Archiv für den Monat Oktober 2018

OnePlus 6T – Lohnt sich der Umstieg?

Um es kurz zu machen: Vom 6 oder 5 T? Nein, gewiss nicht.

Heute hat OnePlus in New York zu einem Event eingeladen und das neue Smartphone OnePlus 6T vorgestellt.

Bei OnePlus ist das aktuell immer so eine Sache, denn sie haben immer nur ein Smartphone am Start. Kein Flaggschiff, kein Mittelklasse, kein Niedrigpreis, nein, nur ein Smartphone. Und wenn weg, dann weg – sprich, wer das aktuelle Telefon in einer bestimmten Speichergröße oder Farbe haben möchte, der kann in die Röhre gucken, wenn er zu lange wartet.

Während Apple mit seiner s-Reihe Verbesserungen im Jahresrhythmus bringt, ist OnePlus mit den t-Modellen bereits nach 6 Monaten wieder am Start. Im Halbjahresabstand kann man eigentlich nicht so viel nachlegen, oder?

Denkste! Zumindest hat das T-Modell der 5er-Reihe letztes Jahr gutgetan.

Das OnePlus 5 mochte ein feines Gerät sein, hatte jedoch ein Problem mit einem verkehrt herum eingebauten Display, das zu Irritationen führte. Zwar kann OnePlus bei der T-Reihe nicht auf einen neuen Prozessor setzen, da Qualcomm nur im Jahresrhythmus nachzieht, dennoch war das OnePlus 5T in 2017 ein völlig neues Gerät.

Nicht nur, dass man das Display wieder korrekt herum einbaute, nein, der Fingerabdruck-Sensor verschwand von der Front auf die Rückseite, das Display wurde von 16:9 auf 18:9 gestreckt und schon war das OP5t nicht mehr als ein Facelift des Vorgängers zu erkennen.

So toll und schnell die OnePlus-Geräte auch sind (The fastest phone on Earth – zurecht!), so muss man dennoch Abstriche machen, die bei anderen (dann teureren) Geräten schon gang und gäbe sind. Nach wie vor verzichtet OnePlus auf eine offizielle IP-Zertifizierung zum Schutz vor Staub und Wasser und auf Stereolautsprecher. Trotz Glasrückseite des OnePlus 6 wurde auch hier keine induktive Ladefunktion verbaut.

Die Kamera ist gut und spielt in der oberen Liga mit, allerdings am unteren Ende der oberen Liga.

Wer mit den Abstrichen leben kann, bekommt ein wirklich ausdauerndes und schnelles Gerät, das nur halb so viel kostet, wie die Flaggschiffe anderer namhafter Hersteller. Und ob induktives Laden, Stereolautsprecher und IP67 oder 68 500 Euro Aufpreis wert sind, nun, das muss jeder selbst entscheiden.

Das Upgrade vom 5t auf das OP6 lohnte sich hauptsächlich in optischer Hinsicht. Die Seitenränder wurden nochmals schmaler, der Bildschirm größer und länger, denn es gab nun kaum einen Rand oben und nur noch ein schmales Kinn an der Unterseite.

Wer die Gestensteuerung liebt, wurde allerdings auch schon beim 5t fündig. Dafür bekam das 6er die berühmte Notch, die Einkerbung, in der sich Frontkamera und Sensoren befinden. Irgendwo muss man die ja lassen. Zum Glück lässt sie sich in den Einstellungen ausblenden, sodass Statusinfo wie Batterie, Netzwerk und Uhrzeit weiterhin links und rechts neben der Notch angezeigt werden, das Ganze aber wie aus einem Guss wirkt. Eine Sache, die man beim iPhone schmerzlicht vermisst.

Noch schlimmer beim Pixel 3 XL – hier lässt sich in der Entwicklerumgebung die Notch ebenfalls ausblenden, allerdings wandert dann die komplette Statusleiste nach unten, sodass man platztechnisch verloren hat, statt dazuzugewinnen.

Zurück zum OnePlus 6T. Das T-Modell hat zwar eine Designfinesse, allerdings sind die Unterschiede zwischen 6 und 6T nur marginal und nicht so gravierend wie vom 5 auf das 5T.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist verschwunden und befindet sich nun im Display.
  • Der 3,5 mm Klinkeanschluss für Kopfhörer ist verschwunden
  • Die Notch wurde auf einen kleinen Tropfen reduziert
  • Das Display wurde von 6,28″ auf 6,41″ gestreckt und liegt jetzt knapp unter dem iPhone Xs Max.
  • Der Akku wurde von 3.300 mAh auf 3.700 mAh gestreckt

Das war es. Prozessor ist der gleiche (Snapdragon 845), da Qualcomm erst in 2 bis 3 Monaten die nächste Generation vorstellt. Die Kamera soll ebenso die gleiche wie im Vorgänger sein. Nur hat man hier per Software (Stichwort A.I.) nachgebessert, um im Lowlight-Bereich bessere Ergebnisse zu erzielen. Wenn das per Software geht, sollte es doch auch beim OnePlus 5t möglich sein, der Kamera auf die Sprünge zu helfen, oder?

Nun kommen wir zu der Frage, ob sich ein Update lohnt?

Vom OnePlus 6 auf das T-Modell? Nein, definitiv nicht. Ja, designtechnisch ist es wegen der kleinen Notch hübscher geworden, aber beide Notches lassen sich ausblenden. Auch mit dem 3.300 mAh-Akku hält mein OnePlus 6 sehr gut durch.

Der Knackpunkt ist der Fingerabdruck-Sensor, denn der war sowohl im OP5t als auch im OP6 einer der schnellsten dieses Planeten. Der neue im Display soll ersten Berichten zufolge deutlich träger reagieren. Das liegt freilich an einer neuen Technologie. Wenn wir uns die ersten Fingerabdrucksensoren anschauen, reagierten die zehnmal langsamer als heutige. Hier sprechen wir von einer berührungsempfindlichen Sensorik, die über die Jahre hinweg immer wieder verbessert wurde.

Der Fingerabdruck-„Sensor“ im Display steht erst in den Kinderschuhen – und statt eines Sensors ist hier ein Kamerasystem verbaut, dass eure Rillen- und Riefen-Merkmale aufnimmt. Das wird mit der Zeit noch besser.

Zur Not lässt sich das OP6T genauso wie sein Vorgänger per Gesichtserkennung entsperren und das so wahnsinnig schnell, schneller geht es nicht! Allerdings ist es fraglich, wie sicher das Ganze ist und ob man das System nicht auch mit einem Foto überlisten kann (ist mir bisher nicht gelungen, aber ich habe für sowas auch keine Geduld).

Selbst wer vom OP5t kommt hat nicht wirklich einen Grund für ein Upgrade, es sei denn man möchte unbedingt auf ein randloses Display setzen. Das OP5t ist mit dem Snappdragon 835 noch gut bestückt, macht Fotos, die kaum schlechter sind, als die des OP6, unterstützt ebenso Gestenführung statt Homebuttons.

Also, wer warten kann, lieber warten. Im Juni 2019 wird sicherlich das OnePlus 7 mit dem brandaktuellen Snapdragon 855 das Licht der Welt erblicken. Und bis dahin hat sich sicherlich wieder einiges getan. Vielleicht verschwindet die Notch komplett und man setzt auf Sensoren im Display wie Samsung.

Man weiß es nicht.

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Premiere: Google Pay auspropiert

An dieser Stelle berichtete ich euch von dem Workaround, Google Pay über die PayPal-App einzurichten, wenn PayPal in der Google Pay-App nicht erscheint.

Heute konnte ich dann auch einen Feldversuch starten und ausprobieren, wie das in der Praxis klappt.

Von „Das geht noch nicht“ bis „Der Kunde versucht mit seinem Handy unsere Kasse zu manipulieren“ soll ja alles schon dabei gewesen sein.

Nun, ich suchte mit eine relativ leere Kasse, um Peinlichkeiten zu vermeiden. Test-Supermarkt war der Kaufland in Kamen, da ich zumindest dort auch eine Internetverbindung im Laden habe, die in manch anderen Läden nicht gegeben ist.

Der Kassierer war ein junger Mann, sicherlich aufgeschlossen neuer Technik gegenüber. Während er die Waren über den Scanner zog, fragte ich ihn, ob denn bei ihm schon jemand mit Smartphone bezahlt habe.

Mit Telefon nicht, aber mit der Uhr, sagte er. „Mit so einer wie Sie haben.“ Er deutete auf meine Apple Watch.

Okay, Apple Pay ist für Deutschland noch nicht freigegeben, aber mittels Workaround und N26-Karte soll das wohl auch irgendwie nutzbar sein. Ich warte da lieber auf den offiziellen Start von Apple und konzentriere mich jetzt auf Google Pay.

„Meine Uhr ist dafür nicht eingerichtet. Wir probieren das mit dem Smartphone.“

Er weist die Kasse zur Kartenzahlung an. Ich habe mein OnePlus 6 dabei, entsperre das Display und bringe das Telefon in die Nähe des Bezahlterminals. Das Smartphone vibriert kurz. Es öffnet sich die Google Pay App.

„Das hat nicht funktioniert“, sagt der Kassierer.

Ja, das sehe ich, denn in der Google Pay App werde ich zur Interaktion aufgefordert. Ich rechnete mit der PIN-Eingabe, die bei Käufen ab 25 Euro erforderlich ist. Doch ich wurde aufgefordert mich mit Fingerabdruck zu legitimieren. Also kurz den Finger auf den Sensor gelegt und eine erneute Vibration ging durch das OnePlus 6. Dann erschien auf dem Bildschirm die Mitteilung zur aktuellen Transaktion:

Screenshot_20181013-172021Den Screenshot habe ich erst draußen vor dem Laden gemacht, daher weicht die Uhrzeit des Smartphones von der Transaktions-Uhrzeit ab.

Was ist nun passiert? Die Verknüpfung PayPal zu Google Pay hat Google Pay eine virtuelle Mastercard anlegen lassen. Beim NFC-Transfer gaukelt Google Pay dem Bezahlterminal vor, dass mein kontaktlos eine Mastercard ans Terminal gehalten hat. Da Google Pay auch alle Daten wie Deckungsbeitrag und Genehmigung dafür übermittelt erfolgt die Zahlung SOFORT.

Ihr kennt das sicher. Ihr haltet eine EC-Karte vor ein Bezahlterminal oder steckt es in den dafür vorgesehen Schlitz, müsst dann die PIN eingeben und anschließend erscheint auf dem Display ein Wartehinweis. Kontakt wird mit der Bank aufgenommen, eine Genehmigung eingeholt. Das dauert ein paar Sekunden, ehe dann „Zahlung erfolgt“ auf dem Display des Terminals erscheint.

Bei Google Pay ist das alles innerhalb der Sekunde erledigt, in der man das Smartphone aufs Terminal legt. Für mich bedeutet das beim nächsten Einkauf: Ich öffne beim Bezahlen direkt die Google Pay App statt nur das Smartphone ans Terminal zu halten. Eventuell geht es dann noch schneller.

 

Made by Google: Revolution geht anders

Google hat durchaus meine Sympathien.

Ich lass mal den ganzen Verschwörungskram in Sachen Datenkrake weg und bewerte hier die Produkte, die sie auf den Markt gebracht haben und die das Leben heute in mancher Hinsicht bereichert haben. Die Suchmaschine, klar. Aber Google Maps inklusive seiner hervorragenden Navigation, Youtube, Android, Chrome … es gibt viele Dinge für die man Google ebenso lieben, wie auch hassen kann.

Ja, da wird schnell über Android geflucht, meistens von denen, die es nicht zu verstehen.

Chrome ist aber definitiv eine schicke Sache. Klar, auch hier kann man fluchen, denn Systemressourcen gehen schnell in den Keller. Chrome frisst Speicher. Chrome frisst Strom. Gar keine Frage. Aber egal an welchem Gerät ich mich anmelde, ich nehme alle Lesezeichen und Eingaben mit.

Als macOS-User nutze ich Chrome, nicht Safari. Ja, ist so. Safari hilft mir nicht auf Windows- oder Android-Geräten. Chrome gibt es überall.

Apple tönt gerne von Safari als dem fortschrittlichsten Browser des Planeten und aller Zeiten. Davon merke ich nichts. Safari startet bei mir unerträglich langsam auf meinen Macs. In der Zeit hat Chrome bereits 20 Tabs geladen.

Aber egal, es geht nicht um Chrome (obwohl … später), sondern um Google und seine 2018er Präsentation Made by Google, die am 09.10. gehalten wurde.

Ich hab sie live mitverfolgt, im Stream. Und wäre fast eingeschlafen.

Motivation geht anders. Da wundert sich auch keiner, warum bei einem offensichtlichen Aha- und Oho-Effekt niemand applaudiert. Zum großen Teil natürlich, weil es keine Aha-Effekte gab, denn im Vorfeld der Präsentationen war so gut wie alles gelaked worden, sodass es nicht eine einzige Überraschung mehr gab. Google hätte sich die Geldausgaben für die Präsentation schenken können. Oder an die Mitarbeiter verteilen.

Schon die Leaks hatten enttäuscht und dann mitansehen zu müssen, dass alles wahr ist – das ist schon bitter.

Google macht sich nicht mal mehr die Mühe die Innereien seiner Produkte an die große Glocke zu hängen. Während Apple dir noch erzählt, was für eine Bildschirmauflösung mit welchem Prozessor und was der alles viel schneller kann zu erzählen … da lässt Google einfach einen Präsentierteller hochfahren und zeigt drauf: Da, da sind sie, unsere neuen Produkte. Guckt schnell. Okay, reicht.

Das war schon peinlich. Den Skripter für so eine Präsentation sollte man keine Kammerstücke schreiben lassen. Eher Horrorromane in kürzester Form. Montag. Reicht.

Ich schweife ab …

Google präsentiert den Home Hub. Ein 7″ großen Bildschirm analog zu Amazons Echo Show (1. Generation) mit dem man nicht nur Verbal, sondern in Wort und Bild interagieren kann. Ich glaube das Wichtigste daran waren Google all die Hausfrauen, die Kochrezeptevideos in der Küche brauchen. Klingt etwas chauvinistisch, oder?

Ich hab einen Echo Show zu Hause und ganz ehrlich? Letztendlich braucht niemand sowas. Eigentlich sorgt er nur für Ablenkung, denn neben der Uhrzeit werden immer wieder Schlagzeilen eingeblendet und wenn man auf der Couch liegt wandert dann doch immer wieder der Blick dahin um bei einer interessanten Headline zu sagen „Alexa, erzähl mir mehr“.

Sicher kann man seine Hausgeräte mit dem Teil steuern. Genau wie mit dem Echo. Oder dem Home Pod von Apple. Man braucht dafür keinen Bildschirm. Schon keinen Mikroschirm von 7″ Größe, da kann man auch gleich sein Smartphone zur Hand nehmen und den Google Assistant bemühen.

Wofür nutze ich denn den Echo von Amazon? Morgens weckt mich ein Spot mit Radio. Im Bad frage ich einen anderen Spot nach dem Wetter – der Bildschirm ist hier schon vorteilhaft, da er nicht nur das aktuelle Wetter zeigt, das Alexa auch verbal vorplappert, sondern gleich eine Aussicht auf die nächsten 7 Tage einblendet. Anschließend lasse ich mir Nachrichtensendungen vorspielen. Das war es.

Und so ein Google Home? Ach ja, um das Licht ein und auszuschalten, weil die Philips Hue Dinger keinen Ein- und Ausschalter haben und es schneller geht „Hey Google, Licht an!“ zu sagen, als ein Tablet oder Smartphone zur Hand zu nehmen, zu entsperren, die Philips Hue App aufzurufen und dort  einen Button zu drücken.

Manchmal lasse ich Google auch rechnen. Genau wie Siri. Dumm nur, dass Division nicht geht. Aber egal. Google Home Hub – ich sehe den Anwendungszweck genauso wenig wie beim Echo Show. Finger davon. Braucht niemand.

Aber das Fiasko kommt ja noch. Die neuen Pixel-Geräte. Die Smartphones.

Blicken wir mal kurz zurück. Früher vergab Google Auftragsarbeiten an Firmen wie HTC, Samsung, LG um die Nexus-Smartphones zu fertigen.

Nexus, das bedeutete nacktes Android, kein Firlefanz. Anfangs eher als Entwickler, denn als Konsumentengeräte anzusehen und auch recht teuer. Bis Google dann beim Nexus 4 zurückruderte.

Das Nexus 4. Von LG produziert. Glasrückseite. Kabelloses Qi-Laden. Und unfassbar günstig für ein Smartphone von diesem Format. Das war 2012!

Der Kurs wurde fortgesetzt mit Nexus 5 und dem 7er Tablet, das Nexus 6 noch dazu, ehe die X- und P-Varianten dann doch wieder im Preis anzogen.

Und dann hieß es: Aus für Nexus. Offenbar waren die einstelligen Nummern ausgegangen. Und niemand mag ein Produkt HAMMERPHONE 2131 nennen. Nummern sind so eine Marketing-Sache. Wenn es zweistellig wird, wird es eng, das noch ins Bewusstsein der Konsumenten zu trichtern. Gib den Dingern dann lieber Namen und lass die Nummern intern weiterlaufen. Siehe macOS.

Die ersten Pixel-Smartphones sollten ja direkt von Google kommen. Hinterher stellte sich heraus, dass doch namhafte Hersteller dahinter steckten. So wurde das Pixel von HTC entwickelt und das Pixel XL von LG. Wer das Pixel C Tablet gemacht hat, weiß ich allerdings bis heute nicht.

Trotz neu designter Rückseitenoptik (Mischung aus Glas und Alu) wirkten die Pixel-Geräte von vorne wie iPhones der 6er-Reihe. Rundungen, Ränder. Nur der Homebutton auf der Front fehlte.

Die zweite Generation machte es nicht viel besser. Das Pixel 2, wieder von HTC, sah seinem Vorgänger sehr ähnlich. Beim Pixel 2 XL gab es einen Designschwung. LG stand erneut hinter dem Gerät und nahm eine Hybridmischung seines LG G6 und des V30 zum Vorbild. Das von Samsung nach vorn gepuschte 18:9-Format erhielt Einzug beim XL und man bekam schmalere Displayränder als sonst zu sehen – allerdings mit Abstrichen. Oben und unten immer noch recht dick gehalten und mit abgerundeten Bildschirminnenrändern, die bei Samsungs gekrümmten Displays noch Sinn ergaben, bei LGs Variante doch komplett fehl am Platze waren.

Kameratechnisch sind die Pixel 2-Geräte top. Immer noch. Performance-Technisch leiden sie aber nach einem Jahr auch am Android-Problem. Nicht nur MKBHD legte vor Ablauf der Jahresfrist sein Pixel 2 XL beiseite, um auf ein OnePlus 6 umzusteigen, weil das Pixel-Gerät trotz plain Android träge in der Performance geworden war. Nein, unabhängig vin Marques Brownlee hatte ich auch zum OnePlus 6 gegriffen und es als Ablöse meines Daily Drivers erkoren. Keine Ahnung, ob das Pixel 2 XL noch ein weiteres Jahr durchhält. Gerade das Aufwecken aus dem Standby verursacht starke Reaktionsverzögerungen.

Nun, es soll nicht um das Pixel 2 gehen, sondern um das Pixel 3. Diesmal ist offenbar noch nicht durchgesickert, wer Hersteller der Geräte ist. Jedenfalls hat sich designtechnisch nur marginal etwas getan. Die Rückseiten der beiden Geräte haben sich optisch nur in der Hinsicht verändert, dass wir jetzt eine Vollglasschicht haben, wo vorher noch Alu matt schimmerte. Dies ermöglich kabelloses Laden nach Qi-Standard. Hört, hört, so weit war Google schon 2012 mit dem Nexus 4.

Die Front beim Pixel 2 hat sich etwas gebessert, aber die Ränder oben und unten sind immer noch als absolut FETT zu bezeichnen. So gar nicht Stand 2018.

Der große Bruder, das Pixel 3 XL geht den Weg, den viele Hersteller dieser Tage wählen. Google präsentierte das XL als „Edge to Edge Display Smartphone“ – ja, da kann man schon kotzen, wenn man sieht, was die unter Ecke zu Ecke verstehen.

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Unten prangt ein extrem dicker Rand. Oben eine extrem fette Notch (Einkerbung) in der Sensoren und Frontkameras untergebracht sind.

Interessanterweise gibt das nackte Android nicht die Option her, die Notch auszublenden, wie es beispielsweise OnePlus oder Huawei offeriert.

Noch schlimmer: Google verzichtet auf On-Screen-Navigationsbuttons und setzt auf eine unspirierte Gestensteuerung, die mich in den Wahnsinn treibt. Ich hatte sie beim Pixel 2 XL aktiviert, um mich damit vertraut zu machen – während diese beim iPhone X und beim OnePlus sehr schnell in Fleisch und Blut übergeht, ist sie beim Pixel wenig intuitiv.

Der Clou kommt aber noch. Was nützt dir ein „Edge-to-Edge“-Display, das in Wahrheit keines ist, wenn noch weitere Beschränkungen direkt auf dem Display selbst zu finden sind?

Fakt 1: Die Gestensteuerung ist überflüssig da anstelle der Navigationsbuttons ein Navigationsstrich eingeblendet wird, der nahezu den gleichen Platz einnimmt, wie die Buttons zuvor.

Fakt 2: Die bemerkenswert große Suchleiste von Google, in die man gar nichts schreiben kann, sondern die bei Berührung einen neuen Bildschirm öffnet, nimmt noch mal den Platz weg den man getrost für App-Icons hätte nutzen können.

Fakt 3: Diese fette nichtsnutzende Suchleiste (man kann ja bequem über den Google Assistant suchen – selbst Microsoft bietet unter Windows 10 die Möglichkeit, das breite Cortana-Suchfenster auf einen Kreis zu minimieren an) war bei den Pixel 1 Geräte noch gar nicht vorhanden. Da hatte man ein kleines G-Widget links oben am Bildschirmrand, das man bei Suchbedarf antippen konnte.

Episch. Episch daneben.

Auch Leistungstechnisch fasst man sich bei den Pixel 3-Geräten an den Kopf. Klar, Google ist so dämlich seine Geräte zum Jahresende vorzustellen. Die neuen Prozessoren kommen aber zum Jahresanfang, sodass Samsung immer den neusten Snapdragon verbaut, während die zum Erscheinen der Pixel-Geräte dieser schon fast wieder gegen das neue Modell ausgemustert wird.

Dennoch: Auch wenn viele den Kopf schütteln, hat sich bei einigen Geräten letztes und auch dieses Jahr gezeigt, dass mehr RAM durchaus mehr Performance bieten kann. Eine Tatsache, die das Galaxy Note 8 beispielsweise nicht so schnell die Grätsche machen ließ, wie das S 8.

Man mag OnePlus belächeln, aber die wissen schon, warum sie 8 GB RAM in ein Smartphone knallen. Und ich als Anwender weiß, warum ich das haben will. Nicht nur, weil es auf dem Papier steht, sondern weil es echten Leistungsschub bringt und Programme länger im Speicher bleiben, ohne beim erneuten Aufrufen neu gestartet werden zu müssen. App-Wechsel leicht(er) gemacht.

4 GB RAM bei den Pixel 3 Geräten erscheinen hier also unterdimensioniert. Zumal die KI für die Kamera noch mehr berechnen muss als zuvor.

Machen wir den Rest kurz: Nur für eine bessere Kamera mit einer hässlicheren Optik als im Vorjahr muss niemand erneut 949 Euro ausgeben. Peng.

Aber dann präsentierte Google doch noch etwas, das mein Interesse weckte. Letztes Jahr war es das Pixelbook, das leider nie nach Deutschland kam. Ein Import lohnt sich für mich nicht, ich brauche ein QWERTZ-Layout, um schnell tippen zu können.

Diesmal gibt es das Pixel Slate zu sehen, ein neues Tablet, Made … nun ja, Made by Google.

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12,3 Zoll bei 3000 x 2000 Pixeln Auflösung, damit ein beliebtes 3:2 Format. Leider mit dicken Displayrändern, also schon fast geschenkt, wäre da nicht diese … diese Sache … mit dem Betriebssystem.

Ja, das 12,3″ Gerät mit anklickbarer Folio-Tastatur und Stiftunterstützung erinnert ganz klar an ein iPad Pro, aber es arbeitet nicht mit Android, sondern mit Chrome OS in einer angepassten Touch-Funktion.

Und genau das ist der Punkt. Im Gegensatz zu Android, das über den Nutzungszeitraum immer langsamer wird, ist ChromeOS ein Betriebssystem, das beim Boot quasi einen Browser neu starten lässt. Wesentlich weniger Datenleichen liegen in dem System – sofern man es nicht mit Android Apps zumüllt, denn das können Chrome-OS-Geräte mittlerweile auch.

Ja, der Haben-wollen-Faktor als Ablöse für meine HP Chromebook ist schon da. Preislich bei 599 Dollar deutlich unter den iPad Pro Preisen, auch wenn die Tastatur mit 199 Dollar teurer als das Smartkeyboard Apple ist. Der Stift wird mit 79 Dollar dann wieder günstiger als der der Nachbarn aus Cupertino.

Aber die Sache hat drei Haken:

  1. Das Gerät wird vermutlich wie das Pixelbook nie nach Deutschland kommen.
  2. Die 599 Dollar gelten für einen Celeron Prozessor mit 4 GB RAM. Danach geht es rapide preislich aufwärts zu einem i7 bei 1.599 Dollar
  3. Google gibt die Akku-Leistung mit pauschal 10 Stunden Nutzungszeit an – hallo? Bei einem i7? Glaubt ihr wohl selbst nicht, das Ding wird nach vier Stunden die Grätsche machen.

Chromebooks, hierzulande nicht so beliebt wie in den USA, waren mal günstig. Heute greift man in die gleiche tiefe Tasche wie bei Apple- oder Microsoft-Geräten.

Schade, Google. Schade.

Nächstes Jahr?

Evernote für Pfiffige: Der Screenshot-Trick

Ich bediene mich mal Herbert Hertramph Evernote-Slogan, er möge mir verzeihen, sollt es nicht in seinem Sinn sein. Am Ende des Textes verlinke ich selbstverständlich zu seinem Blog.

PDF. Ein Zauberwort. Erzeugt man ein sauberes Portable Document Format lassen sich darin Buchstaben so skalieren wie Vektorgrafiken, sprich es ist egal, wie groß ihr sie heranzoomt, sie bleiben gleich scharf und werden nicht ausgefranst. Tolle Sache.

Heute stand ich vor der Aufgabe für eine Intranetseite einen in Excel erzeugten Strukturbaum aus einem PDF als Bild zu extrahieren.

Sicherlich führen verschiedene Wege nach Rom. Der nahe liegendste für manch unbedarften Anwender ist sicherlich, einen Screenshot zu erstellen. Doch die Bildschirmfotografie ist oft unsauber und dann auch nicht sauber skalierbar.

Da ich ein Creative Cloud Abo habe gönne ich mir den Luxus, mir Adobes Acrobat einmal näher anzuschauen. Im Gegensatz zu meinem Standard-PDF-Werkzeug PDF-Expert unterstützt der Acrobat auch das Exportieren einer PDF als Bilddatei.

Hierbei habe ich die höchsten Qualitätseinstellmöglichkeiten gewählt und für die Auflösung auf meinem Bildschirm (1440p) und der Darstellung auf der Webseite (in etwa 900p) reicht das dicke aus. Doch je nachdem welche Auflösung andere Nutzer haben und wie nah sich gegebenenfalls dieses Bild noch über die Browser-Zoom-Funktion vergrößern, um Namen innerhalb des Baumes genauer zu erkennen, passiert es rasch, dass gerade die Schrift pixelig wirkt.

Adobe gab da nicht viel her und hochauflösender als die 900p ließ sich das Dokument auch nicht als Bild abspeichern.

Also doch mal den Screenshot-Trick angewandt. Sicherlich kann man hier auch andere Methoden anwenden, bei mir ist Evernote jedoch immer geöffnet und ich kann rasch einen sauberen Rahmen um ein Screenshotobjekt ziehen, um es in Evernote zu speichern.

Das Dokument habe ich im Vollbild aufgerufen und so weit vergrößert, dass so gerade eben noch alles auf den Bildschirm passt. Dann mit dem Evernote Ausschneidewerkzeug einen Screenshot gefertigt und anschließend das in der Evernote-Notiz befindliche Bild als JPEG abgespeichert. Das Ergebnis: Ein sauberes Bild in 1440p das sich sogar noch mehrfach reinzoomen ließ, ehe die Schrift begann auszufransen.

Und hier der versprochene Link zu Herbert Hetramphs Evernote für Pfiffige.

Google Pay – so klappt der Workaround mit PayPal

Seit einigen Monaten ist das kontaktlose Bezahlen Google Pay mittels Smartphone am Start.

Der Charme bei dieser Bezahlform liegt freilich in der Bequemlichkeit. Das Smartphone hat man meist griffbereit zur Hand. Manche (ich auch) nutzen es als Einkaufsliste. Statt erst eine Geldbörse oder einen iClip herauszukramen, die EC- oder Kreditkarte in einen Schlitz zu stecken oder an einen Scanner zu halten, eine PIN einzugeben, die Karte wieder zu verstauen, hält man einfach sein Smartphone auf die dafür vorgesehene Fläche für kontaktloses Zahlen per NFC.

Wenn sich sowas einspielt, schleppt man zukünftig halt weniger mit sich rum und muss auf weniger Dinge aufpassen, die einem wichtig sind.

Der Haken dabei ist, wenn die Hausbank nicht mitspielt, weil sie entweder zurückhaltend agiert oder gerne etwas eignes entwickelt. Wer also sein Konto bei der Sparkasse, der Volksbank oder anderen gängigen Banken hat, schaut in die Röhre und kann Google Pay bisher nicht nutzen.

Zwar ließ sich bereits das Google-Konto mit PayPal verknüpfen, um beispielsweise im Google Store darüber zu bezahlen, doch PayPal ließ sich bisher nicht als Methode für das kontaktlose Zahlen in der Google Pay App einrichten.

Bis jetzt.

Wer ohnehin PayPal nutzt und Zahlen darüber beispielsweise von seinem Girokonto, ganz gleich bei welcher Bank, abbuchen lässt, kann nun mit dem Workaround über PayPal mit Google Pay zahlen.

Aber Achtung! Wenn Giga.Tech vollmundig erklärt, dass es ab SOFORT geht, rudert die zitierte Quelle Stadt-Bremerhaven.de zurück und weist darauf hin, dass die Funktion vermutlich wie so vieles phasenweise an die Nutzer ausgerollt wird und nicht allen gleichzeitig und SOFORT zur Verfügung steht.

Die Geschichte ist zwei Tage alt. Heute veröffentlichte Google auf der Youtube-Plattform ein Video, wie man seine Google Pay App mit PayPal verknüpft, das ich euch an dieser Stelle nicht  vorenthalten will:

Das Problem dabei ist, dass die Funktion dennoch nicht für alle schon freigeschaltet ist. Ich probierte es nach der Anleitung. Beim Hinzufügen einer Zahlungsmethode wurde mir jedoch nur die Möglichkeit angeboten eine Kredit- oder Debitkarte hinzuzufügen, nicht aber PayPal.

Möglich, dass es daran liegt, dass ich bereits PayPal mit meinem Google-Konto verknüpft habe, allerdings lässt es sich nicht zum kontaktlosen Bezahlen einrichten.

Geholfen hat mir dann ein Youtube-Nutzer mit dem Hinweis, dass man in der PayPal-App auch eine Verknüpfung zu Google Pay durchführen kann.

Wer also Interesse an Google Pay hat und ebenfalls scheitert, kann es einmal über diesen Weg versuchen. In der Android PayPal-App anmelden, in Einstellungen gehen und den Punkt suchen PayPal mit Google Pay verknüpfen. Anschließend die erläuterten Schritte durchführen und am Ende solltet ihr diese Meldung auf eurem Display sehen:

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Aber auch hier sei der Hinweis gestattet, dass es nicht bei jedem sofort funktioniert. Einige Nutzer auf Youtube hatten es auf diesem Wege versucht, die Option allerdings in der PayPal-App nicht angeboten bekommen.

Wichtig, updated auf die neuste Version von PayPal.

Und? Klappt es bei euch?

Vigilante schlägt Ende November zurück

Nachdem sich die Fragen nach dem Veröffentlichungstermin des zweiten Vigilante-Abenteuers mehren, kann ich euch jetzt zumindest einen Anhaltspunkt geben.

Die Ebook-Version wird voraussichtlich Ende November 2018 erscheinen. Die gedruckte Fassung in der Regel ca. 2 Wochen nach der elektronischen Form.

Damit liegt Mark Jedediah Vigilante noch pünktlich vor Weihnachten auf dem Gabentisch und eignet sich hervorragend als Geschenk für die Verwandtschaft und Freunde.

Worum geht’s?

Sein Name ist Mark Jedediah Vigilante. Er war Agent beim United States Secret Service, bis er nach einem Komplott gegen die amerikanische Regierung als Sündenbock auf die Straße gesetzt wurde. Jetzt verdient er sein Geld als Troubleshooter, privater Ermittler und Schlichter. Wenn diplomatische Lösungen versagen, Krisen unausweichlich sind und militärische Konflikte die einzigen Alternativen zu sein scheinen, ruft man Vigilante.

Während eines Mailand-Trips wird die Tochter des Waffenmagnaten Lennox Buckingham entführt. Das Scorpio-Kartell setzt ihn damit unter Druck, um die Pläne einer intelligenten Waffe, die von COLT und der DARPA entwickelt wird, zu verraten.

Die zwielichtige Bordellchefin Madame Dunoire beauftragt Jed Vigilante mit der Befreiung Buckinghams Tochter Cheyenne. Als er in Mailand landet, muss er jedoch feststellen, dass Scorpio nicht der einzige Gegner ist. DARPA hat bereits ein Killerkommando beauftragt, um Cheyenne zu liquidieren und damit die Entführer des Druckmittels zu berauben.

Während ihn und seine Schutzbefohlene feindliche Agenten und Söldner unter Beschuss nehmen und quer durch Mailand jagen, bekommt Vigilante über Dunoire unerwartete Hilfe von einer Hackerin namens Sentinel.

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Der Vigilante Effekt – Titelbild wieder ausgezeichnet umgesetzt von MARK FREIER

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