Cortana und Pferdesperma

Ja, ungewöhnliche Headline, gebe ich zu – und ja, seltsam, aber so hat es sich zugetragen.

Fangen wir von vorne an. Sprachassistenten sind eine coole Erfindung, das wissen wir bereits seit Spocks „Computer, tu dies, mach das“ und Michael Knights „Kitt, hol mich hier raus“.

Wenn wir mal Unsäglichkeiten wie S Voice und Co ausklammern, bleiben die drei bekanntesten Vertreter der Sprachassistenten (im Folgenden mit SA abgekürzt) übrig: Apples Siri mit weiblicher und auch männlicher Stimme, Googles „Google“ oder „Google Now“ mit weiblicher, oft schnippischer Stimme und Microsofts Cortana mit scheppernd-blecherner Stimme.

Leider ist die Interaktion mit diesen heute noch immer mehr als dürftig. Es gibt ein paar nette Gimmicks. Alle drei SAs kann man nach dem Wetter fragen und sie geben eine Antwort, während sie das Ergebnis visuell auf dem Display präsentieren. Man kann sowohl mit Siri als auch mit Cortana ein Kurzgespräch führen, doch die künstliche Intelligenz, die vielleicht eine ähnliche oder gar bessere Interaktion führen könnte als das uralte Psychologie-Programm ELIZA (immerhin von 1966). Doch Folgekonversationen können weder Siri noch Cortana führen. Auf eine Frage oder eine Aussage gibt es eine Antwort oder bei „Hilflosigkeit“ die Ausflucht „Ich kann im Internet für dich suchen“.

Hey, Siri. Du bist nett.

Danke. Du aber auch, Martin.

Findest du?

Ich verstehe nicht.

Weiter geht es eben nicht. Bei Cortana kann man schon dankbar sein, überhaupt eine Antwort zu bekommen und das anonyme, namenlose Google (oder steht NOW für Nadine Olga Wartoschowski?) fängt gleich mit der Suche im Internet an.

Hier steckt noch ungeheures Entwicklungspotenzial und die Hersteller und Programmierer haben noch nicht einmal begonnen an der Oberfläche zu kratzen. Es wird hier sicherlich noch ein Weilchen dauern, bis das Smartphone tatsächlich smart wird.

Die SAs bieten neben der Suche aber noch wertvolle andere Informationen. Während NOW sich hier sehr beschränkt anstellt und hauptsächlich Infos aus dem Internet über sogenannte Google-Kart(ei)en zur Verfügung stellt, können Siri und Cortana Infos aus dem Adressbuch oder dem Kalender zusammentragen.

Hey, Siri, welche Termine habe ich heute?

Siri sagt mir mit netter, süffisanter Stimme: Du hast heute zwei Termine

und listet einen Eintrag aus meinem Kalender auf. Dumm nur, dass hier der bordeigene Apple-Kalender bedient wird, ich aber komplett auf Outlook umgestiegen bin und mir dieses nicht angezeigt wird.

Hey, Cortana, welche Termine habe ich heute?

Cortana sagt mir mit etwas bedächtig klingender Stimme: Ich habe 7 Termine für heute gefunden. Hier sind deine Termine.

Und dann folgt eine Liste mit den Terminen. Cortana nutzt den Outlook Kalender.

Hey, Cortana, stelle den Wecker auf 6:15 Uhr.

Cortana antwortet: Dein Wecker ist auf 6:15 Uhr gestellt.

Hey, Siri, stelle den Wecker auf 6:15 Uhr

Siri antwortet: Ein Wecker wurde für 6:15 Uhr gestellt.

Einfach Gimmicks, die einem das Leben erleichtern können, wenn man gerade keine Hand frei hat und nicht tippen will.

Kommen wir zum Pferdesperma.

Die freie Hand und das Tippen längerer Texte auf einer kleinen Bildschirmtastatur schränken unsere Kommunikation zu anderen etwas ein. Die SAs können einem diese Arbeit abnehmen. So ist Siri in der Lage, komplette Bildschirminhalte, wie E-Mails, SMS oder ähnliches vorzulesen.

Aber man kann mit Siri, Cortana und NOW auch ziemlich gut diktieren. Die Spracherkennung ist natürlich nicht 100% einwandfrei, abhängig von der Aussprache des Sprechers und der Umgebungsgeräusche, aber mit Punkt und Komma, kommen beim normalen Sprechen ordentliche Sätze zustande.

Mal eben eine E-Mail oder What’s App getippt. Kein Problem, einfach diktieren und schon ist man die Sorge des Tippens los.

Probleme verursachen vermischte Sprachen. Weder Siri noch Cortana noch Frau Wartoschowski kommen mit Wörtern anderer Sprachen als die als Systemsprache eingestellte klar. Als nativer Englischsprechender ist das kein Problem, denn wer verwendet in englischer Sprache häufig Begriffe aus dem Deutschen oder dem Spanischen?

Die deutsche Sprache tut sich damit schwer – wir haben zu viele Anglizismen im Sprachschatz, ob wir wollen oder nicht, allein schon durch die vielen Markennamen und Firmen, die zu uns rübergeschwappt sind.

Es ist schwer, Siri nach dem nächsten Subway-Restaurant zu fragen, wenn man Subway Englisch ausspricht. Bei Suppwai versteht uns die freundliche Stimme aus Cupertino schon besser.

Hey, Siri, wo finde ich den nächsten Subway?

Siri versteht: Wo finde ich den nächsten Sapori und antwortet mit „Alles klar, schau mal“ und zeigt mir eine Karte mit der Adresse des Bistorant Sapori D’Italia in Dortmund.

Frau Cortana versteht Subway blendend, interagiert aber nicht, sondern wirft mir furztrocken eine Liste mit Internetadressen über Subway aus – natürlich über die Suchmaschine BING, die so zu gar nichts taugt.

Kehren wir zurück zum Pferdesperma.

Es begab sich sich also, dass ich in einem What’s App Chat steckte und keine Muße und Zeit hatte, etwas zu tippen oder mich mit What’s App Web zu verbinden. Daher nutzte ich die Diktierfunktion und Cortana als Assistentin (da ich auf einem Windows 10 Phone unterwegs war).

Meine Antwort lautete sinngemäß: Sorry, ich hatte nicht gesehen, dass die Bestellung von Amazon her kam.

Cortana schrieb den Text: Sorry, ich hatte nicht gesehen, dass die Bestellung horse cum.

Alles klar, Freunde? Also, aufpassen, was ihr sagt, es kann schnell in den falschen Hals geraten.

 

 

 

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