Gelesen: Black Dagger – Das geht besser, die Damen Bird und Vierkant und Herr Heyne!“

Lang ist’s her, dass ich den letzten Black Dagger Roman gelesen habe. Über ein Jahr. Nun schlummerten die beiden neuen Kindle-Dateien seit VÖ-Termin im Frühjahr bereits auf dem E-Reader und warteten darauf, dass ich meine drei Darth-Bane-Romane zu Ende gelesen hatte.

Inzwischen ist auch „Lover Dingsbums“ (die Namen der Originaltitel kann sich eh kein Schwein merken, am besten, man geht nach Nummern), der vom Heyne Verlag mal wieder locker flockig in zwei Teile gespalten wurde (man will ja Geld verdienen, ne woar? Aber das das so ist, als würde man erst die Pommes servieren und die Mayonnaise im Anschluss, wenn die Fritten verzehrt sind) und sie unter den nicht minder dämlichen Titel „Vampirschwur“ und „Nachtseele“ veröffentlicht (veräffentlicht hätte ich jetzt beinahe geschrieben, träfe den Nagel aber eher auf das Köpfchen). Ist ja nicht so, als hätten wir in der Reihe nicht schon die Titel „Vampirseele“ und „Mondschwur“ gehabt. Ach und eine „Mondspur“ gab es auch. DAS MERKT SICH KEINE SAU! Wie doof muss man sein, um sich solche Titel auszudenken? Einmal ja. Zweimal auch. Aber inzwischen 18 mal?

Worum geht’s?

Statt erstmal die Brüder des Black Dagger Ordens abzufackeln, lehnt sich Frau Bird aka J.R. Ward aus dem Fenster und führt einen neuen Charakter ein, Vishous‘ Schwester Payne. Die hatte bereits ihren Auftritt im letzten Roman und kämpfte hinter dem Schleier (der jenseitigen Welt) gegen den Vampirkönig Wrath im Sparring. Dumm nur, dass Wrath etwas zu feste zugelangt hat und Payne eine Querschnittslähmung verpasste, die sogar die vampirische Selbstregeneration vor einer Herausforderung stellt. Inzwischen weiß der Leser, dass Vishous der Sohn der Jungfrau der Schrift ist … wobei sich hier jeder fragen darf, was dann noch jungfräulich an dieser Gottheit ist. Payne ist damit auch Tochter der Jungfr… der ollen Vampirgöttin. Nach dem Unfall im Sparring, bringt Wrath Payne auf die Erde ins Anwesen der Bruderschaft. Da nicht einmal Doc Jane der Armen helfen kann, zieht diesen ihren alten Arztkollegen Dr. Manuel „Manny“ Manello (Gott bewahre!) zu Rate, hat aber das Problem, ihm erst einmal zu verklickern, dass bereits zweimal seine Erinnerungen manipuliert wurden und Jane eigentlich tot ist und nur Dank der Jungfr… der ollen Vampirgöttin in einer Art Geistform weiterexistiert, die sich allerdings auch verstofflichen kann, damit sie Vampire zusammenflicken und das gleiche Wort noch mal ohne das „l“ kann. Sonst wäre es ja langweilig, gell?

Es kommt wie es kommen muss. Manny findet eine Therapie, verliebt sich in Payne, sie sich in ihn und am Ende stellt sich heraus, dass Manny und Butch O’Neal den gleichen Vater haben, somit also verwandt sind und Manny auch ein vampirisches Erbe in sich trägt.

Wie. Doof. Ist. Das. Denn?

Sorry, Frau Ward/Bird, aber der Roman hätte nicht sein müssen. Zwischendurch gibts schon mal einen Vorblick auf Qhuinn und Blay, die im nächsten Roman die Hauptrolle spielen und am Rande spielt eine endlos lückenfüllende Serienmordserie, die weder Sinn noch sonstwas ergibt.

 

Wie ist es geschrieben?

Trotz Thema verfehlendem Inhalt und 200% mehr Sex und Wolllust als in den bisherigen Romanen versteht J.R. Ward ihr schriftstellerisches Handwerk und liefert wieder mal eine solide Lesekost ab. Schreiben kann sie, gar keine Frage.

 

Wie ist die Übersetzung?

Frau Vierkant hat sich ob der typischen Übersetzungsbezeichnungen, die von ihrer Vorgängerin Frau Finke eingeführt wurden, eingelebt. Da wird Butch locker „Bulle“ genannt, so wie es sich gehört und dem Ganzen ein schöneres Flair verpasst, als würde man plötzlich von „Cop“ reden. An einigen Stellen muss aber noch stark nachgebessert werden. Auch wenn man dem südlichen Teil deutschen Landen entstammt, sollte eine Übersetzung schon in hochdeutscher Sprache stattfinden. Und korrekterweise drücken die Verben stehen, liegen und sitzen keine Bewegung aus, sodass sie mit „haben“ konjugiert werden. Ich habe dort drüben gestanden. Ich habe auf dem Sofa gelegen. Ich habe im Sessel gesessen.  Und NICHT „er ist gestanden“ oder „sie ist gelegen“. Ist ja nicht so, dass ich hier nur die Augen verdrehe, sondern da rumort es ganz schön im Magen und ich mag dann eigentlich gar nicht mehr weiterlesen. Fehlen nur noch Satzkonstruktionen wie „Der Wrath, der wo bei der Bruderschaft König ist“ – kommense, das kriegense auch noch hin, oder?

Leider hat auch irgendjemand (das muss nicht die Übersetzerin gewesen  sein) mit Copy und Paste herumgespielt, sodass jedes Mal, wenn das Wort „Papiere“ in einem Satz vorkommt dort „Papers“ steht. Hallo?!

Das Kindlebook ist wieder einmal sehr lieblos vom Heyne-Verlag umgesetzt worden. Kein Titelbild eingebunden und fehlende Absätze. Oft gehen alte Abschnitte nahtlos in neue über, sodass man sich fragt, ob man beim Lesen eingenickt ist, weil man den Perspektivenwechseln nicht mitbekommen hat.

Künstlich aufgebauscht werden die Romane wieder durch Leseproben. Da zahlt man wieder für Dinge, die man eigentlich nicht haben will. Aber ich erwähnte ja schon, dass das Teilen eines 700 Seiten Romans auf zwei Bücher auch nicht die feine Englische ist.

Will ich mehr?

Ich hab die Serie bisher mit Interesse verfolgt und fand alle vorhergehenden Romane toll. Dass Lover Dingsbums der schwächste davon ist, heißt ja nicht, dass ich die ganze Serie begraben muss. Auch wenn ich eigentlich auf die homosexuelle Beziehung zwischen Blay und Qhuinn nicht unbedingt Bock habe, hoffe ich doch, dass die Serie ihren krönenden Abschluss im Band um Tohrment finden wird. Aber das wird bei Heyne erst Band 21 und 22 voraussichtlich im Herbst 2013 sein.

 

 

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