Light a Fire – Amazon Kindle Fire und neue E-Reader

Gestern ließ Amazon die Bombe platzen und veröffentlichte drei Tage vor Apples iPhone 5 Vorstellung die Keynote zum neuen Tablet Kindle Fire.

Bombe? Gut, im Vorfeld gab es zwar schon Spekulationen, doch alle davon haben sich nicht bewahrheitet.

Zunächst einmal das Display: Ein qualitativ hochwertiges IPS Display aus stoß- und kratzfestem Gorillaglas

Der Speicher: Statt 6 nun doch 8 GB interner Speicher

Der Kern: Statt eines Single Cores nun doch ein DualCore Prozessor

Aber damit ist mit den Überraschungen schon ein Ende in Sicht.

Das 7″ Tablet, das mit Android 2.2 Froyo arbeitet hat von Amazon eine deftige UI spendiert bekommen, die es a) nicht mehr an Android erinnern lässt und b) tatsächlich in einer Beziehung zu Apple konkurrenzfähig ist: Als Datenkäfig. Genau wie das iPad scheint Amazon eher in einem geschlossenen System operieren zu wollen. Nur Zugriff auf den eigenen App Store, keine externen Speichermöglichkeiten wie einen MicroSD-Slot oder einen USB Port. Zwar gibt es dafür Cloudspeicher satt, aber wer hat schon immer eine Internetverbindung parat?

Der Kindle Fire ist ohnehin nur WLAN fähig. Eine 3 oder 4G Version wird es zumindest nicht im 7″ Format geben. Kameras jeglicher Art sucht man ebenfalls vergeblich. Mir scheint, der Nook Color von Barnes & Nobles war hier Vorlage, nur mit dem feinen Unterschied, dass man nicht nur Bücher auf dem Gerät lesen kann.

Amazon preist das Gerät zum Lesen, Musik hören, Filme sehen und spielen an. Also ein reiner Entertainer. Warum sollte man sich das Amazon Kindle Fire Tablet kaufen? Einziges Kaufargument gegenüber anderen Tablets mit gleichem Formfaktor ist bisher nur der Preis: 199 Dollar kostet der kleine Droide. Derzeit in USA, wo es am 15.11.2011 erscheinen wird.

Ob wir in Deutschland mit einer 1:1 Umrechnung Dollar in Euro rechnen dürfen, ist m.E. fraglich, denn gleichzeitig mit dem Fire erscheinen auch drei neue Kindle E-Reader Versionen. Während die günstigste Variante für 79 Dollar daher kommt, soll sie in Deutschland 99 Euro kosten, doch dazu gleich mehr.

Die begrenzten Möglichkeiten des Kindle Fire schreien förmlich nach einem Custom Hack mit Zugriff auf den Android Market und Android 3.2 als Betriebssystem. Machbar dürfte das angesichts des Motors unter der Haube sein.

Ein iPad Konkurrent? Jain. Bedingt durch das wesentlich kleinere Display kann man nicht von echter Konkurrenz sprechen. Beim Lesen und Musikhören geht das noch in Ordnung, aber will man sich ernsthaft Filme oder TV Serien auf einem 7″er anschauen? Für mich ist da 10″ eher noch eine vertretbare Größe, wenn man im Urlaub ist und nichts größeres zur Hand hat. Vielleicht macht es das für nächstes Jahr angekündigte 10″ Tablet von Amazon besser.

 

Doch im Lichte des Fires sollten auch die neuen Kindle E-Reader nicht zu kurz kommen.

Für USA sind gleich drei neue Geräte angekündigt, für Deutschland bisher nur eines, dafür aber mit deutscher Benutzerführung.

Der neue Kindle erscheint wie der alte mit Pearl-E-Ink Display. Ob es eine Kontrastverbesserung zum bisherigen Gerät gibt, bleibt abzuwarten. Zwar ist der neue Kindle mit einem 6″ Display ausgestattet, doch insgesamt bringt er nicht mehr die Maße eines 7″ Tablets mit sich, denn die unten angebaute Tastatur ist völlig verschwunden und wird durch wenige Knöpfe ersetzt. Dadurch wird der Kindle nicht nur schlanker, sondern auch wesentlich leichter. Statt 240 Gramm bringt er nun nur noch 170 Gramm auf die Waage.

Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, fällt der Preis für ein state-of-the-art Produkt unter die magische 100 Euro Grenze, denn der neue Kindle soll für 99 Euro über die virtuelle Ladentheke gehen. Wohlgemerkt kostet diese Variante in den Statten nur 79 US Dollar!

Da die Tastatur fehlt, ist davon auszugehen, dass bei Bedarf (um beispielsweise W-LAN Passwort einzugeben oder Ordner anzulegen) eine Displaytastatur wie beim Sony Reader hochgefahren wird, die dann über Steuerkreuz und Tasten bedient werden kann.

Zum Start des neuen Kindle hat Amazon den „alten“ Kindle 3, der jetzt salopp Kindle Keyboard genannt wird, ebenfalls im Preis gesenkt. Statt 139 Euro nur noch 119 Euro.

Bei der Preisoffensive sehe ich bald Tausende mehr Interessierte einen Kindle in Deutschland kaufen. Mir kommt das nicht ungelegen 😉

 

Sehen wir noch einmal über den Teich. Dort bringt Amazon noch zwei weitere Geräte neben dem neuen Kindle heraus. Der Kindle Touch mit WiFi und 3G.

Trotz Touchdisplay wird die WiFi Variante für nur 99 Dollar verkauft. Allerdings bleibt hier abzuwarten, welche berührungssensitive Technologie verwendet wird. Wir erinnern uns: Ein kapazitives Display tut es bei einem E-Ink-Lesegerät nicht, wie wir schmerzhaft beim Sony Reader Touch erfahren mussten. Starkes Spiegeln und fettige Fingerabdrücke sind das Resultat. Sony hat in der neuen Touch Edition auf eine innovative Technologie zurückgegriffen, die ein Infrarotfeld über das Display legt und anhand eines Koordinatengitters die mutmaßliche Berührung berechnet. Damit lässt sich der Sony Reader auch mit Handschuh oder normalem Plastikstift bedienen.

Ob Amazon aus den Sony Fehlern gelernt hat, werden die ersten Tests nach Veröffentlichung zeigen.

 

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