Herr aller Dinge – Andreas Eschbach

Okay, der letzte Eintrag für heute, versprochen.

Eschbach nehmen und lesen, heißt ein Spruch der FAZ (glaube ich). Das gilt allerdings nicht für jeden Eschbach.

Gelesen: »Herr aller Dinge« von Andreas Eschbach in der Kindle Edition

 

Worum geht’s?

Gute Frage, weiß da jemand zufällig die Antwort drauf? Herr Eschbach, Sie vielleicht? So ganz schlüssig ist das nämlich nicht. Nun, im Grunde dreht sich die Handlung um Hiroshi Kato und Charlotte Malroux. Er ist der Sohn einer einfachen japanischen Frau, die ihren amerikanischen Mann wegen Differenzen mit seiner Familie verlassen hat und nach Japan zurückgekehrt ist. Charlotte ist die Tochter des französischen Botschafters in Tokio. Die beiden lernen sich in jungen Jahren, doch es kommt nicht einmal zur Sandkastenliebe, denn Charlotte muss bald mit ihren Eltern Japan verlassen, da ihr Vater versetzt wird.

Jahre später treffen sich die beiden scheinbar durch Zufall wieder bei einer Studentenfete zwischen Studenten des MIT (an dem Hiroshi mittlerweile studiert) und von Harvard (Charlottes Studienort).  Hiroshi hat seinen großen Kindheitstraum, alle Menschen reich werden zu lassen, nie fallen gelassen. Dagegen studiert Charlotte Paläontologie, bei der ihr ihre unglaubliche Fähigkeit, die Vergangenheit anderer zu sehen, wenn sie Gegenstände berührt, die ihnen gehört haben, zu Hilfe kommt.

Über Jahrzehnte hinweg treffen Hiroshi  und Charlotte immer wieder aufeinander. Während Charlotte jedoch von ihren ursprünglichen Wünschen und Plänen abweicht und ihren Harvard-Abschluss aufs Spiel setzt, um eher unter die Ufologen zu gehen, um zu beweisen, dass es eine Erste Menschheit hab, verliert Hiroshi trotz herber Rückschläge sein Ziel niemals aus den Augen. Erst als Charlotte auf einer Arktis-Expedition eine Begegnung der dritten Art erlebt und Hiroshi zu Hilfe eilt, scheint sich ihrer beider Schicksal zu erfüllen …

Wie ist es geschrieben?

Konsalikmäß… äh, ich meinte Eschbachmäßig. Einfach. Flott. Unterhaltsam. Keine Frage. Aber mir erschließt sich nicht, was dieser Roman, der eigentlich keiner ist, für mich wirklich bereithält. Zunächst einmal schreibt Eschbach in Episodenform. Charlotte und Hiroshi als Kinder mit Schaukel und Stoffpuppen und Träumen. Die beiden als Studenten mit jeder Menge (für Eschbach ungewöhnlichem) Sex, jungendlichen Intrigen. Stationen des Lebens. Charlotte unterwegs mit ihrem Lebenspartner, einem Klavierbauer. Hiroshi mit Rückschlägen beim Bau seiner Roboter, die es ermöglichen sollen, alle Menschen reich zu machen und die Armut zu tilgen. Charlottes „Das Ding aus einer anderen Welt“-Episode in feinster John Carpenter Manier auf der russischen Eisinsel Saradkov. Hiroshi als meistgesuchter Mensch auf Erden, der von allen Geheimdiensten gejagt wird. Und am Ende sind der Clou Naniten, die wir eigentlich schon aus unzähligen Star Trek Episoden kennen und die Eschbach wie die Replikatoren aus Stargate beschreibt.

»Stationen« wäre als Romantitel vielleicht treffender gewesen, denn der »Herr aller Dinge« tritt ungefähr erst im letzten Siebtel des Buches auf den Plan. Und irgendwie will das actionreiche SF-Ende zu der vorherigen Hälfte überhaupt nicht passen. Dafür ist es zu überdreht. Als würde am Ende der letzten Dallas- Staffel sich Bobby Ewing im Superman-Dress  in die Lüfte schwingen. Auch unglaubwürdig, oder?

Ein Wort noch zur Ebook-Ausgabe: Löblich von Lübbe, dass die elektronische Form des Buches ganze 7 Euro (!) günstiger ist, als das gebundene Buch. Weniger löblich und eher ein Grund, das bezahlte Geld zurückzuverlangen ist die technische Umsetzung des Ebooks. Ich sag das hier mal ganz hart: unter aller Sau!

Wörter sind getrennt, wo sie es nicht sein dürften, weil vermutlich der Layouter vergessen hat, dass man Fließtext für Ebooks abgibt und keine automatische Silbentrennung aktiviert, die wird nämlich nicht angezeigt und außer Acht gelassen. Absätze schmelzen mit dem Text zusammen, sprich es gibt sie kaum. Wenn es Einzelfälle wären, kein Ding, aber das alles zieht sich durch den ganzen Roman hindurch und stört den Lesefluss erheblich.

Mehr Eschbach?

Klar doch. Aber dann bitte wieder Romane vom Format seiner richtig großen Kracher. Die Großen Drei könnte man sie nennen. Jesus Video, Eine Billion Dollar und Ausgebrannt. Das sind die Eschbachs, die man nehmen und lesen sollte.

Andreas Eschbach - Herr aller Dinge

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