J. R. Ward – Ein Engel auf Erden


Ja, ja, die Überschrift ist etwas verwirrend. Ob Jessica Bird aka J.R. Ward ein Engel auf Erden ist, weiß ich nicht, ich weiß aber, dass sie es verdammt nochmal versteht, gute Geschichten zu erzählen.

Frau Ward hat zwar auch drei Liebesromane verfasst, bekannt, berühmt ist sie aber durch ihre Vampirserie Black Dagger geworden, die inzwischen ein dynamisches Eigenleben entwickelt hat und sich einer großen Fangemeinde rühmen kann – so groß, dass es bereits einen großen Führer durch die Serie als Gadget für die Fans gibt.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen in neue Bücher von Frau Ward – und sicherlich hat jeder Black Dagger Fan sofort zugegriffen, als er hörte, dass Frau Ward etwas ganz neues rausbringt.

Die Rede ist von der neuen Serie der "Fallen Angels". Band 1 ist im Original unter "Covet – A novel of the Fallen Angels" erschienen. Auf Deutsch nennt Heyne die Serie direkt "Fallen Angels" und den ersten Roman schlicht "Die Ankunft".

In "Die Ankunft" geht es zuerst um Jim Heron, einem Bauarbeiter, der das Pech hat unwissentlich mit der Verlobten seines Chefs zu schlafen und durch einen elektrischen Schlag auf der Baustelle getötet zu werden. Jim erwacht vor der Himmelspforte, begegnet dort vier älteren Herrn im Golfer-Outfit und einem Hund. Die Herren eröffnen ihm, dass er dazu bestimmt ist, als Gefallener Engel wieder zur Erde zurückgeschickt zu werden und sieben Menschenleben, die die sieben Erbsünden begehen werden, zu retten.

Jims erster Fall führt ihn zu dem Bauunternehmer Vin di Pietro, der auch gleichzeitig sein Boss war. Vin lebt in Habsucht, ohne ein wirkliches Gefühl zu zeigen. Er steht ganz im Bann seiner Verlobten Devina, die allerdings etwas ganz anderes ist, als sie vorgibt. Erst als Vin der Prostituierten Marie-Therese in einem Club begegnet, ändert sich plötzlich seine Einstellung zum Leben.

Devina, in Wahrheit ein Dämon und damit Jims Widersacherin, setzt alles dran Vin für sich zu beanspruchen.

Wer glaubt, Fallen Angels knüpft da an, wo Black Dagger endet, sieht sich nach der Lektüre des Romans sicherlich enttäuscht. Fallen Angels ist anders als Black Dagger. Es fehlt die Action, die Mystik hält sich in Grenzen. Fallen Angels wirkt wie die Metal-Version der Fernsehserie "Ein Engel auf Erden" mit Michael Landon. Zwar gibt es böse Buben (und Mädchen) und auch Morde, doch das alles hält sich auf 582 deutlich in Grenzen. Im Vordergrund stehen die Menschen. Auf drei Haupthandlungsebenen erzählt Ward von Jim (der sich als untergetauchter BlackOps Spezialeinheitsoldat entpuppt) Marie-Therese (die mit ihrem Sohn unter falschem Namen lebt, weil sie auf der Flucht vor ihrem Exmann ist) und Vin (der eine dunkle Vergangenheit hat).

Um die Black Dagger Leser dennoch gnädig zu stimmen oder in die neue Romanserie einzustimmen, siedelt Ward die Fallen Angels ebenso im fiktiven Caldwell, NY an, wie ihre Vampirgeschichten. Damit nicht genug, zumindest Phury und Butch O’Neil haben einen Gastauftritt, als sie Marie-Therese in der St. Patrick’s Cathedral über den Weg laufen. Und ein alter Bekannter aus der Black Dagger Serie, der Vampir Trez, ein Leibwächter von Rhevenge, hat sich selbstständig gemacht und leitet den Fetisch-Nachtclub "Iron Mask".

Trotz der fehlenden Action schafft es Ward allein durch die Darstellung der glaubwürdigen Charaktere und die lebendige Erzählung die Story in Gang zu halten, auch wenn man diese getrost auf 300 Seiten hätte kürzen können.



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