Warum Samsung der Verlierer bleibt

Fragt man die Tech Community nach ihren Smartphone Vorlieben, wird schnell deutlich, welche Geräte wirklich an der Spitze stehen. Leistungstechnisch. Und im Hinblick auf ihre Usability und ihre Einsatzzwecke.

Als Lewis Hilsenteger von Unboxy Therapy auf seinem Youtube-Kanal in Las Vegas eine ganze Reihe Technik-Youtuber interviewte, welches Smartphone sie in ihrer Tasche haben, trennte sich rasch die Spreu vom Weizen: Nur das iPhone X und das Google Pixel XL waren am Start.

Betrachtet man dagegen die Verbraucher, die kein iPhone nutzen können oder wollen, laufen diese einem anderen Mainstream hinterher, der direkten Konkurrenz von Apple: Samsung.

So ist es nicht verwunderlich, dass Samsung den größten Absatzmarkt mit ihren Smartphones hat, egal ob im Niedrigpreissegment mit der J-Klasse, im Mittelklasse-Bereich mit der A- und im Flaggschiffbereich mit der S-Klasse.

Geräte anderer Marken sind dann eher Exoten oder etwas, dem man nicht ganz traut. Weil, Samsung ist ja eine Marke, da steckt was hinter. Huawei wird als „China-Schrott“ verpönt, LG haftet der „Goldstar“-Glanz der Vergangenheit an, von HTC hat niemand etwas gehört und Sony ist oft zu teuer oder man verbindet damit einfach keine Smartphones. Alles darüber hinaus ist dann meistens sowieso komplett unbekannt.

Samsung ist auf Verkaufsebene ein Gewinner, technisch gesehen jedoch der Verlierer.

Mangelhafte Update-Politik. Nicht alle Geräte Samsungs kommen in den Genuss regelmäßige Updates zu bekommen. Wir reden von drei Sorten Updates.

  1. Bugfixes der eigenen angepassten Software. Hat man Mist gebaut, müssen diese Fehler ausgemerzt werden und zwar schnell. Siehe Akkuprobleme beim Note 7, schlechte Farben beim Display des Galaxy S8 usw.
  2. Betriebssystem-Updates – neue Version, neue Chancen. Durch die Anpassungen der eigenen Nutzeroberfläche braucht Samsung hier extrem lang, um Nutzer eines Geräts auf ein aktuelles Betriebssystem zu bringen. Während Google längst Android 8.1 verteilt hat und die 8.0-Version schon fast ein halbes Jahr verfügbar ist, dümpelt das Galaxy Note 8 noch mit Android 7.1.1 herum und lediglich das Galaxy S8 ist in den Genuss eines Oreo-Updates gekommen.
  3. Sicherheitspatches. Google bringt monatliche Sicherheitsupdates heraus. Sicher gibts Hersteller, die das Aussitzen. Mein Huawei-Tablet hat den Sicherheitsstand von November 2017. Samsung hat hier Besserung versprochen und für das Note 8 bekomme ich auch regelmäßige Updates, aber a) kommen die relativ spät und b) sind die extrem Umfangreich. Während das Sicherheits-Update für die reinen Google-Geräte mit unter 100 MB eingeworfen wird, haben Samsungs Patch-Pakete Größen von über 500 MB (jüngst 565 MB).

 

Der zweite große Meckerbreich liegt in Performance Einbußen. Gerade gestern hab ich noch ein Video von EverythingApplePro geschaut, in dem Filip Koroy das iPhone X mit dem neuen Samsung Galaxy S9 vergleicht. Am Anfang schnurren sie alle wie die Kätzchen. Sicherlich hat das iPhone X den schnelleren Prozessor, doch beim Usability-Test, wie schnell öffnen sich Apps und wie lange bleiben sie im Speicher, um wiederverwendet werden zu können, hat Samsung die Nase vorn. Weil Apple einfach mit dem RAM knausert. Mit nur 3 GB ist das iPhone deutlich schwächer im flüchtigen Speicher, als alles aktuellen Android-Flaggschiffe, die mit mindestens 4 GB aufwarten.

Das S9 mit seinen 6GB RAM behält einfach Anwendungen länger im Speicher und konnte somit bequem Apples iPhone X in puncto Geschwindigkeit beim Öffnen und Schließen von Apps schlagen. Man sieht aber deutlich, dass der Prozessor des iPhone X gerade bei rechenintensiven Aufgaben, wie das Rendern eines 4K Videos schneller ist.

Samsung ist in der Beziehung ein Blender. Direkt ab Kauf klasse, fällt aber rasch nach unten.

Beim Samsung Galaxy S6 hatte ich das Phänomen das erste Mal bewusst beobachtet. 3 Monate Nutzungszeit und das System kroch nur noch so dahin. Selbst die Telefon-App zu öffnen, dauerte 7 – 8 Sekunde, nur um sie zu öffnen! Erst ein Zurücksetzen machte aus dem S6 wieder eine Rennschleuder … für weitere drei Monate, dann ging das Spiel von vorne los. Die TouchWhiz/Experience Oberfläche bremst extrem aus.

Beim Galaxy S8 das gleiche Spiel.

Das Note 8 hält sich seit 6 Monaten stabil. Möglicherweise liegt es auch am Speicher, denn hier hat Samsung erstmals die 6 GB RAM verbaut. Auch habe ich Bixby komplett deaktivert, denn schlaue Füchse fanden heraus, dass Bixby ausbremst und ein Akkufresser ist.

Sicher, viele Nutzer nehmen das so hin und merken den schleichenden Tod der Performance vielleicht nicht mal, ich kenne aber auch jene, die dann meckern, meins macht dies nicht mehr, macht das nicht mehr. Und Zurücksetzen ist keine Option – war es nie, auch wenn das Wort sehr schnell als „Erste-Hilfe-Lösung“ in den Mund genommen wird. Neu starten ja, zurücksetzen ist ein No Go, um einen Geräte- oder Softwarefehler zu beheben.

Im täglichen Einsatz mit dem Note 8 habe ich vorrangig zwei unangenehme Probleme, die nerven, weil sie Zeit kosten.

Zum einen gehen App-Aktualisierungen im aus dem Playstore nur quälend langsam vonstatten. Das fängt beim Download an und hängt dann bei der Installation. Gut zu beobachten, wenn man die gleichen Apps über mehrere Geräte aktualisiert. Das Pixel 2 XL und auch das OnePlus 5T rennen einfach so durch. Während sie drei, vier Apps bereits hinter sich gelassen haben, fängt das Note 8 erst an, die erste App zu installieren.

Schlimmer noch. Ich nutze so gut wie nie Sperrbildschirm-Benachrichtigungen. Egal was reinkommt (außer einem Anruf), der Bildschirm bleibt aus. Wenn ich etwas mit dem Gerät tun will, entscheide ich, was ich machen möchte und wann ich in welche App reinschaue, um Mitteilungen zu lesen. Daher wechsle ich durch das Entsperren mit Fingerabdruck vom abgeschalteten Display direkt zum Homescreen und umgehe den Sperrbildschirm.

Bei Samsung zeigt sich dabei jedoch folgendes Phänomen: Drücke ich den im Display integrierten Homebutton aus dem abgeschalteten Display, um nicht per Fingerabdruck, sondern Gesichtserkennung das Gerät zu entsperren, wechselt das Note 8 nach Entsperrung in die App, die die letzte Benachrichtigung erhalten hat. Will ich telefonieren und eine Outlook-Mail kam zuletzt herein, befinde ich mich nicht auf dem Homescreen, um die Telefon-App zu starten, sondern in der Outlook-App.

Samsung könnte viel besser machen, wenn die eigene UI durch ein Stock-Android ersetzt werden würde. Der Wegfall der Samsung Experience würde ja nicht die Hauptfunktionen eines Samsung-Gerätes schmälern. Welche Features, ob sinnvoll oder nicht, werden über diese UI gesteuert und könnten auch anders abgebildet werden?

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Quälend langsame App-Aktualisierungen. Während des Pixel 2 XL (rechts im Bild) längst fertig ist, hat das Galaxy Note 8 noch einige Apps vor der Brust.

 

 

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