Browser-Dilemma

Früher war alles einfach. Wer wusste, wie man einen Computer einschaltet, der hat den Internetexplorer genutzt, um im Welt-weiten-Netz zu surfen. Wer auf Boris Beckers „Binischon drin?“ reingefallen ist, hatte eine „Durch-das-Netz-Bewegen-Maschine“ von AOL. Und diejenigen, die sich eher als User, denn als DAUs sahen, nutzten den Netscape Navigator.

AOL kennt heute kaum noch jemand. Genauso wenig wie Compuserve. Netscape ist Geschichte auf deren Basis Mozilla das Open Source Projekt Firefox entwickelte. Dann kamen die Nordmannen mit Opera dazu und der Suchmaschinengigant Google musste mit Chrome sein eigenes Frickelwerk dazu beisteuern.

Nicht zu vergessen die Herrschaften aus Cupertino, die ja immer noch einen Extrakuchen backen müssen und die Navigation durch die weltweite Vernetzung eher mit einem Ausflug in die Wildnis verglichen und passend zu den Großkatzennamen ihrer Betriebssystemversionen einen Browser namens Daktari … pardon Safari schufen.

Ganz pauschal darf man sagen, dass der Internetexplorer bis in seiner finalen, aktuellen Version Schrott ist. Das muss man auch nicht beweisen oder an Beispielen belegen. Das ist einfach so und da würde einen jeder Richter ob einer Verleumdungsklage freisprechen. Wahrscheinlicher ist, dass die Staatsanwaltschaft nicht mal Anklage erhebt.

Unter dem Vorwand von versuchtem Monopolismus zwang man Microsoft also, eine Browser-Auswahlmöglichkeit ins Betriebssystem einzubauen, damit die Mädels aus Redmond dem geneigten Benutzer nicht den Internetexplorer aufzwingen, sondern dieser die freie Wahl hat, ohne dass er sich selbst darüber informiert. Microsoft musste also darauf hinweisen: „Hey, Leute! Wir sind nicht allein hier draußen. Es gibt auch andere Browser neben dem Internetexplorer und wir wurden gezwungen dich darauf hinzuweisen.“

Witzig, dass Apple das nicht tun musste, denn beim Start eines Mac-Systems steht als einziger Browser besagter Daktari … pardon Safari zur Verfügung. Wer was anderes will, muss sich selbst kümmern.

Nun gut, für welchen Browser entscheide ich mich da eigentlich? Opera ausprobiert, da fehlten zu viele Sachen und Webseiten wurden nicht immer korrekt angezeigt. Also Firefox. Das lief eine Zeitlang recht gut, bis der kleine Feuerfuchs immer umfangreicher wurde und sich selbst ausbremste.

Da kam Google wie gerufen um die Ecke. Neue Ideen, tabbed Browsing, Instanzen, die ruhig mal einzeln abstürzen konnten, solange alle anderen Tabs noch weiter liefen. Und die Verwurzelung in die Google Welt mit Smartphone & Co. ließ einen Google Chrome Browser so richtig aufleben und tut es auch heute noch.

Aber der Versionswahn bringt momentan weder Evolution noch Revolution. Statt die Browserwelt zu verschlanken, flotter zu machen, weniger Ressourcenhungrig, verwandeln die Entwickler sie ins Gegenteil. Wo stehen wir heute? Bei Firefox Version 38. Chrome strebt unaufhaltsam auf Version 50 zu.

Selbst Opera macht das Wettrüsten mit und ist bei Version 29 angelangt.

Obwohl langjähriger und eingefleischter Chrome-Nutzer, nervt mich Google Netznavigationssoftware momentan gewaltig.

Chrome frisst deinen Speicher und deine Kapazitäten. Es ist ein alles verschlingendes Monster. Da helfen selbst 16 GB Arbeitsspeicher nicht und auch kein schneller iCore 7 Prozessor mit 3,4 GHz-Taktfrequenz.

Ist Chrome geöffnet, kann man den freien RAM-Speicher purzeln sehen. Das System wird lahm. Und selbst wenn man noch schneinbar genug RAM übrig hat, verhindert Chrome ein sauberes Arbeiten, bei dem etwas mehr Kapazitäten gefragt werden.

Inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich mir in Chrome keine YouTube-Videos mehr auf meinem Spitzensystem angucken kann. Alle 7 Sekunden gibts einen Ruckler.

Noch schlimmer: Auch Quicktime und VLC ruckeln alle 7 Sekunden beim Abspielen von Videodateien von der Festplatte.

Und das nur, wenn Chrome gestartet ist.

Aber ich brauche Chrome … glaube ich … glaubte ich. Charmant ist, alle Lesezeichen auf allen Geräten zu haben. Handy, Tablet, Notebook, Desktop-PC. Aber auch auf Android-Geräten habe ich zunehmend das Gefühl, dass Chrome mich ausbremst. Es dauert, bis Seiten aufgerufen werden und die App überhaupt erst einmal startet.

Wieso eigentlich? Bei meinem Chromebook mit Chrome OS habe ich das Problem nicht. Und die Systemressourcen eines Chromebooks sind was Prozessor und Speicher betrifft auf ein Minimum reduziert. Ich hab selbst bei 20 geöffneten Tabs bisher keine Performance Einbußen gehabt.

Aber auf dem Mac? Katastrophal.

Welchen Browser nehme ich dann? Ein Freund und Kollege schwärmte stets von Safari, aber ich glaube er kennt nur die mobile Version unter iOS. Denn Safari ist auf all meinen Mac ein noch größerer Feind. Der erste Aufruf dauert schon ungewöhnlich lange, manchmal starre ich sekundenlang auf weiße Schirme, ehe Safari reagiert und eine gewünschte Seite aufruft. Und das nicht nur auf meinem iMac, sondern auch auf den MacBooks.

Also Firefox. Ohaaaa! YouTube Videos funktionieren einwandfrei und auch wenn Firefox mit diversen Tabs geöffnet ist, spielen VLC und Quicktime flüssig. Und oh Wunder, ich habe noch immer RAM frei im GB-Bereich, nicht wie bei Chrome im MB-Bereich.

Doch was ist das? Da will man mal alte Mails im 1und1-Webmailer raussuchen und Firefox zeigt den gar nicht an. Obwohl der Webmailer laut 1und1 state-of-the-art ist. Erst Opera zeigt mir vollen Zugriff auf meine alten auf dem IMAP-Server hinterlegten Mails, ehe ich komplett auf Googles G-Mail und auf Gmail als Webclient gestiegen bin.

Hat man mal größere Downloads im GB-Beriech vor, ist auch hier Opera die zuverlässigste Wahl. Firefox, Safari und auch Chrome brechen Downloads gerne mal ab. Kennzeichnen den Abbruch aber nicht, sondern gaukeln einem vor, sie hätten jedes Bytchen auch runtergeladen.

Wo stehe ich also jetzt? Ich wünsche mir einfach den besten und perfekten Browser nicht so Luschenansagen „Wir haben den fortschrittlichsten Browser der Welt“. Nichts habt ihr! Weder Cupertino, Mountain View, noch Redmond, noch Oslo.

Vielleicht ist Redmond aber gerade die letzte Hoffnung. Mit Windows 10 kommt Edge. Mal gucken – aber der wird mir vermutlich nicht auf einem MacOS nutzen …

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