Kein Happy Ending für Samuel Carver


Der Covertext von Tom Cains Debutroman »Target« spricht für sich:

00:19 – Ein Mercedes fährt vor dem Ritz in Paris ab.

00:25 – Der Wagen verunglückt in einem Tunnel.

03:37 – Drei Menschen werden für tot erklärt.

03:38 – Samuel Carver begreift, dass man ihn reingelegt hat.

Samuel Carver, Ex-Marineinfanterist der Royal Navy und des Special Boat Service ist ein Auftragskiller. Er kennt seine Auftraggeber nicht, sie ihn nicht. Er tötet in dem Gewissen, schlechte Menschen zu liquidieren, die auf legalem Weg bisher immer ein Schlupfloch fanden und nicht behelligt werden konnten.

Sein neuester Auftrag führt ihn nach Paris wo er einen Terrorist aus dem Weg räumen soll. Der Plan ist einfach, denn es soll wie ein Unfall aussehen. Zuvor beordert ihn sein Kontakt Max jedoch zu einem Apartment, das Carver mit Sprengfallen versehen muss. Nur für den Fall, dass das Opfer bei dem Unfall nicht stirbt.

Carver muss zum Anschlagszeitpunkt lediglich den Fahrer einer Limousine mittels Laser blenden, damit dieser die Kontrolle über das Fahrzeug verliert. Nach getaner Arbeit wird Carver jedoch plötzlich angegriffen und liefert sich in der Pariser Kanalisation einen Kampf mit dem Attentäter Kursk, der auf einem Motorrad zusammen mit seiner Partnerin Paparazzi gespielt hat, um den Fahrer des Unfallwagens zu überhöhter Geschwindigkeit zu nötigen und unvorsichtig werden zu lassen.

Carver kann Kursk besiegen und spürt anschließend dessen Partnerin Aleksandra Petrowa auf. Bald wird klar, wer in dem Unfallwagen gesessen hat. Und dass auch Kursk und Petrowa hereingelegt wurden, denn die Wohnung, die Carver zuvor mit Sprengstoff präpariert hat, gehörte nicht dem vermeintlichen Terroristen, sondern war Schlupfloch des Attentäterpärchens.

Petrowa tut sich mit Carver zusammen, denn wenn ihre Auftraggeber erfahren, dass sie überlebt haben und ihnen klar wird, dass die Prinzessin von Wales in dem Unfallwagen saß, wären sie auf keinem Ort der Welt mehr sicher. Deshalb müssen sie ihre Auftraggeber zuerst finden, doch die sitzen ihnen bereits im Nacken.

Tom Cains Roman ist ein ausgezeichneter Actionthriller mit anfangs atemberaubenden Tempo, das jedoch in der Mitte nachlässt. Dennoch lohnt sich der Roman auch bis zum Ende doch, das allerdings kein Happy Ending bereithält und den Helden ziemlich übel dastehen lässt. Der Aufhänger des Romans, Prinzessin Dianas Tod in Paris, ist für die Story eigentlich irrelevant. Hier hatte Cain wohl eine Verschwörungsidee, die sich nach der Lektüre jedoch als vollkommen austauschbar herausstellt.

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