Samsung Galaxy Note – Die Sache mit dem Stift

Vor etwa 13 Jahren kaufte ich mir meinen ersten Pocket PC von Casio. Touchscreen, Farbdisplay. Die Eingabe erfolgte über einen Stift. Außer der Terminverwaltung ließ sich aber nicht wirklich mit so einem Gerät arbeiten. Man konnte sich kurze Notizen machen. Der Nachfolger, der Pocketloox, mit einer faltbaren Tastatur, brachte dann mehr Spielraum. Ich tippte sogar einige Romanseiten unterwegs an dem Gerät.

Als Science Fiction Fan ließ mich der Gedanke, einen tragbaren Minicomputer zu besitzen, niemals los. Auch heute nicht. Ich stieg um auf drei Palm-Modelle. Allerdings schränkten fehlendes W-LAN oder GPRS die Möglichkeiten arg ein. An Kameras an den Geräten war damals nicht zu denken. Das änderte sich, als Mitte der 2000er MDAs (mobile digital assistants) anfingen, den Markt zu dominieren. Windows Mobile drängte sich mehr in den Vordergrund und Palm geriet ins Hintertreffen, da man immer noch auf PDAs setzte (was sich später erst mit dem Pre änderte). 2007 legte ich mir einen HTC Herald vor. Immer noch mit Stifteingabe. Das integrierte WLAN ließ es zumindest zu, in WLAN Zonen E-Mails abzurufen und zu beantworten. Datenverkehr via Mobilfunk war aber einfach zu teuer, sodass ich diese Option erst gar nicht nutzte.

Auch der Herald lebte von der Stifteingabe, besaß zusätzlich jedoch noch eine ausschiebbare Tastatur, auf der man zumindest mit den Daumen tippen konnte.

Dann kamen iPhone und Android – alles änderte sich.

Die kapazitive Technik ermöglicht es, ohne Stift relativ präzise mit den Fingern, Punkte auf dem Display anzusteuern. Die Menüführung ist ohne Stift mit Multitouchgesten sogar wesentlich einfacher und auch das Tippen auf virtuellen Bildschirmtastaturen funktioniert schneller als das einhändige Tippen mit einem Stift. Je größer das Display, desto besser klappt das freilich.

Stift adé.

Könnte man denken. Nun, zwei Sachen lassen sich mit einem Finger extrem schlecht bewerkstelligen: Zeichnen/Skizzieren und handschriftliche Notizen. Eine Fingerkuppe ist einfach zu dick.

Um die Produktivität gängiger Superphones und Tablet-PCs zu steigern, gehen Hersteller und Softwareentwickler wieder einen Schritt zurück und ermöglichen Anwendern auch die Eingabe per Stift. Hierzu werden Programme entwickelt, die eine Stifteingabe zulassen sowie auf der Hardwareseite, Eingabestifte, die auch ein Schreiben oder Zeichnen oder Navigation auf einem kapazitiven Display ermöglichen. Kapazitive Stifte besitzen einen leitfähigen Auflageballen am Ende, der allerdings in den meisten Fällen nur geringfügig kleiner als die Kuppe des kleinen Fingers ist. Somit hält sich auch hiermit ein präzises Arbeiten in Grenzen. Darüber hinaus kommt es auch auf die richtige Anwendung an. Zwei im Android Market getestete Apps versagten einfach darin, ununterbrochene Linien zu zeichnen. Ein Schreiben auf dem Display war damit nicht möglich.

Das beste Resultat zeigt derzeit ASUS mit seiner hauseigenen Supernote App für das Transformer TF-101. Der kapazitive Stift reagiert außerordentlich gut, allerdings kommt ihm hierbei auch das 10,1 Zoll Display zugute, auf dem man sich austoben kann.

Präziser soll das Ganze vonstatten gehen, wenn man eine dünne Stiftspitze benutzt, so eine, wie man sie früher bei PDAs einsetzte, als Fingerabdrücke auf Displays noch ein Tabu waren. Hierzu brachte HTC das 7″ Tablet Flyer auf den Markt, das sich aber wegen der Mischbedienung (mal geht Stift, mal muss man die Finger benutzen) nicht so richtig durchsetzte.

Die Nase vorn hat hier Samsung mit dem im Oktober erschienenen Galaxy Note, das nicht nur 5″ Tablet, sondern gleichzeitig Telefon ist. Die Steuerung per Stift ist hier möglich, die praktische Anwendung von Geschriebenem oder Gezeichnetem beschränkt sich jedoch auf die Samsung App  „S Note“. Der Stift ist ungefähr so groß, wie seinerzeit der meines HTC Herald und etwas kleiner, als die Stifte des damaligen Palm Tungsten. Die Stiftspitze scheint identisch dünn zu sein.

Wer einmal auf einem elektronischen Scanpad irgendeines Paketdienstleisters eine Unterschrift leisten musste, weiß, wie sich Schreiben auf einem Display anfühlt. Anders aber beim Galaxy Note. Die Schriftdarstellung ist durchgehend und außerordentlich klar. Wer keine zu starke Sauklaue (wie ich) hat, kann sich das Geschriebene sogar von der Samsung App in Reintext umsetzen lassen.

Trotz der Vorteile, schnelle Notizen anfertigen zu können, ist der Stift an sich für eine gute Handhaltung jedoch zu klein geraten. Für den Pocket Loox von Casio gab es damals ausziehbare Stifte, die besser in der Beuge zwischen Daumen und Zeigefinger lagen.

Samsung schafft auch hier Abhilfe und hat für den Wucherpreis von knapp 35 Euro ein „Pen Holder Kit“ auf den Markt gebracht. Wie ihr den Galeriebildern entnehmen könnt, handelt es sich dabei um ein Gerät, das an einen Kugelschreiber erinnert und in den einfach der Stift eingebaut wird. Der Pen Holder liegt weit besser in der Hand, als der nackte Stift. Die gummierte Grifffläche bietet guten Halt.

Lohnt sich der Kauf für ein Stück Plastik bei diesem Preis.

Nein. Zunächst einmal sitzt das chromefarbene Endstück nicht fest auf dem Stift auf. Zieht man leicht daran, hält man es auch schon in der Hand. Durchaus möglich, dass dieses Endstück schneller irgendwo verloren geht, als einem lieb sein kann. Ohne das Endstück lässt sich der Eingabestift direkt aus dem Halter ziehen.

Ferner verleitet die bessere Handhaltung des Halters dazu, ihn wie einen Kugelschreiber oder Füllfederhalter zu bedienen. Wie auf einem Blatt Papier legt man die Handkante auf der Schreibfläche ab, was bei einem kapazitiven Display allerdings fatale Folgen hat, denn bei der Berührung mit der Haut werden sofort Funktionen ausgelöst. Somit ist ein durchgängiges Schreiben nur mit angehobener Hand möglich. Vielleicht haben Linkshänder hier weniger Probleme, die aufgrund ihrer Schreibweise und um Tinte auf einem Blatt nicht zu verschmieren, automatisch eine andere Handhaltung benutzen.

Fazit: Einen Ersatzstift für alle Fälle dabei zu haben ist schön und gut, doch das völlig überteuerte Pen Holder Kit muss dafür nicht sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

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2 Kommentare zu “Samsung Galaxy Note – Die Sache mit dem Stift

  1. Anonymous 5. Januar 2012 um 21:18 Reply

    […] […]

  2. patricia 26. Februar 2012 um 16:57 Reply

    also ich habs und ich komm eigentlich gut damit klar

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