Danke, Samsung. Das war’s dann mit uns

Mein Sohn pflegt zu sagen: Samsung ist scheiße.

Grundsätzlich bin ich geneigt, ihm Recht zu geben, auch wenn ich Samsung weiß Gott wie viele Chancen zur Rehabilitierung gegeben habe.

Der Otto-Normalverbraucher mag sicherlich zufrieden und wenn nicht gar glücklich mit einem Samsung-Gerät sein, weil er das alles, was ich zu bemängeln habe, für normal hält.

Hat man jedoch direkte Vergleichsgeräte an der Hand, dann macht Samsung einfach keinen Spaß mehr.

Das Galaxy S8 als Flaggschiff hat letztes Jahr sicherlich einen Design-Preis verdient. Keine Frage. Ich mochte und mag das Design immer noch. Viel Display, abgerundeter, wenn auch nutzloser „Ecken“, macht schon Spaß drauf zu gucken. Die Bilder waren sehr gut, wenn sie auch je nach Beleuchtung und Bewegung bei Point & Shoot oft versagt haben. Meine Güte, was hab ich da verwackelte Bilder dabei gehabt.

Allerdings trat das Phänomen der Systemverlangsamung sehr rasch auf. Nach nur drei Monaten durfte man beispielsweise darauf warten, dass die Kamera-App einsatzbereit war. Schnappschüsse Nö, lieber nicht. Bis man Knipsen konnte, war der Moment längst vorbei.

Nach vier Monaten kam dann die Ablöse in Form des Galaxy Note 8. Ich hatte seinerzeit einen Artikel vorbereitet, warum ich das Note 8 nicht kaufen werde. Den Artikel dann wieder gelöscht und es doch getan.

Wegen des hohen Preises entschied ich mich für eine Finanzierung, inklusive Upgrade-Programm. Letzteres sicherte mir die Rückgabe des Gerätes an Samsung nach nur einem Jahr zu, um dann das neuste Produkt des Line-ups zu bekommen.

Inzwischen weiß ich, dass ich vom Upgrade-Programm Abstand nehmen und die Finanzierung auslaufen lasse. Lehrgeld bezahlt.

Nachdem ich mich bereits letzten Monat vom Samsung Galaxy Tab S3 wegen seiner miserablen Akkulaufzeit und Performance trennte, wird auch beim Note 8 ein Schlussstrich gezogen.

Versteht mich nicht falsch, in anderen Händen sicherlich ein schönes Gerät. Nach mittlerweile 7 Monaten läuft es insgesamt noch schnell und hat im normalen Gebrauch keine nennenswerten Performance-Einbußen. Aber im direkten Vergleich mit dem Pixel 2 XL oder dem OnePlus 5T schneidet das Galaxy Note 8 einfach unterirdisch schlecht ab.

Die Akku-Laufzeit ist erbärmlich. Mit Glück komme ich über den Tag, während die beiden anderen Geräte bei gleicher Nutzung zwei Tage durchhalten. Im WLAN ist der Datenfluss des Note 8 denkbar schlecht.

Beispiel: Ich rufe Spotify auf und es dauert und dauert und dauert und dauert, bis mir irgendetwas vom Startbildschirm angezeigt wird. Während das Note 8 noch fleißig lädt, hat das OnePlus 5T direkt nach dem Aufruf bereits die Startseite angezeigt.

Updates aus dem Play Store sind bei Samsung eine an den Nerven zehrende Qual. Gleiches habe ich beim Tab S3 bereits erlebt. Während das Huawei MediaPad M3 und das Google Pixel C bereits fleißig mit 13 Updates fertig waren, lud Samsung noch an der ersten App und wollte und wollte nicht fertig werden.

Erlebe ich beim Note 8 auch. 10 Apps sind zu aktualisieren? OnePlus 5T und Pixel 2 rasen da durch und sind bereits fertig, wenn das Note 8 die erste App heruntergeladen und installiert hat.

Noch schlimmer: Das Note 8 bremst mich in meiner Nutzung aus. Apps, die ich nicht ansteuere schieben sich in den Vordergrund.

Beispiel: Ich entsperre das Gerät, um ein Telefonat zu führen. Ich drücke auf die Telefon-App und Outlook zeigt sich mit einer Termin-Erinnerung. Das führte so weit, dass ich mittlerweile ALLE Benachrichtigungen gesperrt habe, um genau die App auszuführen, die ich gerade nutzen will.

Hinzu kommt die Qual des Entsperrens. Das Note 8 bietet mehrere Möglichkeiten, bei denen keine einzige wirklich ausgereift erscheint. Lassen wir mal Entsperrmuster oder PIN-Eingabe außen vor, denn das ist ja wirklich Oldschool. Wir wissen von vielen anderen Smartphones wie schnell ein Entsperren mit Fingerabdruck funktioniert.

Bei Samsung? Nö. Da hat man fast das Gefühl, man befände sich noch auf dem technologischen Stand vom Galaxy S6 (!) und selbst das war damals schon weit hinter dem von Apples iPhone 5S.

Die Retina-Entsperrung ist Tinnef. Brauchen wir nicht drüber reden. Konnte Microsoft schon mit dem Lumia 950 besser. Bei Samsung muss man seine Augen in auf dem Bildschirm aufzeigte Aussparungen bringen, damit sie erkannt werden. Wie hohl ist das denn bitte?

Bleibt noch die Gesichtsentsperrung. Na ja. Legen wir den Mantel des Schweigens drüber. Wer schnell entsperren will, ist meist mit dem Fingerabdruck noch am besten bedient, auch wenn dieser schlecht ist.

Die viel gelobte Kamera wurde ja durch die Einführung des Pixel 2 rasch vom Thron gestoßen. Und ja, all diese Misstände da oben sind beim Pixel 2 und beim OnePlus 5T nicht vorhanden. Beide entsperren superschnell mit Fingerabdruck. Das OnePlus 5T, solange es nicht im Stockdunklen passiert, entsperrt das Display w e s e n t l i c h  schneller als das iPhone X.

Zum Verständnis: Das iPhone X entsperrt das Gerät, nicht das Display. Das ist ein markanter Unterschied, denn um das iPhone X nach dem Entsperren nutzen zu können, muss das Display noch „entsperrt“ werden und das geschieht bei Apple durch eine Wischgeste. WIE HOHL IST DAS DENN BITTE?

Erkennt das OnePlus 5T das Gesicht, ist es innerhalb eines Augenblicks auch einsatzbereit. Kein Wischen mehr, man kann sofort loslegen.

Machen wir uns nichts vor: Samsung hat es nach 8 Jahren Smartphones mit Android nicht geschafft, ein wirklich auf lange Sicht vernünftiges Gerät herauszubringen. Teuer wie eh und je, ständig teurer statt günstiger werdend und Dank ihrer eigenen TouchWiz oder Samsung Experience UI vergeigen sie es ständig, dass man wirklich nicht mehr einen Gedanken an Samsung verschwenden muss.

Um aber dennoch eine Lanze fürs Unternehmen zu brechen: Mein Samsung-Monitor aus 2010 funktioniert auch nach 8 Jahren noch gut wie eh und je und dient als Zweitmonitor für meinen iMac. Und die seit mittlerweile 13 Monaten genutzte Samsung Gear S3 Smartwatch lässt mich bisher auch nicht im Stich. Einziges Manko ist dort bisher der Höhenmeter, der keine verlässlichen Daten bietet. Aber gut, die S3 läuft auch nicht mit Android und erst recht nicht mit Samsung Experience User Interface. Vielleicht sollte man doch mal überlegen ein Tizen.Flaggschiff rauszubringen …

Egal, auch andere Mütter haben hübsche Töchter – und gerade wenn ich an das OnePlus 5T denke, auch welche, die nur halb soviel wie das Note 8 oder jetzt das Galaxy S9 kosten.

Sicher, die Kamera des OnePlus 5T ist kein Überflieger und kann sicherlich nicht mit dem Pixel 2, dem S9 oder dem Huawei P20 Pro mithalten, aber sie ist keine schlechte Kamera, sondern spielt noch in der Oberliga mit. Dafür passt der Rest beim 5T.

Danke Samsung, war nicht immer schön mit dir. Deswegen so long und danke für den Fisch. Mach’s gut. Au repertoire.

 

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