Speed. Mehr Speeeeed!

Für all jene, die sich momentan mit einem DSL 16.000 oder niedrigerem Internetanschluss begnügen, ist dieser Beitrag gesundheitsschädlich. Bitte klicken Sie weiter. Weg. Oder konsultieren Sie zumindest Ihren Arzt oder Apotheker.

E-Mail. Web. Musik-Streaming. Film-Streaming in Full-HD-Qualität oder darüber hinaus. WLAN-Geräte wie Lautsprecher, Beleuchtung, Temperatursensoren, Wetterstationen, Kameraüberwachung. Spiele und DLC-Downloads im fast zweistelligen Gigabyte-Bereich für PC und Spielekonsolen.

Früher, da brauchte man ja nur ein Modem, das sich mit quietschenden Tönen mit einem anderen Rechner verband und damit die Telefonleitung sperrte. E-Mails und Newsgruppen mal eben über das DOS-Programm Xpoint abgerufen und danach schnell wieder die Verbindung getrennt, denn jede Minute zählte und kostete Geld.

Webansicht im Schneckentempo? Eigentlich nicht so sehr, denn damals war das Web noch überschaubar, hatte eine Internetseite eher Größen im Kilobyte-Bereich, statt im dreistelligen Megabyte-Bereich. Einen Song von einer mehr oder weniger seriösen Quelle herunterladen? Ein halbes Megabyte pro Minute?

Heute hat sich alles verändert. Wir ziehen uns Musik in CD-Qualität in Echtzeit genauso aus dem Netz, wie 6 GB-große Filmdateien, die wir uns verlust- und ruckelfrei dabei anschauen. Das geht natürlich nur, wenn man ein schnelles Internet sein eigen nennt.

Für einige Zwecke reicht eine 6.000er Leitung, doch wer Filme anschauen will, egal über Webdienste oder diverse Streaming-Boxen wie Apple TV, FireTV oder Chromecast, der sollte schon 6.000 KBit/sec zur Verfügung stellen. Das kann unter umständen noch mit dem gleichnamigen DSL 6.000 funktionieren, aber dann wird die Luft dünn und die Bandbreite reicht für nichts anderes mehr. Synchronisiert man nebenbei einen seiner Clouddienste wie Dropbox, GoogleDrive oder OneDrive, will noch im Web surfen, seine E-Mails checken, gegebenenfalls das Kind mit der Playstation online spielen, dann ist das Filmerlebnis rasch dahin, weil niemand mehr mit dem Nachladen oder Puffern hinterher kommt.

Viele können sich glücklich schätzen, in solchen Bedarfsfällen eine DSL 16.000-Leitung zu haben, auch wenn oft diese Bandbreite gar nicht beim Empfänger ankommt. Meine letzte übers Telefonnetz eingespeiste Leitung bei Vodafone war eine DSL 16.000er Leitung – angekommen sind bei mir maximal 13.000 Kbit/sec.

Sicherlich ist Bandbreite relativ, ist sie doch nicht nur davon abhängig, über welche Geschwindigkeitskapazitäten man selbst verfügt und welche der Provider zur Verfügung stellt, sondern auch davon, welche der externe Server, bei dem ich Daten abrufe, mir gibt.

Selbst wer auf ein Geschwindigkeitsversprechen seines Providers im dreistelligen Mbit-Bereich eingeht, sollte sich vorher überlegen, ob hier seine Hardware überhaupt mitspielt. Was habe ich von eine 150 Mbit-Leitung, wenn mein veralteter Rechner eine Netzwerkkarte verbaut hat, die ohnehin nur 100 Mbit verarbeiten kann?

Dazu gleich mehr.

Vor etwa vier Jahren habe ich mich von dem herkömmlichen Internet über das Telefonnetz abgekoppelt und mich auf Unitymedia eingelassen, die wahnsinnige Geschwindigkeit über das Kabelnetz bieten. DSL 16.000? Lachhaft. VDSL 50.000? Ach kommt, bitte. Nein, sage und schreibe „DSL“ 150.000 – Mit 150 Mbit/sec im Netz unterwegs, 9 mal schneller als die übliche DSL 16.000-Leitung.

Im Laufe der letzten vier Jahre habe ich meinen Haushalt an meine Internetgeschwindigkeit angepasst. Während bei meiner alten 16.000er Leitung mein Sohn arge Probleme bekam, online über die XBox zu spielen, während ich 1 GB Daten mit der Dropbox synchronisierte, gehörten diese Probleme schnell der Vergangenheit an.

Genug Bandbreite für alle Geräte.

Oben erwähnte Geschichten wie Musikstreaming-Boxen, Multiroom-Lautsprecher, Filmstreaming, Beleuchtung etc. gesellten sich rasch dazu. Und alles davon brauchte Internet.

Dann die Ernüchterung: Abbrüche bei der Verbindung. Plötzlich ging nichts mehr.

Suche im Netz. Recherchen. Fündig geworden. Die Funkfrequenz des WLANs ist schlicht überlastet. Mindestens 13 verschiedene WLANs meiner Nachbarn in Reichweite. Es kommt, egal welchen Kanal man wählt, zu Überschneidungen.

Die von Samsung produzierte Horizon Box von Unitymedia bot hier eine Alternative. Sie ließ sich damals auch im 5GHz-Netz betreiben. Also habe ich die Sache umgestellt. Das 5 GHz-Funknetz ist nicht so stark frequentiert, bietet darüber hinaus noch Standards, die höhere Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen, aber es gibt auch Kehrseiten: Die Reichweite ist geringer und nicht jedes WLAN-fähige Gerät kann Funkwellen auf einer Frequenz von 5 GHz empfangen. So konnten einige damalige Geräte von Lenovo und Motorola sowie Amazons Kindles das WLAN gar nicht mehr finden.

Der Workaround war  damals, einen externen Router an die Horizon Box anzuschließen und ein zweites WLAN im 2,4 GHz-Bereich aufzubauen, damit zumindest dieses Geräte auch mit Internet versorgt  werden konnten.

Nach einem Update der Horizon Box war diese Maßnahme hinfällig, denn das Samsung-Gerät konnte dann parallel auf 2,4 und 5 GHz funken. Der Router verschwand und leistet heute gute Dienste in meiner Firma, um einen Konferenzraum mit WLAN zu versorgen.

Doch die zweite Ernüchterung folgte bald: Störungen im Unitymedia-Netz und immer wieder Abbrüche der Internetverbindung. Mehrmals meldete ich die Störungen. Zweimal war ein Techniker bei mir. Aber niemals zog Unitymedia in Betracht, dass eventuell die Horizon Box einen Defekt hatte.

Ich lebte mit dem Umstand, dass ich die Box spätestens alle zwei Tage neu starten musste, manchmal aber auch dreimal am Tag oder manchmal auch nur einmal die Woche.

Für essentielle Aufgaben, wie beispielsweise das Wecken über die SONOS-Boxen war das keine Option. Internet weg. Kein Wecken.

Da ich mich damals so sehr aufs Internet eingelassen hatte, brauchte ich eine stabile Backup-Lösung und buchte einen VDSL-Vertrag bei unserem lokalen Anbieter DOKOM. Von den 50.000 Kbit kommen bei mir zwar nur 20.000 an, aber das reicht, um die Streaming-Dienste zu versorgen, die Lichtsteuerung und die Wetterstationen. Seither hängt das eher Essentielle und Unverzichtbare an der DOKOM-Leitung, während das Verzichtbare (Arbeits-Rechner sowie Spielekonsolen).

Wenn man einen DLC eines Spiels mit 8 GB oder gar ein ganzes Spiel aus dem Store von Sony oder Microsoft mit 30 – 50 GB herunterladen muss, ist man für eine sauschnelle Geschwindigkeit dankbar, wenn man nur eine Stunde statt Tage auf das Ende des Downloads warten muss.

Nun erreichte mich vor einigen Wochen Werbepost von Unitymedia mit einem Upgrade-Angebot und dem Versprechen von 400 Mbit/sec statt „nur“ 150 Mbit/sec.

400 Megabit. Das ist 25 mal schneller als eine DSL16000-Leitung und noch mal 2,5 mal schneller als meine bisherige Leitung.

Holladiewaldfee!

Des Weiteren wird auch der Upstream von bisher nur 5 Mbit auf 10 Mbit/sec erhöht, das dem Upload meiner Youtube-Videos zugute kommt. LTE-Nutzer lachen hier sicherlich nur, denn der Upstream im LTE-Netz lässt jeden vor Neid erblassen. Da sind 50 Mbit oder mehr pro Sekunde nicht selten.

Der Aufpreis von 5 Euro im Monat war verschmerzbar, zumal Unitymedia eh die Preise anhebt und im Angebot noch ein Maxdome-Zugang war.

Nach drei Tagen der Überlegung habe ich schließlich angerufen und gebucht. Erfreulicherweise setzte das Angebot auch ein neues Endgerät voraus, da die bisherige Samsung-Settop-Box nur für maximale Übertragungsraten von 300 Mbit/sec ausgelegt ist.

Hier hegte ich schnell die Hoffnung, dass sich das ständige Neustarten der Box tatsächlich als Geräte-Defekt entpuppt und ich mit der Version 2 der Hoirzon Box bessere Erfahrung mache.

Die Box kam drei Tage nach der Buchung und überraschte mich. Vom Design her ähnlich, aber im Detail unterschiedlich. Einen SCART-Anschluss gibt es nicht mehr. Dafür ist die Box wesentlich schlanker und leichter geworden und die Lüfter sind nicht nur an der Unterseite, sondern auch an den Seiten angebracht. Perfekt.

Seit dem 22.03. ist mein neuer Dienst freigeschaltet und die erste Geschwindigkeitsmessung hat mir einen inneren Reichsparteitag beschert. Das per LAN angeschlossene MacBook zeigte mir 407 Mbit/sec im Downstream und 20 Mbit/sec im Upstream.

Wahnsinn! Selbst der Upstream hatte sich nicht nur verdoppelt, sondern gleich vervierfacht.

Dann die Ernüchterung: Im WLAN kamen leider nur maximal 260 Mbit/sec an. Außer der XBox sind aber keine Geräte direkt an der Horizon Box angeschlossen, da sie sich nicht in Kabelnähe befinden.

Was tun?

Nach einiger Recherche kam mir dann die zündende Idee, um volle Geschwindigkeit auch ins WLAN auszurollen.

Ein externer TP-Link-Router mit genug Kapazität für 1700 Mbit/sec und exorbitanten 3-Antennen-System (extern) und 2 Antennen (intern) wurde gekauft und gestern in Betrieb genommen. Das interne WLAN der Horizon Box ist komplett deaktiviert. Der Router ist übers LAN an die Horizon Box angeschlossen und bekommt  dadurch volle Geschwindigkeit, die er dann über 5 GHz auch funkt.

Und siehe da, ich bekomme auch über WLAN meine SPEEEEEEEED…

screenshot

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Ein Kommentar zu “Speed. Mehr Speeeeed!

  1. […] bereits im März meinen Artikel über meine erweiterte Internetleitung gelesen hat und nicht panisch zusammenzuckt, wenn er eine […]

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