Tablets sind reine Spielgeräte – ein Irrtum

Was soll ich mit einem Tablet-PC, das ist doch eh alles nur Spielerei. Wenn ich arbeiten will, brauche ich einen PC.

Dieses Vorurteil wurde des Öfteren in die Runde geworfen und hält sich hartnäckig. Dabei ist es alles andere als die Wahrheit. Man kann sehr wohl mit Tablets produktiv arbeiten.

Ich setze sowohl das iPad als auch ein Android Tablet im Haupt- und freischaffenden Beruf ein, um damit zu arbeiten. Das fängt bei Internetrecherche an, geht über Mailwechsel, Ortssuche und Entfernungsberechnung, bis hin zu umfangreicher Notizerstellung und Aufgabensammlung, Terminplanung, Datenaustausch via Cloud bis zur Maßeinheitenumrechnung.

Natürlich lässt sich alles mit einem Laptop erledigen, aber die sind meistens:

1. schwerer als ein Tablet

2. sollten mit aktiver HDD nicht unbedingt herumgetragen werden, auch wenn man sie netterweise Schlepptop nennt

3. Sind nicht aus der Hand heraus zu bedienen

4. lassen sich in der Regel nicht mit handschriftlichen Notizen füttern

5. die Akkulaufzeit lässt in den meisten fällen zu wünschen übrig

6. sind nicht sofort auf Knopfdruck einsatzbereit (Standby), sondern müssen zunächst gebootet werden und nach Gebrauch heruntergefahren werden

7. sind in der Regel von einem WLAN Netz oder einem LAN-Netz abhängig (während viele Tablets optional mit Mobilfunkkarte online gehen können).

Mal abgesehen vom internen Speicher (der bei meiner Art von Produktivität zu vernachlässigen ist, ein Filmemacher oder Fotograf wird das sicherlich anders sehen) gibt es eigentlich nur ein Manko, das ein Tablet von einem Laptop abwertet: Die fehlende Hardwaretastatur.

Wer Texte ab einer Dreiviertel-A4-Seite verfassen muss, wird schnell frustig, wenn die Eingabe über die Bildschirmtastatur erfolgen muss. Hierbei hat iOS beim iPad noch die Nase vorn. Die Eingabe auf der On-Screen-Tastatur fällt sehr flüssig aus und ohne Hänger. Dafür ist hier die Vorschlagskorrektur unter aller Sau, denn vorgeschlagene Wortergänzungen werden automatisch übernommen, es sei denn man tippt auf das kleine X und Xt sie damit weg. Das hemmt wiederum den Schreibfluss, weil man oft doch etwas anderes schreiben wollte, als man vorgeschlagen bekommt.

Anders sieht es bei Android aus: Trotz „butterweicher“ Bildschirmanimation, mit der das aktuelle Android OS Jelly Bean gerne beworben wirbt, hakt die Bidlschirmtastatur selbst bei vermeintlichen HighEnd-Geräten mit QuadCore und großzügigem RAM (getestet beim Galaxy Note 10.1 – überhaupt kein Vergleich zum iOS, wer etwas anderes behauptet, hat entweder eine mir sehr fremde Form von Wahrnehmung oder tippt mit Zwei-Finger-Suchsystem).

Die Texteingabe auf Tablets kann jedoch enorm beschleunigt und komfortabel erledigt werden. Zwar ist ASUS hier mit der Transformer-Reihe einen entscheidenden Schritt gegangen, doch der Anwender musste auch hier feststellen, dass die angedockte Tastatur oft hakt und noch starkes Verbesserungspotenzial besitzt.

Apple hat beim iOS auch hier die Nase vorn. Bluetoothtastaturen für das iPad, ganz gleich ob original Apple-Keyboards oder von Drittanbietern wie Logitech, funktionieren harmonisch und hervorragend mit dem iPad. Schnelles, flüssiges Tippen ist damit genauso unkompliziert möglich, wie beispielsweise auf einem Mac-System.

Bei Android hat es eine Weile gedauert, bis man soweit war. Für Bluetooth-Tastaturen waren spezielle Apps mit entsprechenden Treibern notwendig, die zuweilen nicht einmal das deutsche Tastaturlayout besaßen oder sich erst nach jedem dritten Versuch ordentlich mit dem Tablet verbanden.

Samsung bietet für seine Geräte entsprechende Peripherie an, die auf Anhieb mit den hauseigenen Geräten funktioniert. Das Koppeln der original Samsung-Bluetooth-Tastatur mit dem Galaxy Note 10.1 klappt hervorragend und auf der Tastatur lässt sich genauso flüssig schreiben, wie auf der Logitech Tastatur für das iPad.

Und warum stellt man sich jetzt Tablet mit Tastatur auf den Tisch? Ganz einfach: Ich verlasse meinen Arbeitsplatz sehr oft und nehme dann das Tablet mit. Der Kontakt zur BT-Tastatur geht dann zwar verloren, aber wenn ich zum Schreibtisch zurückkehre, wird er automatisch wiederhergestellt. Somit bleibt das Tablet ein extrem mobiles Arbeitsgerät, das nicht erst zusammengeklappt, unter den Arm geklemmt und woanders wieder aufgebaut werden muss, sondern man bedient es leicht in der Hand und kritzelt mit entsprechendem Stylus (hier hat das Galaxy Note 10.1 definitiv die Nase vor Apple und allen anderen Geräten vorn) seine Notizen auf dem Display. Beim G Note 10.1 kann man hier sogar zwischen Handschrift und Schrifterkennung wählen. Letztere wandelte das eigene Gekrakel sehr zuverlässig in gedruckten Text um, da erblasst jede OCR-Software vor Neid. Wenn meine Sauklaue da schon problemlos erkannt wird, dann heißt das schon was.

Tablets eine Spielerei? Mitnichten! Für mich sind sie ein Segen.

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