Kalte Spuren – interessante Beurteilungen

Wenn man einen Roman wie KALTE SPUREN schreibt, sollte einem Autor von vornherein klar sein, dass er damit nicht jeden Geschmack von Thriller-begeisterten Lesern treffen kann. Bei einer Achterbahnfahrt und der Betonung auf Action bleiben Charakterentwicklung, subtile Ermittlungsmethoden oder tiefe Einblicke in die Psyche von Personen auf der Strecke. Aber dafür wird es ja auch Actionthriller genannt, für die anderen Bereiche gibt es zahlreiche Varianten des Thrillers.

Zu viel Gewalt, zu viel Action, zu viel ausweglose Situationen sind der Tenor für die negativen Kritiken – diese Dinge sind aber genau das, was ich schreiben und lesen wollte, also kann ich damit mehr als sehr gut leben.

Drei Kritikpunkte werden jedoch in mehreren Rezensionen besonders hervorgehoben. Kritikpunkte, die mich stutzig werden lassen und irgendwie die Wahrnehmung des Geschehens verschieben. Es sei denn die Rezensenten sind immer wieder ein und dieselbe Person.

1. Der überaus sexlüsterne General. Das muss ein prägendes Bild gewesen sein, dass die Kritiker darauf so stark herumreiten, denn letztendlich kommt diese Beschreibung nur in einem einzigen Kapitel im ersten Fünftel des Buches vor. Im späteren Verlauf gehe ich darauf gar nicht mehr ein.

2. Eileen Hannigan muss allein gegen Heerscharen bestehen und obsiegt auch noch. Auch diese oft gelesene Kritik verwundert mich, denn die Heerscharen in Form eines Navy-SEAL-Teams und eines Trupps russischer Soldaten existieren zwar, aber Eileen steht im direkten Kampf nie allein auf weiter Flur. Bei der großen Szene an Bord der La Lumière hat  sie tatkräftige Unterstützung durch die Crew und die Bodyguards von Gaia’s Dawn. Auf Devon Island kämpft sie gemeinsam mit dem Marines gegen die Soldaten von Semanova. Da freu ich mich doch direkt auf die Kritiken zum zweiten Roman, wenn die halbe United States Army die Battlefield Mall in Springfield zerlegt und Eileen „allein“ gegen diese Heerscharen antritt 😉

3. Der Antiheld mutiert zum Superhelden. Tatsächlich? Ist es nicht eher so, dass Markus an Bord der La Lumière eher einen Glückstreffer landete, als er einen SEAL erschoss? Und dass Markus sich sonst aus den ganzen nachfolgenden Schießereien heraushält und von anderen beschützt werden muss, wenn es brenzlich wirkt. Dass selbst der Einbruch ins Labor nur unter Angst und Herzklopfen geschah und dass die finale Konfrontation mit Veronica dann doch nicht von ihm gelöst wurde? Zugegeben, die Kotzerei Markus‘ ist vielleicht zu viel des „Guten“ geworden, aber auf der anderen Seite habe ich mich beim Schreiben gefragt, wie wird ein Typ wie Markus reagieren, wenn um ihn herum das blutige Chaos explodiert? Mir wäre sicherlich mehr als einmal übel dabei geworden.

An dieser Stelle frage ich mich, ob einmalige Beschreibungen tatsächlich soviel Eindruck hinterlassen haben, dass sie prägend für den ganzen Roman waren und ob ich das nicht gleichzeitig wieder als Lob auffassen sollte.

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4 Kommentare zu “Kalte Spuren – interessante Beurteilungen

  1. Herba 12. August 2012 um 13:21 Reply

    Das einzige, was ich bis zu einem gewissen Grad unterschreiben würde, ist die unverwüstliche Eileen, aber weder der sexbesessene General noch der heldenhafte Markus sind mir besonders aufgefallen. Hat Markus sich nicht fast übergeben, nachdem er den Mann erschossen hatte?
    Mmmmh, merkwürdig an was sich mancher Leser ‚aufhängt‘ 🙂
    Ich freue mich jedenfalls, dass es einen zweiten Teil geben wird und bin sehr gespannt!
    Steht schon ein Erscheinungsdatum fest?

  2. Martin Kay 12. August 2012 um 16:04 Reply

    Ja, stimmt, Markus kam schon wieder was hoch, nachdem er den Kerl getötet hatte 😉

    Ich hab mal versucht, diese unverwüstliche Dame im aktuellen Manuskript etwas verwundbarer zu machen. Prompt hat sie sich eine Kugel eingefangen. Und was hab ich davon jetzt? Das bremst sie aus. Ogottogott 😉

    Ein Erscheinungsdatum für die Fortsetzung steht noch nicht fest, ich rechne aber im Frühjahr 2013 damit.

  3. Harry 18. August 2012 um 14:42 Reply

    Hi,
    besonders die Sache mit dem General erscheint mir lächerlich, der ich doch schon etliche Laymon-Bücher gelesen habe, da gibt es nicht nur sexlüsterrne Generäle sondern wohl durchweg auch so gestrickte Leser, sonst wären etliche dieser Langweiler nicht so erfolgreich.

    Und was die Action angeht, bloss nicht vom Weg abbringen lassen, bitte.

    Werde meine Rezi nun auch noch über diverse Foren unterbringen (auch wenn es nur Filmforen mit einem Bücheranhängsel sind).

    Gruß
    Harry

  4. SF-Dinosaurier 10. Januar 2014 um 22:26 Reply

    War nicht so ganz mein Geschmack, hier mein Kommentar zu „Kalte Spuren“ : http://a3khh.blogspot.de/2014/01/martin-kay-kalte-spuren.html
    Schätze, ich bin nicht so ganz das Zielpublikum für Thriller. Eher für SF wie „Kampf um Thardos“. Dazu gebe ich morgen meinen Senf ab …

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