Archiv für den Monat November 2018

Betriebsblindheit: Das verkannte iPhone Xr

Ich muss gestehen, ich habe mich im selben Zug gesehen. Du bekommst ein Produkt vorgestellt und dann passen die einige der Spezifikationen nicht. Prompt fällt das Produkt bei dir durch, obwohl du es nie live gesehen und nie in den Händen gehalten, nie ausprobiert hast.

Als Apple das iPhone Xr im September vorgestellt hat, lasen sich auf dem Blatt Papier einige Dinge gar nicht mal so verkehrt.

Großer Akku. Der gleiche Prozessor wie in den teureren Geräten. Selbst die gleiche Front- und Hauptkamera wie in den Xs-Brüdern. Auch wenn die Telelinse fehlt. Damit kann man leben.

Aber dann. Woraus resultiert der Preisunterschied. An welcher Stelle wurde abgespeckt?

Klar, 1 GB weniger RAM als in den Xs-Geräten. Da aber auch das iPhone X mit „nur“ 3 GB daher kommt, sollte auch das vertretbar sein. Die iPhones sind ja ohnehin wahre Performance-Monster.

Der Aufschrei, der durch die Gemeinde ging, war dann das Display. Und wie gesagt, ich zähle mich dazu. Mir ging es dabei nicht mal um die Verwendung eines LCD-Panels.

Ja, OLED arbeitet stromsparender und kann Schwarzwerte perfekt darstellen, aber dafür hat OLED auch nicht die tolle Blickwinkelstabilität wie ein IPS-Panel.

Aber die Auflösung. Die Auflösung ist Stein des Anstoßes. 1.792 x 828 Pixel. Das ist in der Breite etwas mehr als 720p, also gerade mal HD, nicht einmal Full-HD. Sicherlich okay für ein 250 Euro Gerät aber 850 als Startpreis? Hey, du kriegst Full-HD-Panel von Honor und OnePlus für die Hälfte des Geldes, sogar in OLED. Und Apple haut dir so eine „Augenkrebs erzeugende, unterirdisch schlechte Auflösung“ um die Ohren?

Das iPhone Xr als Option war für mich erstmal gestrichen.

Mit Release des Gerätes im Oktober beschäftigte ich mich jedoch noch einmal damit. Die Kritik wegen des „schlechten“ Displays kam nicht nur aus dem Konkurrenzlager von Android, sondern auch aus den Reihen der Apple-Jünger.

Man ist es gewohnt: Smartphones mit FHD, QHD Auflösung, Samsung hat es vorgemacht. Und zu Hause guckst du auf einen 40″ Fernseher, der Full-HD hat. Natürlich sitzt man nicht mit der Nase vor dem Fernseher, sodass Pixel aufgrund des Abstands nicht auffallen, aber mal ganz ehrlich: Du hast vor einem 17″ TFT mit 1366 x 768 gesessen und sogar heute noch haben die meisten Subnotebooks (nicht Ultrabooks!) diese Auflösung bei Displaygrößen von 12″ – 17″ – auch die teuren Business-Maschinen von Lenovo, die mit Preis ab 900 Euro aufwärts aufwarten.

Auflösung ist nicht alles. Auflösung muss bewertet werden nach den Kriterien der Bildschirmgröße und des Abstands der Augen, die auf diesen Bildschirm schauen. Was vor 10 Jahren so überhaupt nicht relevant war, ist heute ein umso aussagekräftiger Faktor: Die Pixeldichte.

Wie viel Pixel werden denn auf einer Fläche des Displays dargestellt. Was nimmt das menschliche Auge davon überhaupt wahr? Ab welcher Pixeldichte erkennt das Auge nicht mehr die beleuchteten Punkte, die ein Bild oder Text auf einem Schirm ergeben?

Wofür ist denn diese Mega-QHD-Auflösung in einem Samsung-Flaggschiff gut? Merkt überhaupt jemand einen Unterschied. Die Galaxy-S-Reihe wird im Full-HD-Modus ausgeliefert, man muss erst selbst in den Einstellungen die Auflösung hochschrauben, wenn gewollt. Und? Merkt das menschliche Auge dann einen Unterschied? Subjektiv suggeriert man sich das wohl ein, aber biologisch ist da nichts rauszuholen, wenn man nicht Geordi LaForge heißt.

Die hohe Auflösung in den Samsung Geräten ist gut für Virtual Reality. Die Gear VR Headsets splitten die Auflösung auf zwei Augen auf, um den räumlichen Effekt zu erzeugen. Auf einem Daumenkinodisplay brauche ich keine 1440p, wenn ich parallel dazu an meinem Laptop bei 17″ mit 1080p arbeite.

Klick gemacht hat es bei mir beim PPI-Vergleich zu anderen Geräten, mit denen ich häufig arbeite: Ein iPad Pro mit 10,5″ Displaydiagonale und einer Auflösung von 2224 x 1668, was einer Pixeldichte von 264 dots per inch entspricht.

Niemand wird bestreiten, dass der Augenabstand zu einem Tablet sich ähnlich verhält, wie zu einem Smartphone. Niemand wird bestreiten, dass das iPad Pro ein schlechtes Display hat, das eine zu niedrige Auflösung hat. Gemeinsam mit 120 Hz Bildwiederholrate und True-Tone bietet das iPad Pro Display eine der angenehmsten Betrachtungsmöglichkeiten auf einen Bildschirm.

Niemand bestreitet das.

10,5 Zoll. Bei 264 ppi.

Vergesst die Auflösung.

Schaut auf die ppi-Zahl.

Der Kindle OASIS Ebook-Reader von Amazon hat ein gestochen scharfes Display, das mit seiner tollen Pixeldichte extrem prädestiniert für augenfreundliches Lesen ist. Die Pixeldichte des Kindle OASIS beträgt 300 ppi.

Das iPhone 6, 6s, 7 und 8 haben eine Pixeldichte von 326 ppi.

Das heißt, obwohl der Kindle OASIS Schrift gestochen scharf darstellt, sodass das menschliche Auge keine Pixel mehr in Buchstaben wahrnimmt, sondern flüssige, ineinander übergehende Formen, wird Text auf einem iPhone 6, 6s, 7 und 8 noch schärfer dargestellt.

Zurück zum iPad Pro: Selbst das iPad Pro stellt Schrift so scharf dar, dass man super angenhem mit dem Gerät arbeiten und darauf lesen kann und problemlos Full-HD-Videoinhalte genießt.

Bei 264 ppi, bei denen das menschliche Auge keine Pixel mehr sieht, solange man Text nicht quasi-unendlich hochskaliert.

Das iPhone Xr besitzt die gleiche Pixeldichte, wie das iPhone 6, 6s, 7 und 8 – nämlich 326 ppi und stellt damit mehr Pixel auf einem Inch dar, als das iPad Pro oder gar der Kindle OASIS oder vergleichbare E-Reader.

Was auf dem Blatt Papier schlecht klingt ist in Wahrheit gar nicht so schlecht, wie es gerne geredet wird. Das ist wie damit zu prahlen, dass sein Auto 300 fahren kann – wenn man es in der Realität nie ausfahren kann, ist diese Geschwindigkeit unnütz. Genauso unnütz wie eine höhere Auflösung oder Pixeldichte auf einem 6,1″ Gerät, wo eine geringere Pixeldichte auf einem 10,5″ für ein extrem angenehmes Schauerlebnis sorgt.

Ich schaue gerne auf das Display des Xr – und ja, wenn ich schräg von unten drauf gucke, wenn es auf dem Tisch liegt, dann ist der Blickwinkel extrem stabil – beim iPhone Xs hingegen gibt es die typische OLED-Blauverschiebung (wenn sie auch nicht so stark ist, wie beim Google Pixel 2 XL, aber sie ist vorhanden!).

Lasst auch das Xr also nicht madig machen von Leuten, die nur nach Auflösung schreien und Datenblätter rezitieren. Schaut euch das Gerät unvoreingenommen im Laden an, falls es euch interessiert.

 

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Apple Oktober Event: Da nimmt man sich vor, nicht schwach zu werden …

Ja, mir hat der Mission Impossible Opener vom September Event richtig gut gefallen, aber dafür waren im Oktober die Neuvorstellungen zackiger. Sie hauen raus und raus und am Ende frage ich mich, woher das Geld nehmen?

Eigentlich stand für mich nur ein Upgrade meines Desktops-Setups an. Mein iMac tut es zwar ganz gut, kommt aber gerade im Speicherbereich sehr rasch an seine Grenzen. Ausgerechnet mein Modelljahr lässt keinen Speicherwechsel oder -upgrade hinzu. So muss ich ständig mit den 16 GB haushalten. Und wo ich diese Zeilen schreibe, Google Chrome mit 20 Tabs geöffnet habe, dazu Evernote mit einigen geöffneten Fensternotizen, Opera mit 20 ebenso 20 Tabs und einige Clouddienste wie Google und One Drive im Hintergrund laufen, sind tatsächlich nur noch 1,6 GB von diesen 16 frei. Jetzt mal eben Photoshop mit drei oder vier Bilder zu starten oder in Final Cut was schneiden – das wird nicht nur eng, sondern geht nicht mehr. Ich müsste wahlweise Opera oder Chrome schließen.

Ein neuer iMac sollte es eigentlich nicht sein. Ich möchte gerne kein Auflösungswirrwar haben. Der iMac mit 4K Retina-Display skaliert natürlich die Auflösung angenehm. Ein herkömmlicher 4K Monitor daran angeschlossen bringt entweder sein natives 4K, was dann für meine Augen nicht mehr wirklich angenehm zum Arbeiten ist, oder ich bin gezwungen, die Auflösung anzupassen, was dann nicht immer gut aussieht, vor allen Dingen dann für unterschiedliche Ansichten zwischen den Displays vom iMac und dem externen sorgt.

Ein Display allein ist mir zu wenig zum Arbeiten. Bisher habe ich drei gehabt. Aber das ging nur, weil ein iMac 21,5″ auf dem Tisch steht, flankiert von gleich großen externen Displays. Ich möchte aber auch gerne alles eine Nummer größer haben. Angenehm sind 27″ mit 1440p, wie ich festgestellt habe und das auf zwei gleichen Bildschirmen.

Meine Hoffnung lag darauf, dass Apple einen neuen MacMini herausbringt, der a) genügend Anschlüsse hat und sich b) auf mindestens 32 GB RAM hochsetzen ließ (bisher war bei 8 GB Schluss).

Ich habe gewünscht, Apple hat erfüllt. Damit war der neue MacMini so gut wie gekauft. 4 Thunderbolt-3-Anschlüsse im USB-Typ-C-Format plus 2 normale USBs, das passt sehr gut.

Nun könnte man einwenden, dass der iMac zumindest eine dedizierte Grafikkarte intus hat, die gerade bei Videobearbeitung wichtig ist. Mein alter Mac hat eine GeForce mit 1 GB VRAM, das MacBook Pro hat die gleiche Intel-Onboard-Grafik wie der MacMini – die Video- und Bildbearbeitung auf dem MBP geht für mich vollkommen in Ordnung. Mehr Arbeitsspeicher, schneller Arbeitsspeicher und ein aktueller Prozessor gleichen hier die Grafikkarte für mich aus.

Nun denn, danke Herr Cook, da hattense mich.

Weiter im Text. Nach langer Zeit gibt es ein Upgrade zum MacBook Air. Dazu gibt es nur zwei Dinge zu sagen: Warum hat das so lange gedauert und warum ist das so verdammt teuer?

Gerade das MacBook Air sollte eigentlich die „Unter-1000-Euro-Käufer“ ansprechen – daraus wird jetzt nichts mehr. Preislich beginnt das MacBook Air jetzt bei 1.349 Euro. Das ist schon etwas heftig. Selbst ich kann da jetzt nicht mehr in die Bresche springen und behaupten, wenn du dir was Vergleichbares von Microsoft kaufst, zahlst du genauso viel. Die Surface Laptops sind IMHO etwas günstiger.

Da ich dieses Jahr erst ein neues MacBook Pro gekauft habe, fällt das Air ohnehin für mich aus.

Aber dann. Die neuen iPads. Meine Einstellung war vor dem Event: Ich habe zwei iPads und brauche kein neues.

Warum habe ich zwei? Weil das 10,5″ Gerät sich super für Notizen und Meeting-Protokolle eignet, ich aber einen Ticken mehr Bildschirm bräuchte, wenn ich skizziere.

Das 12,9″ Display ist zum Skizzieren geeigneter, aber letztendlich viel zu groß. Am Ende des Tages sah es so aus, dass ich dennoch das 10,5 mit mir herum trug und das 12,9 zu Hause blieb.

Ein halber Zoll mehr Displaydiagonale könnte mich da schon weiter bringen. Also flugs das 12,9 und das 10,5 Modell verkauft und das neue geordert. Schmale Ränder, mehr Display. Ob ich den Homebutton vermissen werde? Eher nicht. Ich habe ihn nur zum Entsperren genutzt und sanft den Finger draufgelegt, um ja keine mechanischen Teile kaputtzumachen. Die Gestensteuerung des iPads funktioniert unter iOS 12 so wie beim iPhone X und ohnehin kam man mit dem 5-Fingergriff auf dem iPad aus jeder App wieder zum Homescreen zurück.

Die Frage ist nur, wie gut ich mit FaceID auf dem iPad klarkomme, denn meistens liegt es bei der Benutzung auf dem Tisch. Entweder drüber beugen oder anheben.

Zu guter Letzt hat Apple im Rahmen der iPad Vorstellung auch einen Nachfolger  des Apple Pencil auf den Tisch gelegt. Nicht nur, dass er über einige Streichgesten etwas mehr kann, das wirkliche Schmankerl ist hier doch eher, dass er a) Steckerlos aufgeladen wird (man heftet ihn magnetisch einfach an die Seite des iPads und er wird geladen und b) er magnetisch am iPad haftet und so transportiert werden kann (man wusste nie, wohin mit dem Stift) und c) dadurch dass er nicht mehr komplett rund ist, dürfte der Stift nun besser in der Hand liegen.

Nachteil an der Sache: Man kann den Stift nun nicht mehr ohne iPad aufladen. So hatte ich das bisher immer gehandhabt. Einfach ein Lightning Kabel mit Adapter dran und gut ist.

Und ein neues Keyboardfolio gab es dann auch gleich für die neuen 11″ und 12,9″ Modelle. Diesmal umschließt es auch die Rückseite und haftet magnetisch an der des iPads. Ähnliches kennt man bereits von einem Samsung-Tastaturfolio, das allerdings so verbaut war, dass man dort rechts und links vertauscht hat. Ja, ob ihr es glaubt oder nicht, das offizielle Samsung Keyboard Folio für das Galaxy Tab S3 ließ sich nicht wie ein Buch aufschlagen, denn dann befand sich das Tablet verkehrt herum darin. Man musste hier völlig unlogisch drehen. Aber egal.

Was fehlte bei der Präsentation? Die Leaks waren ja im Vorfeld schon eindeutig, aber es gab immer noch Menschen, die die Hoffnung nicht aufgaben, noch etwas mehr zu sehen zu bekommen.

AirPower: Die Ladematte, bei der es egal ist, wo mein sein Gerät platziert. Gedacht, um iPhone, Apple Watch und Air Pods gleichzeitig kabellos aufzuladen. Für mich kein Ding, denn ich nutzte eine feste magnetische Rundschließe – damit kann ich die Uhr sowieso nicht auf einer waagerechten Fläche laden. Und für die AirPods müsste es ein Update des Ladecases geben, mit dem aktuelle funktioniert induktives Laden nämlich nüscht.

Neue AirPods: Das wäre dann das Zweite Gadget gewesen, das einige Leute noch erwartet hätten.

ApplePay: Immerhin hatte Tim Cook im Sommer angekündigt ApplePay würde in diesem Jahr in Deutschland starten. In der Keynote gab es keine Erwähnung. Eigentlich hätte diese vielleicht schon in den September gehört, zu den iPhone passt sie besser, als zu den iPads. Nun, woran auch immer es hakt, es scheint so, als hätte Apple hier kurzfristig einen Rückzieher gemacht.

In der iOS 12.1 Beta 3 war die Funktion ApplePay in den Einstellungen vorhanden. In den späteren Versionen flog sie raus. Im finalen Release ist von ApplePay nichts zu sehen. In den Tipps zu iOS stand vor kurzem noch ein Hinweis, wie man kontaktlos mit  dem iPhone bezahlt. Nach Update auf iOS 12.1 ist auch dieser Hinweis aus den Tipps verschwunden.

Das lässt Böses erahnen. Vielleicht wird es 2018 also doch nichts damit. Das ist schade, da Google mit Google Pay bereits schön vorgelegt hat.

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