Wake me up – Alan Wake schläft ein


Ich habe mich gestern Abend mal für zwei Stunden in die Polster gelümmelt und Alan Wake bis zum zweiten Kapitel gespielt.

Worum geht’s?

Der Thrillerautor Alan Wake hat seit zwei Jahren eine Schreibblockade und macht mit seiner Frau Alice Urlaub in Bright Falls, einer Kleinstadt irgendwo im Nirgendwo. Kaum angekommen verschwindet Wakes Frau auf unerklärliche Weise. Wake selbst wacht in einem Fahrzeugwrack auf, ohne zu wissen, wie er dorthin gekommen ist. Auf der Suche nach Hilfe irrt er durch den Wald und wird von Besessenen attackiert. Sein einziger Verbündeter ist das Licht, das sporadisch in Form von generatorbetriebenen Lampen am Wegesrand leuchtet. Nachdem Wake herausgefunden hat, dass er die Finsternis aus den Besessenen durch intensives Beleuchten mit einer Taschenlampe kurzzeitig vertreiben kann, um sie anschließend mit dem gefundenen Revolver oder einer Schrotflinte zu erschießen, macht Wake sich auf den Weg zu einer verlassenen Tankstelle.

Hin und wieder findet er Manuskriptseiten von seinem nächsten Roman, den er jedoch noch gar nicht geschrieben hat. Und die Auszüge vermitteln ihm, dass der Roman von ihm selbst handelt. Immer wieder liest er auf der nächsten Manuskriptseite, was gleich geschehen wird.

Wake wird von dem Sheriff im Wald gefunden, doch der Autor fürchtet, dass man ihn zwangseinweisen wird, wenn er von Besessenen erzählt, die er erschossen hat. Wake wartet auf seinen Agenten und Freund Barry, der ebenfalls in Bright Falls eintrifft. Dann erreicht ihn der Anruf des Entführers seiner Frau und fordert ihn auf, ihn um Mitternacht am Lover’s Peak zu treffen, wenn er Alice lebend wiedersehen will.

Zugegeben, durch die Musik und Geräuscheffekte im dunklen Wald war es schon etwas gruselig. Aber damit erschöpft sich das Spiel auch schon fast, denn das, was vom Gameplay her zu tun ist, lässt sich auf ein Minimum reduzieren: Gegner mit einer Taschenlampe anleuchten und erschießen.

Die Interaktivität bei Tageslicht beschränkt sich in einem Filmszenario darauf, genau das zu tun, was man tun soll. Schalte die Kaffeemaschine ein, heißt genau das. Tut man es nicht, kommt man nicht weiter.

Trotz der dichten und schönen Psychothriller-Story die einen guten Film oder Roman abgeben könnte, verliert Alan Wake bei der Komplexität. Statt Rätsel zu raten, kniffelige Lösungen zu finden, stolpert der Spieler durch eine sehr geradlinige Story. Immer hübsch einen Schritt nach dem anderen. Keine offene Welt, in der man hingehen kann, wohin man will.

Warum das Entwicklerteam über fünf Jahre brauchte, um das Spiel zu veröffentlichen, ist mir schleierhaft. Mehr Abenteuerflair bei einem ähnlich interaktiven Szenario gibt es beispielsweise bei Tomb Raider Underworld, das alleine schon durch die unzähligen Handlungsmöglichkeiten von Lara Croft und bei Tageslicht eine mindestens genauso malerische, vielleicht sogar schönere Landschaft bietet, als Alan Wake.

Pro:

– Story an sich ist schön. Könnte einen guten Psychothrillerroman oder Film abgeben.

– Sound ist schön. Musik gruselig.

– Grafik malerisch, aber nicht zeitgemäß. Battlefield Bad Company 2 sieht von der Umgebung her realistischer aus.
– Lichteffekte sind schön aber ähnliches gibt es auch bei Tomb Raider Underworld (siehe Con)

Con:
– Lichteffekte ziehen zu viele Artefakte nach.

– Das Gameplay liegt zwischen interaktiver Film und 3rd Person Shooter. Der Interaktivitä beschränkt sich jedoch darauf genau das zu tun, was man als nächstes tun soll, um weiterzukommen.  Das Herumirren im Wald beschränkt sich darauf, finstere besessene Gestalten mit der Taschenlampe anzuleuchten und sie dann zu erschießen.

Nach der langen Entwicklungszeit hat sicherlich jeder deutlich mehr erwartet. Schade, dass nur ein äußerst kurzweiliges und fragliches Vergnügen dabei herausgekommen ist.







Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Tintenhain

Bücher, Rezensionen, Lesungen, Reviews

GOLDENDOTS

FASHION, TRAVEL & LIFESTYLE BLOG

Platincoin - Die Zukunft ist jetzt!

1+1 = 11. Mit Kryptowährung zum Erfolg

Produkttestseite

Produkttests, Dinge aus dem Leben und alles was mir sonst so einfällt...

Produkttestseite

Produkttests, Dinge aus dem Leben und alles was mir sonst so einfällt

Esst mehr Kuchen

Kuchen. Törtchen. Kekse. Mjamm

g4dg3t

Rund um Apple, Technik, Lifestyle und iNet.

The Häxler - Rezensionen aller Art

Rezesensionen zu Büchern, Filmen und vielem mehr...

alishabionda

A great WordPress.com site

Timo Kümmel

Illustrator und Schmierfink

catveldmaus

Ölmalerei, Acrylmalerei und Fotografie.

Roe Rainrunner

Rainrunning at its finest

Atlantis Verlag

Das Phantastische Buchprogramm

die Kuchenbäckerin

Herz. Hirn. Charme. Schnauze.

Der Honigmann sagt...

Der etwas andere weblog...

Depression und die Medien

Beispiele aus, in und um das Internet

%d Bloggern gefällt das: