Das What’s App Dilemma

What’s App ist schon cool, aber auch doof.

Cool ist natürlich, dass viele es nutzen und die Reichweite extrem groß ist. Die Sicherheitslücken schießt ja eh jeder in den Wind und Apps wie Telegramm oder Threema haben in meinem Dunstkreis offenbar keine Chance.

Es gibt Alternativen, aber da will keiner so recht ran.

Mein persönliches Hauptmanko an What’s App ist das Gebundensein an eine Mobilfunknummer. Der Messenger von Facebook beispielsweise ist Kontogebunden. Ich kann ihn auf beliebig vielen Smartphones und sogar Tablets nutzen. What’s App benötigt eine Mobilfunknummer und ist (von der Web-Variante abgesehen, die aber auch nur in Verbindung mit einem Smartphone funktioniert) nur an einem Smartphone nutzbar (oder in Ausnahmefällen auf einem SIM-Card-fähigen Tablet, das auch eine Telfoniefunktion bietet).

Bei drei Geräten, die ich im Einsatz habe, wird es für meine Mitmenschen schwierig, mich zu erreichen. Für die wichtigsten Leute habe ich What’s App-Gruppen. Dort schreiben sie mich an und ich bekomme die Nachrichten, egal mit welchem Smartphone ich gerade unterwegs bin.

Es soll in Bälde ein neues Modell von WA kommen, das Mobilfunknummern-unabhängig ist. Ich hoffe bald.

Inzwischen hat sich der Messenger ja stark verbessert. Das Teilen von Inhalten wird leicht gemacht, selbst die Videoaufnahmen lassen sich nun länger und leichter anfertigen, ohne dass man krampfhaft einen Finger auf dem Aufnahmeknopf lassen muss.

Ein nicht zu unterschätzendes Medium ist jedoch die Audio-Funktion eines Messengers.

Irgendwann hat man eine Menge Informationen, die man gerne teilen möchte, die zu viel zum Tippen ist. Selbst über What’s App Web oder man hat schlicht keinen Rechner in der Nähe oder man sitzt im Auto und kann den Touchscreen nicht bedienen.

Ich kenne Nutzer, die diktieren über das Tastaturmikro ihre Nachrichten. Andere wiederum nehmen Audio auf. Die Hemmschwelle scheint gesunken zu sein, einfach irgendetwas auf einen Anrufbeantworter zu sprechen. Monologe werden zur Tagesordnung. Viel Inhalt. Einfach drauflos gesprochen. Und der Empfänger setzt sich Kopfhörer oder Ohrstöpsel auf und „genießt“ die gesprochene Nachricht wie einen Podcast.

Ja, tatsächlich haben manche Monologe Podcast-Ausmaße angenommen. Wenn ich mich zurück erinnere, halte ich in einer Gruppe den Rekord mit 31 Minuten sinnfreiem Gelaber. Aber meine Kumpel sind nicht viel schlechter. 20 bis 25 Minuten bekommen die auch hin.

Nun das Dilemma. Je mehr Einzug Audionachrichten als Informations- und Mitteilungsmedium erhalten haben, desto mehr legt der Nutzer auch Wert auf Qualität.

Es ist schrecklich, einem Fünf-Minuten-Monolog zuzuhören, wenn er sich wie aus dem Klo gesprochen anhört. Kratzend. Zu leise. Mit unangenehmen Neben- und Hintergrundgeräuschen oder Rauschen. Eine klare, laute Stimme sollte es sein, dann macht das Zuhören auch Spaß.

Die Vielfalt der im Umlauf befindlichen Smartphones macht es jedoch den What’s App Entwicklern nicht einfach … oder ist die Vielfalt nicht Schuld, sondern die Entwickler?

Mit jedem neuen Smartphone stelle ich fest, dass die Audioqualität leidet. Mal kommen meine Gesprächspartner zu leise oder zu hallend an, mal sind es meine eigenen Aufnahmen.

Während das Note 8 gut klingt, haben das Pixel 2, das Honor 9 oder auch das OnePlus 5T nur extrem schlechte und sehr leise Audiofiles in What’s App produziert.

Ich nutze daher einen Workaround und nehme meine Sprachansage mit einem Voicerecorder zuvor auf und teile diese Aufnahme dann per What’s App. Eine Sprachnotizen-App bringt Vorteile mit sich: Man muss nicht ständig das Mikrofon-Symbol während der Aufnahme halten (bei ab 10 Minuten Monolog wird es kniffelig), man rutscht nicht versehentlich mit dem Finger ab und der Voicerecorder spart noch Strom, da sich das Display während der Audioaufnahme abschaltet, während die Sprachaufzeichnung direkt in What’s App ein aktives Display benötigt.

Hinzu kommt, dass manche Sprachnotizen-Apps auch noch Qualitätseinstellungsmöglichkeiten bieten. Und sie kommen in den meisten Fällen deutlich, klar und laut herüber.

Ich habe mir angewöhnt selbst beim Note 8 den Sprachrecorder von Samsung zu verwenden, wenn ich weiß, dass ich nun einen längeren Monolog spreche. Der Workaround ist zwar mit zwei „Klicks“ mehr verbunden, als direkt in What’s App aufzunehmen, aber spätestens, wenn der Finger auf dem Bildschirm verkrampft oder abrutscht, wünscht man sich, man hätte den Sprachrecorder sofort genutzt.

Liegt es denn wirklich am Gerät oder liegt es an den Entwicklern?

Sicherlich lassen sich Referenzaufnahmen in anderen Messengern erstellen. Das OnePlus5T klingt bei einer Sprachaufnahme in What’s App extrem leise (ebenso das Pixel 2 XL). In dem Google Messenger Allo oder auch in Skype kommen Sprachnotizen aber glasklar und laut herüber. Der Ball liegt also im Entwicklungsteam von What’s App.

Leider kann aber auch der Workaround seine Tücken haben. Die Sprachnotizen-App (jeder nennt sie anders) beim Honor 9 hat zwar eine bessere Aufnahme hervorgerbracht, als die Direkt-Aufnahme in What’s App, aber war nicht mal Ansatzweise mit der „Diktiergerät“-App von Samsung zu vergleichen, die nahezu Studiosound produziert.

Google hat auf seinen Pixel-Geräten keine Sprachnotiz-App vorinstalliert, so musste ich mich im Playstore erst auf die Suche begeben. Nach zwei katastrophalen App-Ergebnissen habe ich dann die Samsung App gesucht, die jedoch im Playstore nicht eigenständig vertrieben wird, sondern nur über Samsungs eigenen Store, der wiederum auf dem Pixel nicht verfügbar ist.

Ich stieß dann auf die von Sony entwickelte App „Audio Recorder“, die auch auf Sonys Smartphones installiert ist. Aufnehmen, Aufnahmen speichern, Qualitätsmerkmale (Modus Stereo oder Mono / Qualität Spitze, Hoch, Mittel und Basis) sind einstellbar. Teilen einfach über den Share-Button möglich.

Die Qualität ist herausragend und steht dem Diktiergerät von Samsung in nichts nach. Auf dem OnePlus 5T habe ich sie gleich nachinstalliert, obwohl OnePlus eine hauseigene Sprachnotiz-App namens „Recorder“ mit sich bringt, in der zumindest das Ausgabeformat .wav oder .aac gewählt werden kann. Allerdings klingt die Aufnahme sehr blechern – dagegen macht Sony mit seinem Audio Recorder alles richtig.

Fazit: Wer gerne Sprachnachrichten über What’s App verschickt und unterirdisch schlechte Ergebnisse bekommt, sollte nicht sein Smartphone verfluchen, sondern lieber What’s App. Als Workaround für ausgezeichnete Sprachaufnahmen empfehle ich die Audio-Recorder App von Sony (im Playstore erhältlich) oder Samsungs hauseigene App „Diktiergerät“, die für Galaxy-Geräte im Samsung App Store verfügbar ist (oft ist sie auf aktuellen Galaxy-Geräten nicht vorinstalliert und muss erst aus dem Store bezogen werden).

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