Geschichten aus dem Nähkästchen

Neulich fragte mich eine Kollegin, ob ich denn nicht Menschen beobachte, um dann über sie zu schreiben und quasi „Geschichten, die das Leben schrieb“ schreiben würde.

Ich verneinte, denn ich schreibe über Welten und Personen, die in meinem Kopf existieren, die ich erschaffen habe. Dass dabei unweigerlich aber auch reale Szenen mit verarbeitet werden, spiegelt sich zumindest ab und zu in meinen Romanen wider.

Nehmen wir mal die Szene mit der Parkkralle aus Vampir Gothic 2. Oder meine Anekdotensammlung, die ich auf einer Lesung in der Herdecker Stiftskirche zu Besten gegeben habe. Die Geschichten basierten auf tatsächlichen Begegnungen und Erlebnissen.

Heute gab es auch eine Geschichte, die das Leben schrieb und aus der man noch etwas machen könnte. Unglücklicherweise hatte ich die Idee aber bereits letztes Jahr und die tatsächliche Begegnung heute scheint ein Echo meiner eigenen Fantasie gewesen zu sein.

Tatort McDonald’s: Ein Typ wie Sylar (hey, kommt, ihr kennt doch Sylar aus Heroes, oder?) in Lederjacke betritt den Laden, bestellt sich was, geht mit Tablett in der Hand zu den Sitzplätzen, bleibt stehen und sieht sich um. Obwohl gefühlte 35 Sitzplätze in dem etwas anderen Restaurant frei waren, setzt er sich nicht, sondern geht zurück und bleibt an einem Stehtisch stehen. Dort isst er, während seine Blicke immer wieder auffällig in meine Richtung schweifen. Andere Autorenkollegen, die im Angesicht schwitzender Südländer den Zug verlassen, weil sie einen Selbstmordattentäter vermuten, wären wahrscheinlich jetzt schon fluchtartig aus dem Lokal gestürmt.

Ich aß in Ruhe zu Ende. Sylar auch.

Als er dann sein Tablett zu dem rollenden Depot brachte, schaute er sich immer noch um. Er verließ den Laden nicht, sondern zog aus seiner Lederjacke unterarmlange, schwarze Gummihandschuhe hervor. Wie ein Toilettereiniger sah er nicht aus und er wirkte auch nicht wie der freundliche Tierarzt von nebenan, der Tante Muh-Muh jetzt Geburtshilfe leisten wollte. Der erste Handschuh wurde angezogen. Gemächlich. Immer wieder blickte der Typ dabei in die Runde.

Was würde er als nächstes tun? Den zweiten Handschuh anziehen und dann eine Wumme aus der Jacke ziehen, um anschließend Amok zu laufen, weil er keinen Sitzplatz bekommen hatte?

Na ja, letztendlich geschah nichts, als dass Sylar mit gefährlicher Langsamkeit seine Handschuhe überstreifte und dann nach draußen ging. Wie ein Biker sah er nicht aus und tatsächlich stieg er dann in einen PKW. Mit ellbogenlangen Gummihandschuhen unter den Ärmeln der Lederjacke. Wahnsinnig spannend.

Eine ähnliche Szene habe ich als Eröffnung für einen weiteren Steven Caine Roman vorbereitet, für den ich allerdings bisher noch kein grünes Licht von Verlagsseite bekommen habe. Eventuell wird die Szene später für einen anderen Roman verwendet.

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