AirDrop: Ein Hoch auf eine unterschätzte Funktion

Neulich im Kino. Da steht dieser Aufbau mit Han Solo und seinen Gefährten aus dem neuen Star Wars Film „Solo – A Star Wars Story“ und ich würde mich gerne neben Han ablichten lassen.

Mein geschätzter Kollege und Kumpel schießt ein paar Fotos mit seinem iPhone X.

„Schick mir die bitte, aber nicht per What’s App, die hätte ich gerne in Originalgröße.“

AirDrop auf beiden iPhones aktiviert, schwupps waren die Fotos auf meinem Gerät – ohne Qualitätsverlust.

AirDrop hab ich zuvor so gut wie nie genutzt. Datenübertragung funktioniert bei mir über die Cloud. Früher war es Dropbox, heute sind es OneDrive und G-Drive. Fotos lasse ich generell im Hintergrund hochladen, sodass ich sie auf allen Geräten verfügbar habe. Aber gut, es dauert zuweilen auch etwas, je nach WLAN oder Mobilfunk-Qualität.

Anderes Szenario: Vorgestern hatten wir eine große Firmenveranstaltung, bei der in einem Team-Event unter anderem eine kreative Aufgabe bewältigt werden sollte.

Unser Team entschloss sich, das Ergebnis dieser Aufgabe in Videoform zu präsentieren.

Einer meiner Kollegen filmte mit seinem iPhone. Das Video war im Anschluss 152 MByte groß.

Mein Plan, aus meiner Erfahrung und üblichen Vorgehensweise heraus gedacht: Schick mir das Video, ich lade es zu OneDrive hoch und ziehe es mir dann auf den Laptop (Windows).

Angeblich biete AirDrop Geschwindigkeiten von 12 – 15 MByte pro Sekunde. In der Regel werden solche Angaben untertroffen. Das hier aber in der Geschwindigkeitsannahme ein fataler Irrtum vorliegen muss, zeigt das Folgende: Mein Kollege aktivierte AirDrop, suchte mein iPhone und schickte mir die Datei.

152 MByte. In einer Sekunde. Vielleicht sogar weniger. Das Video war sofort da. At an instant!

Von wegen 15 MB pro Sekunde, da sind doch Tachyonen am Werk. Muss man fast schon aufpassen, dass die Datei nicht ankommt, bevor sie losgeschickt wird.

Der Upload über das WLAN des Tagungshotels zu OneDrive (manuell angestoßen, nicht auf den üblichen Fotoupload wartend) funktionierte relativ zügig. 2 – 3 Minuten, dann war die 153 MB Datei auf dem Microsoft-Server.

Aber ist schon ein Unterschied, gell? 1 Sekunde – 2 bis 3 Minuten.

Nun aber das Desaster. Das Video musste letztendlich auf einen USB-Stick, um es auf den Präsentationslaptop zu bringen. Um die Veranstalter nicht zu nerven, deren Nerven bei solchen Events sowieso blank liegen, machte ich erst gar nicht den Versuch, jemanden zu bitten, sich in seinen OneDrive Account (der bei unseren Exchange-Lösungen automatisch dabei ist) einzuloggen, um die Datei per Sharing herunterzuladen.

Ich fuhr also mein Surface Book 2 hoch, verband mich mit dem Tagungs-WLAN und … keine Internetverbindung.

Kommt unter Windows 10 öfter vor. WLAN steht, aber es gibt keine Internetverbindung. Hab ich sogar bei mir zu Hause am stationären Gaming PC.

Also ein Workaround. Mit dem iPhone einen Hotspot geöffnet, das Surface Book mit diesem verbunden und dann die Datei über OneDrive heruntergeladen. Die MBs krochen nur so vor sich hin. Nach 8 Minuten waren gerade mal 30 MB geschafft und unsere Ergebnisvorstellung wurde schon ans Ende aller anderen Teams gelegt, weil wir noch mit dem Download beschäftigt waren.

„Kannst du das nicht mit einem Kabel versuchen?“, fragte mich einer meiner Teamkameraden.

Ich zuckte wie elektrisiert zusammen. Smartphone mit PC via Kabel verbinden? Das hab ich vor 8 Jahren das letzte Mal gemacht, als ich noch Daten via KIES vom Galaxy S2 auf den PC transferieren wollte, kurz bevor ich das erste Mal von Dropbox hörte.

Und iPhone-Datentransfer mit Kabel? Ging das nicht nur via iTunes? Meine iOS-Geräte haben iTunes nie kennengelernt.

Also gut, einen Versuch war es wert, da ich auch den aktuellen Stand nicht kenne. Inzwischen wurde mit iOS 11 ja ein Dateimanager namens „Dateien“ auf den iOS-Geräten implementiert. Vielleicht war es ja möglich, das iPhone aus USB-Speicher zu missbrauchen.

Rasch ein Lightning Kabel besorgt, angeschlossen. Meldung kam, ob ich Fotos und Videos importieren wollte (wollte ich nicht, denn da liegen 3 GB an Fotos drauf) oder Dateien durchstöbern wollte.

Die Sache klappte nicht. Dateien war leer und der Import von Fotos und Videos wollte auch nicht.

Panik war da. Wir hatten nichts zum Präsentieren in der Hand. Ein Lightning auf HDMI oder VGA-Kabel um ggf. das iPhone direkt mit dem Präsentier-Beamer zu verbinden war nicht vorhanden.

Dann sahen wir das MacBook eines belgischen Kollegen und haben ihn freundlich gefragt, ob wir ihm das Video per AirDrop senden können.

Klar. Und was soll ich sagen. Den ganzen Firlefanz hätte man sich sparen können.

Die 152 MB Daten war via Airdrop wieder in Nullkommanichts auf dem MacBook des Kollegen, schnell den USB-Stick rein, Datei runtergezogen und zum Präsentationsnotebook gebracht.

AirDrop. Rettet dir den Arsch.

Da musste ich doch glatt wieder an eine Re-Anschaffung eines MacBooks denken und das Surface Book wieder loswerden.

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