Cyber Monday auf Amazon – Erfolg oder Kundenfang?

Die Antwort kann man sich sicherlicher selbst beantworten, denn jedwedes Einstellen von Angeboten, sei es im Internet oder im Wochenprospekt für den Supermarkt, zielt darauf ab, potenzielle Kunden in den Laden bzw. in den Internetshop zu locken.

Während Sie also sehnsüchtig auf das nächste Angebot des Cyber Mondays warten, werden Sie vor lauter Langeweile beginnen zu stöbern und vielleicht dies Eine oder das Andere entdecken, das sich ganz plötzlich (so wie der Wintereinbruch heute) in ihrem Warenkorb wiederfindet, und von dem Sie überhaupt nicht wissen, wie es dorthin gelangt sein könnte. Natürlich besteht die Möglichkeit, es wieder herauszunehmen, aber … ach, wo es doch schon mal drin ist …

Cyber Monday auf Amazon sollte in einer Vorabstimmrunde festlegen, welche Produkte heute zu extrem günstigen Preisen innerhalb einer bestimmten Zweistundenfrist auf Amazon.de angeboten werden. Optisch gesehen waren sicherlich Superschnäppchen dabei. Eine PS3 Konsole von 299 Euro auf 177 gesenkt. Ein Motorola Smartphone von 359 Euro auf 222. Das lässt sich hören.

Doch wie realistisch waren die Verkäufe überhaupt? Amazon hat nirgendwo angegeben, wie viele Stückzahlen von dem jeweiligen Produkt zur Verfügung stehen.

De facto wurden die Lagerbestände Amazons nicht leergeräumt, denn nachdem die Website verkündete „Ausverkauft“ waren die entsprechenden Produkte für den gewöhnlichen Preis ganz normal „auf Lager“ verfügbar.

Das riecht nicht nur, sondern stinkt sogar nach unlauterem Wettbewerb.

Da es keinen Beweis gibt, ob tatsächlich überhaupt etwas verkauft wurde, könnte man hier sogar eine nette Verschwörungstheorie spinnen. Denn seien wir mal realistisch: Ganz gleich, nach welchen Kriterien Amazon eines der vergünstigten Produkte als „ausverkauft“ markiert hat, niemand der Besteller hatte Zeit, über einen normalen Bestellvorgang einen Kauf abzuwickeln, denn bereits nach zwei Minuten (sic!) waren alle vier Artikel der 16 Uhr Preismarke ausverkauft.

Wenn nur einige wenige Produkte zum Verkauf standen und die Bestellung via 1-Click abgewickelt wurde, besteht da sicherlich eine Chance, nicht aber bei dem üblichen Prozedere Dinge in den Warenkorb zu legen, das Sicherheitspasswort einzugeben, die Bezahlart und Versandmethode auszuwählen und die Bestellung abzuschicken.

Da waren meiner Meinung nur minimale Produktbestände vorhanden oder eben gar keine und die ganze Aktion diente nur dazu, potenzielle Käufer auf die Website zu locken.

Einen „Nur solange der Vorrat reicht“-Vermerk konnte man auch nirgendwo finden – was sich ohnehin mit den noch bestehenden Lagerbeständen, die nach dem „Ausverkauf“ noch immer vorhanden waren, beißt.

Cyber Monday in der Form? Brauch ich nicht, da warte ich lieber, bis die Preise von selbst purzeln.

Und das tun sie bei Amazon ja häufig.

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5 Kommentare zu “Cyber Monday auf Amazon – Erfolg oder Kundenfang?

  1. S. Schmidt 30. November 2010 um 16:22 Reply

    „Denn seien wir mal realistisch: Ganz gleich, nach welchen Kriterien Amazon eines der vergünstigten Produkte als „ausverkauft“ markiert hat, niemand der Besteller hatte Zeit, über einen normalen Bestellvorgang einen Kauf abzuwickeln, denn bereits nach zwei Minuten (sic!) waren alle vier Artikel der 16 Uhr Preismarke ausverkauft.“

    Die Abwicklung hatte auch bis 24 Uhr Zeit. Es genügte, den Artikel in den Warenkorb zu legen, damit war er dann reserviert.

    Doch wieviele der vielen tausend Kunden kamen überhaupt dazu? 10%, 5% oder gar nur 1% oder weniger?

    • Martin Kay 30. November 2010 um 16:57 Reply

      Dankeschön für die Hinweise. Ich habe mir dieses Nutzervideo bei ZDnet mal angschaut. Der gute Mann hatte direkt nach Freischaltung auf „Kaufen“ gedrückt, doch der Vorgang endete bis zum „Ausverkauft“ in einer Warteschleife.

  2. S. Schmidt 30. November 2010 um 16:25 Reply

    „Einen „Nur solange der Vorrat reicht“-Vermerk konnte man auch nirgendwo finden – was sich ohnehin mit den noch bestehenden Lagerbeständen, die nach dem „Ausverkauf“ noch immer vorhanden waren, beißt.“

    DOch, unter den Angebotsbedingungen war von einem begrenzten Vorrat die Rede.

    Somit war klar, dass die Produkte nicht für volle zwei Stunden verfügbar sein würden. Dass aber praktisch schon nach einer Sekunde alles ausverkauft würde, war für niemanden absehbar, da die Stückzahlen nicht angegeben worden waren). Hierin liegt das eigentliche Ärgernis: die Weckung falscher Kundenerwartungen.

  3. Thomas Sch. 1. Dezember 2010 um 14:08 Reply

    Ich fand es auch sehr fragwürdig, wieso alle Aktikel so schnell ausverkauft waren.
    Allerdings muss ich sagen, dass ich bei meinen drei (!) Artikeln (Adobe Photoshop Elemets 9, Alien-BluRay-Box, OralB-Zahnbürste), die ich haben wollte, auch einen Zuschlag erhielt… Warum es immer klappte? Keine Ahnung…

  4. Devon 1. Dezember 2010 um 14:48 Reply

    Das es schwierig werden würde, ein Schnäppchen zu bekommen – das war mir schon klar. Dass dann aber die Angebote nur zu bestimmten Uhrzeiten zur „Verfügung“ standen, das war schon echt „fragwürdig“. Die ganze Cyber-Aktion fand ich im Vorfeld schon so „fragwürdig“, dass ich sie schon gar nicht in meinem Amazon-Blog (http://snake2cake.blogspot.com/) aufgenommen habe. Es geht halt nichts über den „Deal der Woche“ – die Artikel sind („nur“) etwas günstiger, dafür aber ausreichend verfügbar. Im Großen und Ganzen war die ganze Aktion für mich recht frustrierend, 4 Personen saßen per Telefonkonferenz am PC und haben mitgefiebert + geklickt – niemand von uns hat auch nur ein einziges Produkt zum Specialprice bekommen 😦

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