Amazon: Wie man seinen besten Kunden vergrault

Als Privatkunde bin ich sicherlich kein kleines Licht bei Amazon. Natürlich gibt es Menschen, gerade Firmen, die viel mehr bestellen, aber so als „kleiner Mann“, der Amazon zu einem seiner Hauptlieferanten erkoren hat, gehöre ich sicherlich nicht zu den ganz kleinen.

Allein 2017 habe ich Waren und Artikel im Wert von EUR 12.373,00 bei Amazon.de bestellt. Das sind also umgerechnet 1.000 Euro im Monat, wenn man es jetzt runterbrechen will.

Ich bin PRIME-Kunde und habe zumindest im Ansatz gehofft, dass Amazons Slogan, das kundenfreundlichste Unternehmen zu werden/sein, Früchte trägt.

Nachdem ich immer wieder vorwiegend Lieferungen wegen verspäteter Anlieferung reklamieren musste, bin ich jetzt an einem ganz anderen Punkt angelangt.

Wir befinden uns noch in Deutschland und Kreditkarten haben zwar Einzug in unser Land erhalten, doch sind sie noch lange nicht gängig bei der deutschen Bevölkerung. Von den meisten Menschen, die ich privat kenne, besitzen nur wenige eine Kreditkarte – weil sie sie normalerweise nicht brauchen.

Wer einkauft zahlt entweder bar oder auf Rechnung oder lässt abbuchen.

Nun verstehe ich, dass größere Bestellbeträge bei Kunden, die vielleicht noch nicht oft und nicht in der Höhe bestellt werden, nicht per Bankeinzug bei Amazon abbuchen können – obwohl ich das schon für Quatsch halte.

Ein Bekannter von mir konnte vorletztes Jahr keine Notebooks per Bankeinzug kaufen – zwingend war eine Kreditkarte für die Zahlungsabwicklung erforderlich. Das System mache Stichproben und würde willkürlich die Zahlungsmethode Bankeinzug nicht akzeptieren – das hätte nichts mit der Kreditwürdigkeit des Kunden zu tun.

Bullshit.

Die Amazonmitarbeiter können das System auch nicht umgehen oder austricksen oder jemanden freischalten. Es ist so, wie es ist. Keine Kreditkarte, keine Bestellung.

So vergrault man nicht nur, sondern verprellt  auch gleich die Kunden.

Nun hatte mein Bruder vor ein paar Monaten ein ähnliches Problem, als er einen Laptop für seine Tochter bestellen wollte. Bankeinzug hat Amazon nicht akzeptiert. Der Warenwert betrug knapp über 1.000 Euro. Also bat er mich für ihn zu bestellen.

Ich habe per Bankeinzug bestellt, alles lief reibungslos ab.

Letzten Monat begannen die Probleme auch allerdings dann auch bei mir. Einen Fernseher für 665 Euro bestellt, Bankeinzug wurde nicht akzeptiert. Ich bin auf Kreditkarte ausgewichen.

Gestern habe ich ein Notebook bestellt. Warenwert 1.500 Euro. Die Bestellung per Bankeinzug wurde verweigert. Da ich nicht wieder mit Kreditkarte zahlen wollte, habe ich mich mit Amazon in Verbindung gesetzt.

Im Chat erklärte mir der Mitarbeiter wieder die Geschichte von sporadischen (Haha) Überprüfungen und dass er mir nicht weiterhelfen könne. Ich könnte Gutscheine kaufen und diese per Bankeinzug bezahlen und dann den Gutscheincode als Zahlungsmethode bei der Laptop-Bestellung angeben.

Was für ein Firlefanz!

Dabei wies der Mitarbeiter daraufhin, dass Amazon generell darauf hinarbeite ausschließlich Kreditkartenzahlungen zu akzeptieren und der Bankeinzug bald nicht mehr möglich wäre.

Ja dann, gute Nacht, Johanna. Lieber Herr Bezos. 12.300 Euro Umsatz. Ich, als kleines Licht. Was meinst du denn, wie viele deutsche Besteller dann noch bei dir bestellen?

Kein Paypal. Kein Bankeinzug. Zahlung auf Rechnung war sowieso immer bei Amazon verpönt. Ich sage euch Umsatzeinbußen voraus, wenn ihr diesen Schritt wirklich geht.

Mich habt ihr dann als Kunden verloren. Sorry, aber so einen Tinnef mache ich nicht mit.

Gute Miene zum bösen Spiel: Ich habe Gutscheinguthaben im Wert von 1.500 Euro gekauft, als Zahlungsmethode Bankeinzug gewählt. Die Bestellung ging raus, Bestellbestätigung kam rein, ein paar Sekunden später eine Nachricht von Amazon, dass meine Bestellung vom System storniert wurde, da eine Bezahlung per Bankeinzug oder auf Rechnung nicht möglich wäre.

WTF?!

Ihr könnt euch denken, was dann passiert ist. Natürlich hätte ich per Kreditkarte zahlen können, hatte aber nicht ausreichend Kredit auf meinen Karten, hätte also erst per Banküberweisung meinen Kreditrahmen entsprechend auffüllen müssen, was so zwei bis drei Tage dauert, ehe ich die Bestellung dann hätte aufgeben können. In der Zwischenzeit hat Amazon innerhalb eines Tages den Preis des Latptops um 8 Euro angehoben (nur mal so am Rande).

Ich habe die Bestellung komplett storniert. Wenn sie mein Geld nicht wollen, bekomme nes andere. SATURN freut sich jetzt. Zwar muss ich einen Tag länger auf die Lieferung warten, da das Gerät im Abholmarkt nicht verfügbar ist, aber das nehme ich dann in Kauf, zumal der Preis gleich dem des ursprünglichen Amazon-Preises ist.

Meine anschließende Beschwerde bei Amazon enthielt nur ein „es täte ihnen leid, aber man könne nichts tun.“ Meine Bitte, die Beschwerde ans Management weiterzuleiten, wird sicherlich geflissentlich ignoriert.

Schade, Amazon. Wir sind seit 2001 ein partnerschaftliches Team. Du ziehst Geld von meinem Konto ein und lieferst mir das, was ich haben möchte. Aber in Zukunft werde ich wohl eher andere Anlaufstellen aufsuchen.

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