Netter Versuch, kläglich gescheitert – Thier Galerie Dortmund

Ich weiß schon, warum ich Amazon zu meinem Stammeinkaufshaus erkoren habe. Bequemlichkeit, Sorglosigkeit, Entspannung.

Zur Abwechslung hab ich mich nach langer Zeit mal wieder in die Dortmunder City gewagt. Vor nicht allzu langer Zeit wurde das Projekt Thier Galerie der Öffentlichkeit Preis gegeben und zumindest einmal dagewesen wollte ich sein. Der Hinweg war mörderisch. Alle Straßen verstopft. Stau über Stau. Dann die Parkplatzsuche.

Als wir endlich dieses neue meisterliche Bauwerk betraten … aber der Reihe nach. Die Thier Galerie ist ein Einkaufszentrum, das den amerikanischen Malls nachempfunden wurde. Ähnlich wie das Centro in Oberhausen oder das Hassenichgesehen in Berlin (mir ist der Name entfallen). Über mehrere Ebenen in Galeriebauweise reiht sich Laden an Laden, vornehmlich Bekleidungsshops, ein paar Schuhgeschäfte, Parfümerien, Friseure, Nagelstudios, Handyläden usw. usw.

Was in Oberhausen noch wie eine gelungene Miniaturausgaben amerikanischer Malls wirkt, erscheint in Dortmund allerdings nicht über das Versuchsstadium hinausgelangt zu sein. Okay, ich muss dazu sagen, dass ich in der Beziehung etwas verwöhnt wurde, da ich die weltgrößte Mall, die Sawgrass Mills Mall in Florida, besucht habe, bei denen eine der zwei „Fressmeilen“ bereits den doppelten Umfang jener des Centros hat. Das Ding ist einfach gigantisch und es reicht ein Tag nicht aus, um alles gesehen zu haben.

In Dortmund f0lgt nach dem Betreten erst einmal die Ernüchterung. Wegweiser? Gibt es, allerdings in eher plakativer Form. Wo sind denn die kleinen elektronischen Helfer geblieben? Die Infobildschirme, auf denen man eine Suchanfrage starten kann, um dann zum gewünschten Shop gelotst zu werden? Etwas archaisch im Thier Haus. Und was ist mit der Bepflanzung? Sitzoasen im Grünen, die zum gemütlichen Verweilen einladen? Tja, sucht man ehrlich gesagt vergebens. Zwar gibt es couchähnliche Sitzgelegenheiten mitten im Gang, doch was da an Pflanzenkübeln aufgetischt wird, ist eher lachhaft. Drei Säulchen mit drei Pflänzchen, während man in Oberhausen gigantische Pötte mit Kleingärten und Farnwedeln wiederfindet. Liegt aber wohl auch daran, dass die Gänge in Oberhausen komplett licht sind und nicht von einer Decke begrenzt werden, sondern das Hallendach gläsern ist. Dies findet man in Dortmund nur in bestimmten Bereichen.

Und wie bekommt man Besucher dazu, länger verweilen zu lassen, um mehr  einzukaufen? Richtig, Einkäufe gehen wie Liebe durch den Magen. Wer Hunger hat und bedient wird, der bleibt. Daher gehören Food Oasen ins Erdgeschoss, gleich irgendwo, wo man leichten Zugang zu ihnen hat. Die Amerikaner wissen das. Die Oberhausener haben es nachgemacht. Nur in Dortmund verbannt man die kullinarischen Genüsse nach ganz oben in das zweite Obergeschoss, in das man sich nur vom vorderen Eingangsbereich aus hin verirren kann.

Die Bekannten, die ich fragte, ob sie schon in der Thier Galerie waren, wussten nicht mal etwas von der Fressmeile im Obergeschoss, bis dahin waren sie gar nicht vorgedrungen.

Und was bitteschön ist an so einer Mall mitten in der City jetzt anders? Ob ich nun Apollo Optik, den New Yorker oder die Parfümerie Douglas auf dem Westenhellweg aufsuche oder nun ein paar Schritte weiter in der Thier Galerie? Da bevorzuge ich doch lieber den Hellweg, denn der ist leerer, als das dichte Gedränge im neuen Shopping Center.

Nun ja, muss jeder selbst wissen, wo er einkauft. Mir haben 1 1/2 Stunden Dortmund City jedenfalls drei erholsame Urlaubstage wieder ruiniert. Das ist Stress pur. Nix für mich alten Mann 😉

 

 

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4 Kommentare zu “Netter Versuch, kläglich gescheitert – Thier Galerie Dortmund

  1. anna 1. November 2011 um 11:14 Reply

    Ich persönlich finde die Thier-Galerie nicht schlecht. Man merkt zwar hier und da die Unausgereiftheit (allgemeine Wegweiser fehlen, das ist mir auch schon aufgefallen), aber ich kann drüber hinwegsehen. Der Grundriss ist so einfach, dass man sich slichtweg nicht verlaufen kann.
    Die „Fress-Meile“ wird am Eingang durch Aushänge angekündigt. Ich habe sie sofort angesteuert. Sehr leckere Pizza!
    Ich stimme Dir zu – man hätte Vieles besser machen können. Allerdings hat die Thier-Galerie auch positive Seiten… Oder bin ich, als Frau, einfach nur sehr „geblendet“ von den Läden? 😉

    • Martin Kay 1. November 2011 um 11:37 Reply

      Wenn ich jetzt nichts anderes kennen würde, dann würde ich vielleicht auch etwas mehr Begeisterung über die Thier Galerie zeigen, aber ich bin vermutlich einfach zu verwöhnt 😉

      Das die Verblendung durch die vielen Läden angeht: Das musst du selbst wissen *g* – erschreckend finde ich jedoch, dass bei einem Laden wie Hollister eine Warteschlange eingerichtet werden musste, damit die Leute überhaupt in den Shop kommen. *Augen verdrehe*

  2. Carsten 10. Januar 2012 um 01:59 Reply

    Hi,

    ich sehe es wie du, Martin, das Dingen ist nix. Wirkt wie hingerotzt, es ist völlig konzeptlos. Wer darauf steht, dass etliche Menschen auf engstem Raum hektisch durcheinanderlaufen, wer kein Sonnenlicht sehen will und auf schlecht Luft steht, den mag das Teil ja ansprechen, aber meine zwei Besuche werden auf lange Zeit die einzigen bleiben.

    Mein persönliches Fazit: Mehrwert = Null.

  3. Betty 10. April 2012 um 08:21 Reply

    Also mir gefällt die Galerie auch nicht. Die genannten Gründe. Mein Wunsch: kann jemand mal dafür sorgen, dass ein paar neue Geschäfte anzuschauen sind? Ich kann die ewig gleichen Innenstadtläden auch nicht mehr sehen…
    Allerdings, eins stimmt: zu verwöhnt sind wir wohl alle, wenn ich nur an die Leutchen denke, die nix zu essen haben, gefällt mir alles gleich schon wieder viel besser.

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