Google dreht am Rad

Gestern konnte ich vor Bluthochdruck und Aufenthalt in meinem Sauerstoffzelt leider keinen Beitrag mehr zu der Google-Keynote @madebygoogle schreiben. Das hole ich heute nach.

Ungeachtet der Vorstellung von künstlicher Intelligenz, dem neuen Google Assistant, der nachwievor auf das popelige „Okay Google“ hört, was auch nicht viel besser klingt als „Hey, Siri“ oder „Hey, Cortana“ und noch Lichtjahre von einem simplen und persönlicherem „Alexa“ entfernt ist, ungeachtet auch der Vorstellung des neuen Google Home Lautsprechers, der genau ein Jahr zu spät herauskommt, da Amazon mit Echo bereits letztes Jahr vorgelegt hat und auch ungeachtet der Tatsache, dass aus dem Google Cardboard jetzt etwas mehr als Pappe geworden ist, standen doch zwei Geräte im Vordergrund der Keynote: Die beiden neuen Smartphones Pixel und Pixel XL.

Die Leaks haben im Vorfeld wieder sehr sorgfältig alles enthüllt, was es über diese Telefone – pardon, Handheld-Computer, die unter anderem eine Telefonfunktionen beinhalten – zu wissen gilt. Es gab keine Überraschungen.

Keine? Na, das stimmt nicht ganz. Überraschend für jedermann ist hier wohl der Preis.

Aber dazu kommen wir gleich. Was haben wir denn?

Zwei Highend-Smartphones, die auf den ersten Blick eher wie Midsection und wenig innovativ anmuten. Was macht die beiden Pixel zu HighEnd-Phones? Vornehmlich der neuste Qualmcomm-Prozessor Snapdragon 821 und 4 GB RAM, aber Moment mal … ist das wirklich Highend? Immerhin hat das im mittleren Preissegment eingeordnete OnePlus 3 6 GB RAM, wenn auch der Prozessor „nur“ der Snapdragon 820 ist.

Was gibts denn sonst noch? Beim 5″ großen Display nur Full-HD, wo Samsung und HTC schon Quad-HD bei gleicher Größe auf den Markt werfen. 

Eine Kamera mit 12 MP, die angeblich die Beste sein soll, die je für ein Smartphone gebaut wurde. Hust, Röchel. Echt jetzt, Google? Wem erzählt ihr das? Hirnlosen Zuschauern?

Die Benchmark Einblendung von DXO Mark zeigt nur iPhones, nicht mal die Kameras des HTC 10 und des Samsung Galaxy S7 oder Note 7. Besser als das iPhone zu sein, heißt noch lange nicht, die beste Kamera zu haben. Und bei nur einer f/2.0 Blende und völlig fehlendem Bildstabilisator frage ich mich ernsthaft, welcher Shit in Mountain View geraucht wird, um zu solchen Behauptungen zu kommen.

Auch wenn die Superlativen in der Präsentation fehlen, scheint es Apple-Shit gewesen zu sein, denn nicht nur, dass man diese nach den Specs eher mittelmäßiger Kamera als die beste ever kürt, nein, man wandert auch gleich ins Apple-Preissegment.

Da soll das günstigste Pixel mit 32 GB Flash-Speicher doch genauso viel kosten, wie das günstigste iPhone 7. Und der Preis für das Pixel XL mit 128 GB Flash liegt gleichauf mit dem iPhone 7 Plus mit 128 GB Speicher – 1.009 Euro.

Seid ihr eigentlich noch ganz dicht, Mountain View? Wir reden hier über beschissene Androiden, die ausnahmsweise nur den aktuellsten Prozessor als not really nice to have bieten, mal abgesehen von einem strunzlangweiligen Design auf der Front und einem ekelhaft unästhetischem Anblick mit hartem Übergang von Aluminium zu Glas. Aber nicht nur die Preise sind von Apple kopiert, nein auch das Frontdesign mit sehr starken Rändern, mutet wie ein iPhone an.

400 Euro für 32 GB wäre das höchste aller Gefühle gewesen, aber 759 Euro? Hinzu kommt, dass wir wissen, dass solche Geräte einen raschen Preisverfall haben. Und das nur, um zügig Updates zu bekommen? Ja will man das denn überhaupt?

Never change a running System. Zwei Android Sicherheitspatches haben mir die Akkuleistung des Nexus 6P und des Pixel C in den Keller geschraubt. Nur ein Zurücksetzen der Geräte brachte mich wieder nach vorn.

Das Android Nougat Update für das Top-Smartphone Nexus 6P ließ endlos lange auf sich warten (soviel zur raschen Update-Politik) und für das Nexus 5X ging es gründlich in die Hose.

Wem, liebes Google, wolltet ihr jetzt diese Geräte verkaufen? Behaltet sie, erstickt daran. Im Zeitalter hervorragender günstiger chinesischer Produkte von Huawei, Honor und Xiaomi hat es niemand nötig so viel Geld für so wenig Smartphone auszugeben, solange kein angebissener Apfel auf der Rückseite prangt. 

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