhanden. Momentan scheint es, als würden die Autoren in wenigen Folgen den Weg zu einem Zustand aufzeigen, der zuletzt in der alten Serie herrschte: Eine von den Besuchern übernommene und kontrollierte Erde. Um danach die Story zu erzählen, die ihnen tatsächlich unter den Nägeln brennt.

Ich hoffe, ich liege mit dieser Prognose richtig. Jetzt heißt es leider erst einmal "Herbstpause", was nach nur vier gesendeten Episoden grausam ist, denn die fünfte Folge wird erst wieder im März über die amerikanischen Mattscheiben … pardon, TFT und LCD Fernseher flimmern.

Ein Ping


Hier mal ein kleines Ping von mir, damit Sie wissen, dass ich noch da bin.

Mein Schädel dröhnt ob der Erkältung, die ich mir eingefangen habe, noch immer und ich bin ziemlich schwach auf den Beinen. Dan Browns "Verlorenes Symbol" habe ich heute ausgelesen und gleich mit dem 11. Roman von Jessica R. Wards Black Dagger-Reihe angefangen. Leider hält sich Dank der Erkältung die Kreativität in Grenzen und ich komme bei Vampir Gothic nicht so weiter wie gewünscht.

Weiter geht es auf jeden Fall, jeden Tag nur etwas schleppender, als ich es vorhatte. Alena und Elmar sind mittlerweile in New York angekommen. Klotzen, nicht kleckern, daher gibts auch eine Übernachtung im Sheraton Hotel & Towers, 811 7th Avenue, Ecke 53ste. Her ein Vorgeschmack:

Die Rezeption bestand
aus einem gewaltigen Tresen hinter dem vier Concierges ihren Dienst versahen.
Etwas abseits davon stand ein einzelner Schreibtisch mit zwei luxuriösen
Sesseln davor. Offenbar der Empfang für Besitzer der Starwood Preferred Guest-Karte. Elmar wollte
zunächst gleich diesen Tisch ansteuern, als er es sich anders überlegte. Er
ging mit Saskia im Schlepptau zum Tresen und wartete, bis ein jüngerer Mann,
dessen Schalter frei war, den Kopf hob und ein strahlendes Zahnpastalächeln
aufsetzte.

„Guten Tag, Sir. Was
kann ich für Sie tun?“

„Wir haben eine
Verabredung mit einer Bekannten“, sagte Elmar. „Sie müsste bereits gestern hier
eingetroffen sein. Würden Sie bitte einmal nachschauen, welche Zimmernummer sie
hat?“

„Gerne. Wie ist der
Name?“

„Alena Labastida.“

„Wie bitte?“

Elmar seufzte.
„La-ba-sti-da.“

„Oh, Entschuldigung.
Spanisch, richtig?“

„Eher Portugiesisch,
aber ich glaube auf den Unterschied legt sie nicht so viel Wert.“

Der Concierge tippte
den Namen in seinen Computer. Er runzelte die Stirn und vergewisserte sich bei
Elmar noch einmal, ob er die Schreibweise richtig verstanden hatte. Dann
schüttelte er den Kopf.

„Es tut mir Leid, Sir,
aber unter diesem Namen kann ich keinen Eintrag finden.“

„Nicht? Schauen Sie
doch bitte …“ Ein Zupfen an seinem Ärmel unterbrach Elmar. Er drehte sich um
und ließ sich von Saskia außer Hörweite des Rezeptionisten ziehen.

„Was ist denn?“

„Vielleicht hat sie
unter falschem Namen eingecheckt“, sagte Saskia. „Sie weiß von der Rückkehr der
Vampire, und ziemlich viele von denen kennen ihren Namen. Wäre ziemlich unklug
von ihr, wenn sie dann hier ihre wahre Identität preisgeben würde, oder?“

Elmar schürzte die
Lippen. „Das muss ich dir sogar Recht geben.“ Er kehrte zum Tresen zurück und
räusperte sich. Als der junge Mann wieder aufsah, sagte Elmar: „Vielleicht hat
sie ja auch eine Nachricht für uns hinterlegt. Könnten Sie bitte einmal
schauen, ob Sie etwas für Elmar Fuchs oder Saskia haben?“

Der Concierge verzog
einen Mundwinkel, beugte sich jedoch wieder über seine Tastatur und gab die
Namen ein.

„Ah ja, hier ist
tatsächlich etwas für einen Mister Fu … Fox.“

„Fuchs.“

„Eine Nachricht von
Frau Rafaela Behrmann.“

Elmar lächelte und sah
in Saskias Richtung. Auch deren Blick hellte sich auf, als sie den vertrauten
Namen einer verstorbenen Seelenkriegerin hörte.

„Die Dame erwartet Sie
in ihrer Suite“, fuhr der Rezeptionist vor. „Ich muss Sie allerdings anmelden,
Sir.“

Elmar nickte.

Der Mann hinter dem
Tresen griff zum Telefonhörer und wählte eine Nummer. Es dauerte eine geraume
Weile, bis am anderen Ende abgehoben wurde. Elmar sah, dass der Concierge kurz
davor war, aufzulegen und ihnen bedauerlicherweise mitzuteilen, dass der
Hotelgast zurzeit nicht anwesend sei. Doch dann atmete der Mann auf und
wechselte ein paar kurze Worte mit dem Teilnehmer am anderen Ende.

Als er auflegte reichte
er Elmar eine Plastikkarte im Scheckkartenformat. „Für den Aufzug“, sagte er.
„Dreiundzwanzigster Stock, Zimmer 23505.“

„Danke.“ Elmar nickte
zu Saskia mit dem Kinn in Richtung Aufzüge und ging los. Von den vier
Expressfahrstühlen befand sich einer auf Loungeniveau und öffnete seine
gläsernen Türen, nachdem Saskia den Rufknopf gedrückt hatte. Aus der Kabine
drang sanfte Instrumentalmusik. Elmar machte eine einladende Geste und ließ
Saskia den Vortritt. In der Kabine schob er die vom Concierge überlassene Karte
in den Schlitz unter den Rufknöpfen und gab dann die Ziffer 23 über ein Paneel
ein. Die Türen schlossen sich. Sanft setzte sich der Lift in Bewegung.

Während sie sich
anschwiegen zogen die Stockwerke an ihnen vorbei. Als sie den Zwanzigsten
passierten, wurde es Elmar zu unangenehm. Er holte tief Luft und räusperte
sich, doch bevor er ein Wort von sich geben konnte, hob Saskia eine Hand.

„Du brauchst nichts zu
sagen. Wir gehen da rein, Alena versucht mich zu heilen und ich bin weg. Okay?“

Elmar atmete noch
einmal tief durch. „Ich … äh … wie du meinst, aber denkst du nicht …“

„Nein.“ Saskia
schüttelte den Kopf. „Der ganze Rest ist euer Bier. Rettet die Welt. Du und
Alena. Für mich ist das eine Nummer zu groß.“

Elmars Hand schoss vor
und drückte den Nothalt. Die Kabine ruckte und blieb stehen. Saskia blickte ihn
wütend an.

„Was soll das?“

„Jetzt hör mir mal zu.“
Elmars Stimme war lauter, als geplant. Er schluckte und stieß den Atem aus. „Du
hast mit der ganzen Sache hier angefangen, erinnerst du dich. Du hast Buffy
gespielt …“

„Ich sagte, ich hasse
…“

„Spielt doch keine
Rolle!“, fuhr Elmar dazwischen. „Du musstest die Vampirjägerin rauskehren. Nach
allem, was Alena über dich erzählt hat, warst du in der Dunkelsphäre eine
herausragende Kriegerin. Ich will dir daher auch keine Qualitäten absprechen.
Du steckst seelisch sogar den Angriff des Schattens weg, aber kaum haben wir
eine Krise, schaltest du auf stur und willst aussteigen.“

„Ich …“ Saskia zeigte
auf sich und runzelte die Stirn. Die Überraschung wich bloßem Zorn. Sie stemmte
die Hände in die Hüften. „Ich schalte
auf stur? Was heißt hier, kaum haben wir eine Krise? Es geht hier nicht um
einen Ehestreit oder so was, Fuchs. Hast du schon vergessen, dass du mich umbringen wolltest?“

Ein Knistern erklang in
einem kleinen Lautsprecher neben dem Tastenpaneel des Lifts. Kurz darauf
meldete sich eine Stimme.

„Hier spricht der
technische Dienst. Sie haben den Aufzug angehalten. Ist bei Ihnen alles in
Ordnung? Drücken Sie bitte zum Sprechen die rote Taste.“

Elmar ignorierte die
Aufforderung. „Ich hab versucht, dir zu erklären, was da vorgefallen ist.“

„Oh ja. Du hast eine
Entscheidung getroffen. Du wolltest mich opfern, damit du leben kannst. Sehr
gentlemanlike, wirklich Elmar.“

„Herrschaften?“, fragte
die Stimme aus dem Lautsprecher erneut.

„Herrgott.“ Elmar
drückte die Taste. „Hier ist alles in Ordnung. Ich habe einen Jackenärmel
zwischen den Türen eingeklemmt. Hab ihn aber sofort wieder raus. Es geht gleich
weiter.“

„Verstanden, Sir. Wenn
Sie Hilfe brauchen …“

„Alles bestens, danke.“
Elmar legte seinen Daumen auf das Eingabefeld und drückte noch einmal die
Ziffern zwei und drei. Der Fahrstuhl setzte sich wieder in Bewegung.

„Okay, du hast Recht.
Ich hätte mich von den Schatten aufsaugen und van Hornes Rat ignorieren können.
Ist es das, was du hören willst?“

Fußball, Kopfball, Lichtball


Quizfrage:
Was haben ein verlorenes WM-Qualifikationsspiel, eine Erkältung und eine Schreibtischlampe gemeinsam?

Antwort:
Frust

Eine knapp zwei Monate hinausgezögerte Erkältung hat letztendlich doch ihren Willen durchgesetzt und sich bei mir eingenistet. Das Resultat, ein Kopf, der sich anfühlt, als würde ständig Fußball darin gespielt, immer wieder kräftig gegen den Ball getreten.

Kopfzerbrechen bereitet auch die Niederlage der algerischen Nationalmannschaft in Ägypten. Ja, in dem Wort Fan steckt das Wort Fanatismus, aber haben Sie jemals einen Star Wars Fan einen Trekkie aus einer Luftschleuse werfen sehen, nur weil ihm seine Gesicht nicht passte?

Bei Fußball ist alles krasser. Da kommt es schon mal zu Ausschreitungen. Die algerische Mannschaft wurde bereits vor dem Spiel in Ägypten belästigt, beleidigt, mit Steinen und Flaschen beworfen und teilweise Spieler verletzt. Dennoch spielten sie, verloren – und die Algerier daheim wurden wütend und schworen den Ägyptern Rache.

Selbst auf unserer Baustelle blieb das nicht ohne Folgen. Eingeworfene Bürofenster, verwüstete Inneneinrichtungen – da macht das Arbeiten keinen Spaß mehr. Aus Sicherheitsgründen liegt die Arbeit dort erst einmal bis zum Wochenende brach. Na wer weiß, morgen ist das Wiederholungsspiel im Sudan, falls Algerien verlieren sollte, könnte die Lage eskalieren.

Zu guter Letzt musste ich mich noch mit meiner Schreibtischlampe herumschlagen. Das gute Tchibo-Produkt hat mir bisher seit vier Jahren treue Dienste und Licht gespendet, auch wenn ich durch meine indirekte Beleuchtungswahl von dem angepriesenen "Tageslichtersatz" keinen Gebrauch mache. Besagte Lampe besitzt eine energiesparende Leuchtstoffröhre und, damit der Sockel wie bei früheren Halogenlampen nicht zu heiß wird, einen externen Transformator zum Umwandeln des Stroms. Sie hängt an derselben Steckdose wie PC, Bildschirm, Drucker. Normalerweise schalte ich alle Geräte gleichzeitig ein oder aus, doch es kommt schon mal vor, dass ich den Rechner vor sich hin arbeiten lasse, während ich mich derweil mit anderen Dingen beschäftige und nicht am Arbeitsplatz sitze. Wozu also die Schreibtischlampe brennen lassen?

Knips.

Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte. Das typische Bimmeln von Windows zum Entfernen angeschlossener USB-Geräte ertönte. Zwei Festplatten und der USB-W-LAN-Stick waren plötzlich abgemeldet. Das passierte mehrmals. An die Lampe dachte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal, bis sich das Phänomen heute Morgen wieder einstellte. Da blieb nur noch eins übrig: Die Lampe an eine andere Steckdose hängen.

Es scheint jetzt problemlos zu klappen.

Aber es gibt nicht nur Frustiges, sondern auch Gutes zu berichten.
Oder, wie Herr Storm es heute Morgen formulierte: Herr Kay, ich habe gute Nachrichten.
Oh, schön. Was denn?
Guten Morgen erstmal.
Oh ja, das ist wirklich eine gute Nachricht Smiley

Derweil befindet sich Alena auf dem Weg nach New York, Elmar Fuchs weilt in England und Robert Langdon hat sich in der Washington Cathedral verkrochen.
Am Ende gewinnt das Gute. Auch in diesem Jahrtausend!

So long, Vista!


Man könnte auch Hasta la Vista sagen 😉

Heute traf die Windows 7 Upgrade DVD meines Computerherstellers ein. Nach Datensicherung, Upgrade und Rückspielen der gesicherten Dateien (ungefähr 2 Stunden und 20 Minuten Dauer) befindet sich nun auch auf meinem letzten Rechner Windows 7 und alle Spuren von Windows Vista sind beseitigt.

Lediglich mein Netbook arbeitet noch mit Windows XP, das allerdings auch drauf bleiben wird, denn Win 7 Lizenzen sind nicht billig, zumal ich spätestens im März nächsten Jahres noch mein Notebook vom Release Candidate auf die finale Version updaten bzw. einen Lizenzschlüssel erwerben muss.

Auf jeden Fall ist das Umrüsten etwas, auf das man anstoßen kann. Vorbei sind die ewig langen Boot-Zeiten von Windows Vista. Vorbei sind die Zeiten der Speicherressourcenfresser, vorbei sind die langen Programmladezeiten, vorbei sind die Abstürze, wenn ein USB-Gerät zu früh entfernt oder angehangen wird. Das sind schon mal die wichtigsten Aspekte. Aber auch das Arbeiten mit der neuen Taskleiste macht einfach Spaß.

Und Vista, was ich dir noch mit auf den Weg geben wollte. Zwei Jahre warst du für mich mehr schlecht als recht da. Du sahst chic aus, aber Schönheit allein reicht nicht, du brauchst auch Verstand. Du kannst das Auto haben und das Geschirr, meinetwegen auch das Haus und den ganzen Planeten, aber wir sind von jetzt an geschiedene Leute 😉

Tintenhain

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