Samsung Galaxy S7 – ganz schwach, Herrschaften

Gestern um 19 Uhr MEZ hat Samsung auf dem MWC in Barcelona sein neues Flaggschiff das Galaxy S7 vorgestellt.

Mit reichlich Bombast, der sich nach einer Nacht drüber schlafen jedoch eher nur als Schaumschlag herausstellt.

Im Falle Apples wäre das S7 eher nur eine S-Nummer – also ein S6s geworden. Designtechnisch hat sich so gut  wie nichts geändert (außer, dass sie es geschafft haben, die Kamera etwas tiefer ins Gehäuse zu drücken) bleibt es bei der mit dem S6 eingeführten Produktlinie: Glas, Metallrahmen, Glas. Was vielleicht im ersten Moment wertig klingt und chic aussieht ist jedoch nicht jedermanns Sache.

Die Glasrückseite zieht wie die Front natürlich Fingerabdrücke en masse an, was gerade bei einer dunklen Farbe auffällt. Und die Glasrückseite ist in mancher Hand rutschiger als eine Metallrückseite. Griffigkeit findet hier man wenig, also greift man zwangsläufig zu einer Schutzhülle oder -tasche und pfeift auf das Design.

Ansonsten: Was kann das S7? Ich wurde gestern Abend gefragt, ob es ein Killerfeature gibt und bei der Selbstreflexion, was ich gestern im Livestream gesehen habe, frage ich mich, ob es überhaupt ein Feature gibt.

Klar, das S7 nutzt gegenüber dem S6 die neusten auf dem Markt verfügbaren Komponenten. Aktuellster Prozessor (ob nun von Qualcomm oder Samsung themselves), aktuelle Grafikeinheit, großzügig 4 GB RAM.

Pixeltechnisch hat sich nichts großartiges getan. Es wird die gleiche UHD-Auflösung wie beim Vorgänger verwendet, wir haben immer noch einen Homebutton mit Fingerabdrucksensor, die Ein- und Ausschalter befinden sich noch immer an der gleichen Stelle und Samsung verwendet weiterhin einen Micro-USB-Anschluss, statt eines USB-Typ-C – wohl um auch weiterhin das gleiche Zubehör (wie z.B. die Gear VR) nutzen zu können.

Die Akkukapazität wurde erhöht und die Displaydiagnonale zwischen S7 und S7 Egde wurde vergrößert (S7: 5,1 Zoll (wie beim S6), S7 Edge nun auf 5,5 Zoll gewachsen).

An Erweiterungen gibt es ein neues Kühlsystem, eine IP68 Zertifizierung, was das Gerät einen Plumpser ins Wasser aushalten lässt und … er ist wieder da: Der Micro-SD-Slot.

Die 32 oder 64 GB internen Speicher lassen sich damit wieder erweitern, was gerade in Kombination mit der Gear VR vonnöten ist, denn die ganzen 360 Grad Videos wollen ja irgendwo gespeichert werden.

Statt Specs zu liefern, war ich am Ende der Präsentation etwas baff. Das war es? Ja, die Kamera haben sie verbessert. 12 MP mit Dual-Pixeln, die eine ultraschnelle Fokussierung ermöglichen und bei einer F1.7 Blende auch im Halbdunkel noch geniale Fotos zaubern soll, aber … hey, es ist ein Smartphone, keine Kompaktkamera, da will man insgesamt doch schon etwas mehr, als nur eine bessere Kamera haben, oder nicht?

Ach ja, eine Sache gibts noch: Das Display kann nun auf „Always-on“ gestellt werden, sodass energiesparsam in einem Bereich des Schirms Uhrzeit und eingehende Nachrichten angezeigt werden. Hat den Vorteil, dass man nicht ständig das Gerät aus dem Standby wecken muss, wenn man nur nach der Zeit oder einem Nachrichteneingang sehen will.

Denn genau wie LG in der 14-Uhr-Präsentation gestern hat auch Samsung in der 19-Uhr-Präsentation herausgefunden, dass der Mensch ca. 150 x am Tag (!) auf das Display seines Handys gafft, nur um neue Nachrichten zu checken oder die Zeit zu erfahren.

Aber das war es wirklich jetzt. Keine neuen Sensoren, keine holografische Darstellung, kein flexibles Display, kein Retinascan, kein was-weiß-ich-welches-Feature. Ein Facelift. Eine Modellpflege. Mehr ist das S7 nicht. Und für diese Pflege verlangen sie natürlich die gleichen Preise wie letztes Jahr – aber 699 Euro für das S6 mit 32 GB RAM geht es los. Wer vorbestellt und nicht auf einen Preisverfall wartet, erhält bei einigen Händlern kostenlos die Gear VR dazu (Wert ca. 99 Euro).

 

Wenn ich jetzt mal rüber schaue zu den Leuten von LG, da sehe ich einen gewissen Mehrwert und Vorteil, der Samsung ganz schön doof dastehen lässt.

LG bringt das G5 auf den Markt. Natürlich wird auch hier in erster Linie erst einmal das Wesentliche mit aktueller Hardware aufgemotzt. Snapdragon 820, 4 GB RAM, die Auflösung ebenfalls im UHD-Bereich, ansonsten das, was man von LG kennt (Micro-SD Slot, wechselbarer Akku) plus … ja plus einige Features und Designänderungen.

Erstmals präsentiert LG das Flaggschiff in einem Aluminium-Uni-Body. Tscha, Samsung, da guckstdu, was?

Der Fingerabruck-Scanner liegt wie bei den Vorseriengeräten auf der Rückseite und dient wohl direkt als Power-Button. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteile für diejenigen, die ihr Telefon beim Aufnehmen (vom Tisch oder aus der Hosen- oder Jackentasche) direkt sicher entsperrt haben möchten. Nachteilig für diejenigen, die ihr Gerät häufig auf dem Tisch liegen haben und es beim Entsperren gerne liegen lassen, weil sie Nachrichten lesen oder checken wollen.

Dem letzteren kommt LG aber entgegen, denn genau wie Samsung hat man das Display „Always on“ geschaltet, um Uhrzeit und weitere Infos direkt ablesen zu können, ohne, dass das Gerät aus dem Standby geweckt werden muss. Doof nur, dass beim GF die Kameras so weit herausstehen, dass ein Liegen auf dem Tisch eher eine wackelige Angelegenheit wird. Man wird also auf dem Schreibtisch eher zu einem Geräteständer greifen (müssen).

Apropos Kamera: Auch hier legt LG nach. Zwei Kameras auf der Rückseite, eine mit 16 MP, eine 8 MP und 135 Grad Weitwinkel – ein anderes Konzept als Samsung, aber wie gesagt, wir sind hier im Smartphonebereich und die Kamera sollte kein Killerfeature sein. Man will noch andere Dinge mit so einem Telefon tun, als nur knipsen.

Die Akku-Kapazität hat man leider auf 2800 mAh runtergeschraubt. Das Display liegt bei 5,3″ – also 0,2″ kleiner als der Vorgänger.

Was ist denn nun das Feature, das neben dem Alugehäuse, das ja auch nicht viele bieten, das G5 besser dastehen lässt, als das Galaxy S7.

Da haben wir ihn, den sogenannten Magic Slot. Ja, natürlich wollen sie alle euer Geld und kriegen es durch Zubehör, und eben für jenes Zubehör ist der Magic Slot geschaffen worden.

Die untere Partie unterhalb des Displays ist ein Slider, der  sich aus dem G5 herausziehen lässt. Darüber lässt sich nicht nur der Akku blitzschnell wechseln ohne erst großartig die Rückseite abknibbeln zu müssen, sondern der Slot dient auch reichlich Zubehörmodulen wie dem CamPlus (Kameramodul) oder einem HiFi-Modul von Bang&Olufsen als Verbindungsstück. Nicht zuletzt soll Zubehör nicht aus dem Hause LG verwendet werden können, sondern auch von Drittanbietern.

Preislich schraubt sich LG in die Oberliga. Während man seinerzeit das LG G2 noch für „schlanke“ 499 Euro zum Start bekommen konnte, ist man immer mutiger geworden. So wird bei Amazon das G5 mit 749 Euro aufgerufen und ist damit in der 32 GB Version sogar teurer als das Galaxy S7.

Am Ende stellt sich natürlich die Frage für den durchschnittlichen User eines Smartphones: Lohnt sich denn bis jetzt der Umstieg von einem 2015er-Gerät auf ein 2016er? Gibt es irgendetwas, das so spannend ist, dass man nun unbedingt eines der neuen Geräte haben muss?

Nein, eigentlich nicht. Es sei denn, man will wirklich zu 90% mit dem Smartphone fotografieren und Zubehör wie die CamPlus von LG oder die Samsung 360 CAM nutzen oder baut voll und ganz auf Virtual Reality. Neben der Gear VR, die dieses Jahr wohl nicht in verbesserter Version herauskommen wird, bringt LG ebenfalls eine VR-Brille heraus, die unter dem Namen LG 360 VR  in den Handel kommt. Im Gegensatz zu anderen VR-Brillen (abgesehen von der Oculus Rift und der HTC Vive) muss in die 360 VR kein Smartphone eingelegt werden, sondern die Brille wird mit dem mobilen Gerät über ein USB-C-Kabel verbunden. Das ermöglicht einen wesentlich besseren Tragekomfort.

 

 

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